Statistische Analysen: Pflegevorausberechnung

Die demografische Alterung der Gesellschaft wird Politik, Staat und Wirtschaft sowie Bürgerinnen und Bürger in den kommenden Jahrzehnten vor wachsende Herausforderungen stellen. Durch die demografische Alterung steigen nicht nur die Leistungen der erwerbstätigen Menschen an ältere, nicht mehr erwerbstätige Menschen. Sie lässt auch den Bedarf an seniorengerechter Infrastruktur, neuen Wohnformen sowie an Dienstleistungen und Einrichtungen zur Betreuung und Pflege älterer Menschen steigen.

In der Statistischen Analyse "Rheinland-Pfalz 2060: Auswirkungen des demografischen Wandels auf den Pflegebedarf" werden die Auswirkungen der demografischen Alterung auf den künftigen Pflegebedarf in Rheinland-Pfalz untersucht. Die Sicherstellung einer bedarfsgerechten Angebotsstruktur an ambulanter und stationärer Pflegehilfe obliegt den kreisfreien Städten und Landkreisen. Deshalb wird auf der Basis der Pflegestatistik 2015 sowie der mittleren Variante der vierten regionlisierten Bevölkerungsvorausberechnung (Basisjahr 2013) mit kreisspezifischen Pflegequoten die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in den kreisfreien Städten und Landkreisen vorausberechnet. Pflegequoten messen das Risiko, pflegebedürftig zu werden. Für die Vorausberechnung werden die Pflegequoten konstant gehalten, so dass die Entwicklung des Pflegebedarfs allein durch die zukünftigen demografischen Veränderungen bestimmt wird. In der Diskussion um die künftige Entwicklung des Pflegebedarfs kann bis jetzt kein eindeutiger Trend abgelesen werden.

Die Ergebnisse der Modellrechnungen zeigen, dass derzeit noch ein ausreichendes Angebot an Pflegeplätzen zur Verfügung steht. Diese Situation dürfte sich aber schon bald ändern, denn seit 2014 erreichen die geburtenstarken Jahrgänge, die Babyboomer, das pflegerelevante Alter. Die Zahl der 60-jähirgen und Älteren nimmt in den nächsten beiden Jahrzehnten kontinuierlich zu; der Anteil der Seniorinnen und Senioren an der Bevölkerung steigt bis 2035 um fast zehn Prozentpunkte auf 37 Prozent. Das Pflegerisiko nimmt in dieser Bevölkerungsgruppe mit steigendem Alter exponentiell zu. Folglich ist in den nächsten Jahrzehnten mit einem kräftigen Anstieg der Zahl der Pflegebedürftigen zu rechnen.

Die Statistische Analyse enthält in einem umfangreichen Tabellenanhang detaillierte Ergebnisse der Vorausberechnung für das Land und die Verwaltungsbezirke. Darüber hinaus werden in einem ausführlichen Textteil die vergangenen und zukünftigen Entwicklungen des Pflegebedarfs beschrieben. Der Bedarf an Pflegehilfe wird differenziert nach Merkmalen wie beispielsweise Altersgruppen oder Versorgungsarten betrachtet. Die Darstellung wird durch zahlreiche Grafiken unterstützt. 

Rheinland-Pfalz 2060: Auswirkungen des demografischen Wandels auf den Pflegebedarf (PDF 722 kB)
Präsentation zur Pressekonferenz am 7. November 2017