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Gesundheit

Krankenhauskosten um 6 Prozent gestiegen
Durchschnittlich 456 Euro je Behandlungstag

201 / 06.12.2010

In den rheinland-pfälzischen Krankenhäusern fielen im Jahr 2009 Gesamtkosten in Höhe von rund 3,5 Milliarden Euro an. Das waren nach Mitteilung des Statistischen Landesamtes in Bad Ems nahezu 200 Millionen Euro bzw. 6 Prozent mehr als im Jahr 2008.

Mit rund 2,2 Milliarden Euro entfielen fast zwei Drittel der Gesamtausgaben auf die Personalkosten; sie erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 6,5 Prozent. Größter Ausgabeposten war dabei das Pflegepersonal mit 735 Millionen Euro (plus 4,1 Prozent), gefolgt vom ärztlichen Personal mit 610 Millionen Euro (plus 7,1 Prozent). Die Kostensteigerungen sind zumindest teilweise auf die Ausweitung des Personalbestands im ärztlichen Dienst bzw. im Pflegedienst zurückzuführen.

Die Sachkosten erhöhten sich gegenüber 2008 um 5,4 Prozent auf nunmehr 1,2 Milliarden Euro. Hauptursachen für diese Entwicklung waren der Anstieg der Patientenzahlen (13.000 vollstationär behandelte Patienten mehr als im Jahr zuvor) und damit verbundene Mehraufwendungen beim medizinischen Bedarf wie z. B. Arzneimittel, Instrumente oder ärztliches und pflegerisches Verbrauchsmaterial (plus 6 Prozent). Deutlich gestiegen sind auch die pflegesatzfähigen Instandhaltungskosten (plus 5,9 Prozent), zu denen u. a. die Gebäudeinstandhaltung sowie die Wartung und Instandhaltung von technischen Anlagen zählen.

Die Kosten für den Ausbildungsfonds lagen im Jahr 2009 bei rund 62 Millionen Euro. Der Fonds regelt die Finanzierung der Ausbildung seitens der Krankenhäuser. Gezahlt werden hieraus sowohl die Kosten der Ausbildungsstätten, als auch der Aufwand der Vergütung für die Schüler und Auszubildenden.

Je Behandlungstag wurden 2009 durchschnittlich 456 Euro aufgewendet, das waren 24 Euro oder 5,6 Prozent mehr als im Jahr 2008. Bei einer durchschnittlichen Verweildauer der stationär behandelten Patientinnen und Patienten von  knapp 7,8 Tagen ergaben sich daraus rechnerisch pro Behandlungsfall Kosten von 3.536 Euro (plus 3,5 Prozent). Die Kosten je aufgestelltem Bett beliefen sich im Jahr 2009 im Mittel auf rund 121.000 Euro im Jahr (plus 5,2 Prozent).

Zur Ermittlung dieser Werte werden die Gesamtkosten um Aufwendungen bereinigt, die nicht unmittelbar im Zusammenhang mit stationären Leistungen stehen (z.B. Kosten der Ambulanz, Aufwand für Forschung und wissenschaftliche Lehre). Daraus ergeben sich die so genannten pflegesatzfähigen Kosten. Im Jahr 2009 lagen diese, ohne die Aufwendungen für den Ausbildungsfonds, bei rund 3,1 Milliarden Euro.

Die Krankenhäuser melden die Daten einmal jährlich an das Statistische Landesamt.

Autor: Torsten Hees (Sachgebiet Gesundheit, Rechtspflege)

 

Ausgewählte Kennzahlen im Krankenhausbereich 2008 und 2009

Merkmal

2008

2009

Veränderung
in %

Einrichtungen

94

95

1,1

Betten

25.588

25.582

0,0

Belegbetten

1.906

1.871

-1,8

Intensivbetten

1.187

1.200

1,1

Vollstationär behandelte Patienten

863.329

876.827

1,6

Behandlungstage

6.829.153

6.802.374

-0,4

Ambulante Operationen

63.795

71.079

11,4

Durchschnittliche Bettenauslastung in %

72,9

72,9

0,0

Durchschnittliche Verweildauer in Tagen

7,9

7,8

-1,3

 

 

 

 

Vollkräfte im Jahresdurchschnitt

 

 

 

Ärzte

5.666

5.816

2,6

nichtärztliches Personal

32.394

32.956

1,7

darunter:

 

 

 

Pflegedienst

14.782

14.936

1,0

medizinisch-technischer Dienst

5.379

5.501

2,3

Funktionsdienst

4.113

4.266

3,7

klinisches Hauspersonal

822

803

-2,3

Wirtschaftsdienst

2.630

2.571

-2,2

technischer Dienst

831

836

0,6

Verwaltungsdienst

2.687

2.753

2,5

Sonderdienste

228

233

2,2

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