Regionale Unterschiede beim verfügbaren Einkommen

Im Jahr 2016 ist das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte in Rheinland-Pfalz in fast allen Verwaltungsbezirken gestiegen. Mit 90,3 Milliarden Euro lag der Wert nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems um gut zwei Milliarden Euro oder 2,6 Prozent über dem Wert von 2015. Damit standen jeder Einwohnerin bzw. jedem Einwohner im Landesdurchschnitt 22.240 Euro zur Verfügung; das waren nominal 420 Euro oder 1,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

In den Landkreisen war das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte je Einwohnerin bzw. Einwohner mit durchschnittlich 22.762 Euro höher als in den kreisfreien Städten mit 20.757 Euro. Im Vergleich der Landkreise erreichten die Einwohnerinnen und Einwohner in Bad Dürkheim mit 25.615 Euro das höchste Pro-Kopf-Einkommen, im Landkreis Kusel waren es durchschnittlich nur 20.564 Euro. Bei den kreisfreien Städten reichte die Spannweite von 25.391 Euro in Neustadt an der Weinstraße bis 18.796 Euro in Kaiserslautern. Zu beachten ist, dass das verfügbare Einkommen am Wohnort der Erwerbstätigen und nicht am Arbeitsort nachgewiesen wird.

Zwischen 2000 und 2016 stieg das Pro-Kopf-Einkommen in den Landkreisen im Mittel stärker als in den kreisfreien Städten (plus 43 bzw. plus 32 Prozent). Dies ist sowohl auf die unterschiedliche Entwicklung des verfügbaren Einkommens als auch der Einwohnerzahl zurückzuführen. Das verfügbare Einkommen nahm in den Landkreisen um 42 Prozent zu und in den kreisfreien Städten um 39 Prozent. Die kreisfreien Städte verzeichneten zwischen 2000 und 2016 einen Bevölkerungszuwachs von 5,4 Prozent, insbesondere aufgrund der deutlichen Zunahme der Einwohnerzahlen in den Universitätsstädten Mainz, Trier und Landau. In den Landkreisen ging die Zahl der Einwohner dagegen um 0,7 Prozent zurück.

Den stärksten Anstieg des Pro-Kopf-Einkommens gegenüber dem Jahr 2000 verzeichneten unter den Städten Speyer mit plus 48 Prozent, gefolgt von Neustadt an der Weinstraße mit plus 39 Prozent. Dagegen nahm das Einkommen je Einwohnerin bzw. Einwohner in Mainz nur um gut 25 Prozent zu. Ein Grund für diesen vergleichsweisen schwachen Anstieg ist die Einführung der Zweitwohnsitzabgabe im Jahr 2005, die zu einem kräftigen Bevölkerungszuwachs führte. Vor allem Studenten, die in der Regel über kein größeres Einkommen verfügen, wandelten damals ihren Nebenwohnsitz in einen Hauptwohnsitz um.

Den höchsten Zuwachs beim Pro-Kopf-Einkommen unter den Landkreisen erzielten der Rhein-Hunsrück-Kreis und der Landkreis Trier-Saarburg mit jeweils 54 Prozent sowie der Eifelkreis Bitburg-Prüm mit knapp 53 Prozent. Die zwei letztgenannten Kreise liegen – wie auch die Stadt Trier – im Einzugsbereich von Luxemburg. Da immer mehr Menschen aus den grenznahen Gebieten dorthin zur Arbeit pendeln, profitiert die Region von der dynamischen wirtschaftlichen Entwicklung des Großherzogtums.

Unter den Ländern nimmt Rheinland-Pfalz hinter Hamburg, Bayern, Baden-Württemberg sowie Hessen Rang fünf ein und liegt über dem Bundesdurchschnitt von 21.919 Euro.
Das Pro-Kopf-Einkommen in einem Land oder in einer Region ist eine Kennzahl der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen, die keine Aussagen darüber erlaubt, wie sich das Einkommen auf die Bevölkerung verteilt.

Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte umfasst sämtliche empfangenen Erwerbs- und Vermögenseinkommen einschließlich der empfangenen laufenden Übertragungen (wie Renten, Arbeitslosengeld usw.) und abzüglich der geleisteten laufenden Übertragungen (vor allem direkte Steuern und Sozialbeiträge). Es entspricht damit dem Einkommen, das den privaten Haushalten letztlich zufließt und dass sie für Konsum- oder Sparzwecke verwenden können. Der Berechnung des verfügbaren Einkommens liegt das Inländer- oder Wohnortkonzept zugrunde. Die Veränderungen des verfügbaren Einkommens sind in jeweiligen Preisen angegeben, d. h. die Preisentwicklung wird nicht berücksichtigt.

Die Ergebnisse sind abgestimmt auf den Berechnungsstand des Statistischen Bundesamtes vom August 2017. Die Berechnung für das Jahr 2016 erfolgte erstmalig, die Werte der Jahre 2012 bis 2015 wurden überarbeitet. Da die Regionalisierung eine Vielzahl an statistischen Basisinformationen erfordert, liegen die Kreisergebnisse erst mit einer Zeitverzögerung von knapp zwei Jahren vor.

Weitere Informationen finden Sie im Internetangebot des Arbeitskreises „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“ unter www.vgrdl.de.

Autor: Jochen Küpper (Sachgebiet VGR, ETR, Arbeitsmarkt, Verdienste / Preise)

 

Verfügbares Einkommen der privaten Haushalte und Bevölkerung1 2016 nach Verwaltungsbezirken
Verwaltungsbezirk Verfügbares Einkommen Bevölkerung (Jahresdurchschnitt)
Millionen
Euro
Anteil am Land Verän-derung gegenüber 2015 je Einwohner/-in Anzahl Verän-derung gegenüber 2015 Verän-derung gegenüber 2000
% Euro Landeswert
=100
%
Kreisfreie Städte
Frankenthal (Pfalz) 1.027 1,1 2,3 21.226 95,4 48.432 0,7 1,3
Kaiserslautern 1.859 2,1 2,3 18.796 84,5 98.938 1,0 0,4
Koblenz 2.378 2,6 2,2 21.029 94,6 113.119 1,0 4,1
Landau i. d. Pfalz 970 1,1 2,6 21.233 95,5 45.710 1,7 12,1
Ludwigshafen a. Rh. 3.212 3,6 1,9 19.390 87,2 165.694 0,8 3,9
Mainz 4.554 5,0 2,4 21.515 96,7 211.680 1,6 15,5
Neustadt a. d. Weinstr. 1.348 1,5 2,6 25.391 114,2 53.128 0,6 -0,9
Pirmasens 791 0,9 1,8 19.649 88,3 40.294 0,5 -12,1
Speyer 1.203 1,3 2,8 23.860 107,3 50.442 0,7 1,5
Trier 2.234 2,5 3,1 19.857 89,3 112.541 0,7 12,6
Worms 1.672 1,9 2,4 20.300 91,3 82.374 1,0 4,1
Zweibrücken 678 0,8 1,8 19.751 88,8 34.368 0,6 -4,2
Landkreise
Ahrweiler 2.942 3,3 3,0 22.962 103,2 128.138 0,7 -0,4
Altenkirchen (Ww.) 2.733 3,0 2,4 21.176 95,2 129.092 0,3 -5,7
Alzey-Worms 2.842 3,1 2,7 22.245 100,0 127.764 0,9 3,1
Bad Dürkheim 3.396 3,8 2,6 25.615 115,2 132.607 0,5 -0,2
Bad Kreuznach 3.406 3,8 2,6 21.680 97,5 157.135 0,5 -0,1
Bernkastel-Wittlich 2.521 2,8 2,7 22.529 101,3 111.940 0,5 -1,3
Birkenfeld 1.736 1,9 2,3 21.504 96,7 80.732 0,1 -10,4
Cochem-Zell 1.354 1,5 2,7 21.797 98,0 62.156 -0,1 -4,2
Donnersbergkreis 1.608 1,8 2,7 21.375 96,1 75.243 0,2 -4,2
Eifelkreis Bitburg-Prüm 2.089 2,3 3,5 21.403 96,2 97.628 0,8 0,3
Germersheim 2.838 3,1 2,7 22.212 99,9 127.778 0,8 4,0
Kaiserslautern 2.203 2,4 2,7 20.931 94,1 105.263 0,6 -4,5
Kusel 1.459 1,6 2,6 20.564 92,5 70.976 0,0 -10,5
Mainz-Bingen 5.309 5,9 2,8 25.408 114,2 208.990 1,1 8,4
Mayen-Koblenz 4.651 5,2 2,6 21.895 98,4 212.470 0,6 1,0
Neuwied 4.106 4,5 2,5 22.672 101,9 181.125 0,6 -1,6
Rhein-Hunsrück-Kreis 2.386 2,6 2,6 23.219 104,4 102.804 0,5 -3,6
Rhein-Lahn-Kreis 2.681 3,0 2,5 21.785 98,0 123.076 0,4 -4,6
Rhein-Pfalz-Kreis 3.875 4,3 2,6 25.441 114,4 152.321 1,0 4,4
Südliche Weinstraße 2.593 2,9 2,7 23.424 105,3 110.729 0,5 1,6
Südwestpfalz 2.161 2,4 2,6 22.459 101,0 96.242 -0,2 -8,8
Trier-Saarburg 3.334 3,7 3,6 22.541 101,4 147.944 0,9 6,5
Vulkaneifel 1.294 1,4 2,7 21.292 95,7 60.801 0,0 -6,2
Westerwaldkreis 4.838 5,4 2,5 24.108 108,4 200.692 0,5 -1,0
Rheinland-Pfalz 90.282 100,0 2,6 22.240 100,0 4.059.451 0,7 0,8
kreisfreie Städte 21.928 24,3 2,4 20.757 93,3 1.056.720 1,0 5,4
Landkreise 68.354 75,7 2,7 22.762 102,3 3.003.646 0,6 -0,7
1 Fortschreibung bzw. Rückrechnung des Bevölkerungsstandes auf Basis des Zensus 2011 (Jahresdurchschnitt)