Unternehmens- und Verbraucherinsolvenzen weiterhin rückläufig

Unternehmens- und Verbraucherinsolvenzen weiterhin rückläufig. Die Anzahl der bei den rheinland-pfälzischen Insolvenzgerichten gestellten Insolvenzanträgen war in den ersten neun Monaten des Jahres 2017 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum rückläufig. Ausgehend von einem bereits niedrigen Vorjahresniveau ging nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems die Zahl der beantragten Unternehmensinsolvenzen im Vergleich zu 2016 nochmals um 1,8 Prozent auf 549 zurück.

Auch die Anzahl der beantragten Verbraucherinsolvenzen tendierte leicht nach unten. Von Januar bis September 2017 wurden 2.463 Fälle registriert. Das waren ein Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Unternehmensinsolvenzen

Von den beantragten Unternehmensinsolvenzen waren insgesamt 2.105 Beschäftigte betroffen und damit deutlich weniger als 2016. So sank die Anzahl der durch die Insolvenzanträge gefährdeten Arbeitsplätze gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fast 40 Prozent. Die Summe der geltend gemachten Gläubigerforderungen verringerte sich um 22,6 Prozent auf 185 Millionen Euro. Damit war jedes insolvente Unternehmen durchschnittlich mit rund 336.200 Euro verschuldet (Januar bis September 2016: 427.100 Euro).

Die meisten Insolvenzanträge stellten Unternehmen aus dem Wirtschaftsabschnitt „Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen“ (94), gefolgt vom Baugewerbe (90). Mit Abstand folgen die Abschnitte „Gastgewerbe“ (65), „Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen“ (57) und „Verarbeitendes Gewerbe“ (55).

Die Insolvenzhäufigkeit, gemessen an der Anzahl der Unternehmensinsolvenzen je 1.000 wirtschaftlich aktive Unternehmen, war im Landkreis Altenkirchen mit 6,5 am höchsten und im Donnersbergkreis mit 0,4 am niedrigsten. Von den kreisfreien Städten verzeichnete Koblenz mit 5,9 die höchste und Zweibrücken mit 1,8 die niedrigste Insolvenzhäufigkeit.

Verbraucherinsolvenzen

Die Summe der voraussichtlichen Forderungen der Verbraucherinsolvenzen belief sich auf knapp 130 Millionen Euro. Sie war damit 9,4 Prozent höher als von Januar bis September 2016. Die durchschnittlichen Schulden je insolventem Verbraucher betrugen rund 52.700 Euro (2016: 47.700 Euro).


Mit über 23 Fällen je 10.000 Einwohner kamen Verbraucherinsolvenzen in der kreisfreien Stadt Pirmasens am häufigsten vor. Unter den Landkreisen registrierte der Kreis Kusel den höchsten Wert (13,7). Den geringsten Wert aller kreisfreien Städte verzeichnete Landau in der Pfalz (2,7). Bei den Landkreisen war die Insolvenzhäufigkeit in Alzey-Worms und im Eifelkreis Bitburg-Prüm mit jeweils 2,8 Fällen je 10.000 Einwohner am niedrigsten.

Die monatliche Insolvenzstatistik gibt Auskunft über das Insolvenzgeschehen und ist damit ein wichtiger konjunktureller Spätindikator. Erhebungsbasis sind die Meldungen der Amtsgerichte über die bei ihnen beantragten Verfahren.

Autor: Lutz Zaun (Sachgebiet Steuerstatistiken, Verwaltungsstatistiken)

 

 

 

Insolvenzen 1. -3. Quartal 2017 nach Verwaltungsbezirken
Verwaltungsbezirk Unternehmensinsolvenzen Verbraucherinsolvenzen
insgesamt Veränderung gegenüber
2016
je 1.000 Unternehmen insgesamt Veränderung gegenüber
2016
je 10.000 Einwohner
Kreisfreie Städte
Frankenthal (Pfalz) 4 -2 2,8 34 -20 7,1
Kaiserslautern 14 -7 4,0 119 5 12,1
Koblenz 26 -3 5,9 54 -13 4,8
Landau i. d. Pfalz 7 -2 3,4 12 -9 2,7
Ludwigshafen a. Rh. 20 3 4,7 145 52 8,8
Mainz 30 -4 3,6 84 -17 4,0
Neustadt a. d. Weinstraße 13 8 5,5 27 2 5,1
Pirmasens 7 -5 4,3 94 10 23,4
Speyer 9 3 4,2 40 15 8,0
Trier 10 -1 2,1 135 23 12,1
Worms 11 -5 3,7 69 -28 8,5
Zweibrücken 2 -5 1,8 39 -10 11,4
Landkreise
Ahrweiler 33 13 6,0 49 -5 3,9
Altenkirchen (Ww.) 30 16 6,5 94 10 7,3
Alzey-Worms 9 -3 1,7 35 -11 2,8
Bad Dürkheim 9 2 1,6 71 -4 5,4
Bad Kreuznach 27 -14 4,4 77 -27 4,9
Bernkastel-Wittlich 16 -4 3,2 50 -41 4,5
Birkenfeld 14 6 4,4 46 -9 5,7
Cochem-Zell 8 0 2,7 18 -3 2,9
Donnersbergkreis 1 -2 0,4 49 2 6,5
Eifelkreis Bitburg-Prüm 15 10 3,8 27 -17 2,8
Germersheim 16 0 3,8 65 14 5,1
Kaiserslautern 13 0 3,8 61 8 5,8
Kusel 10 0 5,3 97 6 13,7
Mainz-Bingen 25 8 2,9 106 12 5,1
Mayen-Koblenz 25 -12 3,2 115 2 5,4
Neuwied 38 5 5,1 128 16 7,1
Rhein-Hunsrück-Kreis 6 -11 1,4 69 -4 6,7
Rhein-Lahn-Kreis 17 -3 3,9 100 4 8,2
Rhein-Pfalz-Kreis 6 -9 1,2 49 20 3,2
Südliche Weinstraße 18 7 3,5 52 14 4,7
Südwestpfalz 12 2 3,7 42 0 4,4
Trier-Saarburg 10 -2 2,0 86 2 5,9
Vulkaneifel 6 4 2,4 28 -5 4,6
Westerwaldkreis 29 1 3,5 96 -19 4,8
Rheinland-Pfalz1 549 -10 3,5 2.463 -25 6,1
kreisfreie Städte 153 -20 3,9 852 10 8,1
Landkreise 393 14 3,4 1.610 -35 5,4
1 Einschließlich Unternehmen und Verbraucher außerhalb des Bundeslandes und Deutschland.