Meldung zur Baukonjunktur im Oktober 2011
208 / 19.12.2011

208 / 19.12.2011
Auftragseingänge im Vorjahresvergleich deutlich gesunken - kräftiges Minus auch gegenüber dem Vormonat
Gegenüber dem Vorjahresmonat sind die Auftragseingänge um 9,1 Prozent gesunken. Damit kam es im Oktober 2011 nach dem Zuwachs um 7,6 Prozent im September wieder zu einer deutlichen Verschlechterung der Auftragslage. Während im Hochbau die Nachfrage mit minus 17,6 Prozent kräftig nachgab, blieb der Tiefbau lediglich um 0,5 Prozent hinter dem Vorjahresergebnis zurück. Differenziert nach Bauart und Auftraggeber gab es erneut deutliche Unterschiede. Auftragszuwächse verzeichneten der Wohnungsbau (plus 71,5 Prozent) sowie der öffentliche Tiefbau (plus 28,2 Prozent). Dagegen hatte vor allem der öffentliche Hochbau (minus 62,5 Prozent) einen kräftigen Rückgang zu verkraften. Im gewerblichen Tiefbau (minus 13,9 Prozent) sowie im Straßenbau (minus 7,3 Prozent) gaben die Auftragseingänge ebenfalls klar nach. Bei der Einschätzung der Veränderungsraten ist zu berücksichtigen, dass die Entwicklung im Bauhauptgewerbe häufig durch den Einfluss von Großaufträgen geprägt wird.
Im Vergleich zum September 2011 verschlechterte sich die Nachfrage nach Bauleistungen sogar noch kräftiger (minus 25,1 Prozent). Auch im Vormonatsvergleich sanken die Auftragseingänge im Hochbau (minus 36 Prozent) deutlich stärker als im Tiefbau (minus 12,8 Prozent). Nur der Wohnungsbau schloss mit einem positiven Ergebnis. Dafür fiel das Plus mit 41,2 Prozent allerdings sehr hoch aus. Besonders starke Einbrüche meldeten der gewerbliche Hochbau (minus 52,5 Prozent) sowie der öffentliche Hochbau (minus 43,9 Prozent). Dort waren im September allerdings jeweils hohe Auftragseingänge zu beobachten. Im Straßenbau (minus 19,4 Prozent) sowie im gewerblichen Tiefbau (minus 12,3 Prozent) lagen die Rückgänge ebenfalls im zweistelligen Bereich.
Umsätze höher als im Vorjahr und im Vormonat
Im Vergleich zum Oktober 2010 stieg der baugewerbliche Umsatz deutlich um 10,3 Prozent auf rund 288 Millionen Euro. Im Hochbau verbesserten sich die Umsätze sogar um 17,7 Prozent auf mehr als 134 Millionen Euro. Der Tiefbau verzeichnete ein Umsatzplus von 4,6 Prozent auf fast 154 Millionen Euro. In der Gliederung nach Bauart und Auftraggeber gab es vor allem im Wohnungsbau (plus 41,4 Prozent) sowie im gewerblichen Hochbau (plus 27,6 Prozent) kräftige Zuwächse. Umsatzeinbußen verzeichnete lediglich der öffentliche Hochbau. Dort belief sich das Minus auf 15,1 Prozent.
Gegenüber dem Vormonat stieg der baugewerbliche Umsatz um 4,8 Prozent. Im Hochbau kam es im Oktober 2011 zu einer Verbesserung um 5,5 Prozent. Im Tiefbau konnte ein Plus von 4,3 Prozent verbucht werden. Überdurchschnittliche Umsatzsteigerungen gab es im gewerblichen Hochbau (plus 14,9 Prozent), im gewerblichen Tiefbau (plus 11,6 Prozent) sowie im öffentlichen Tiefbau (plus 7,9 Prozent). Lediglich im öffentlichen Hochbau (minus 8,5 Prozent) blieben die Umsätze hinter dem Vormonatsergebnis zurück.
Mit der Konjunkturmeldung im Bauhauptgewerbe werden anhand der endgültigen Ergebnisse für Rheinland-Pfalz monatlich nominale Indikatoren für die Auftragseingänge und den baugewerblichen Umsatz in Form von Indizes und Veränderungsraten gegenüber dem Vormonat und dem Vorjahresmonat bereitgestellt.
Die Daten stammen aus der Befragung von rund 350 Betrieben von Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten aus dem Bauhauptgewerbe.
Die Konjunkturmeldung zur Baukonjunktur erfolgt sechs bis sieben Wochen nach Ende des Berichtsmonats.