Höhere Investitionen im Nichtwohnbau

Das Investitionsvolumen für geplante Nichtwohngebäude ist in Rheinland-Pfalz im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Landesamt beliefen sich die veranschlagten Kosten auf rund 1,5 Milliarden Euro, das waren 41 Prozent mehr als im Jahr zuvor und stellte zugleich den höchsten Wert in den vergangenen zehn Jahre dar. Je Neubauvorhaben stiegen die veranschlagten Baukosten um gut 55 Prozent auf 1,03 Mio. Euro (2017: 660.000 Euro).

Die Zahl der Baugenehmigungen im Nichtwohnbau ging im Jahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr zurück. Die Bauaufsichtsbehörden bewilligten Bau von 1.461 neuen Nichtwohngebäuden, das waren knapp neun Prozent weniger als im Jahr 2017. Dagegen erhöhte sich der umbaute Raum gegenüber dem Vorjahr um rund 25 Prozent auf gut 10,7 Millionen Kubikmeter.

Gebäudearten

Fast 62 Prozent der genehmigten neuen Gebäude waren nichtlandwirtschaftliche Betriebsgebäude. Hierunter fallen insbesondere Handels- und Lagergebäude (minus 21 Prozent gegenüber 2017), Fabrik- und Werkstattgebäude (minus 6,6 Prozent) sowie Hotels und Gaststätten (plus 54 Prozent). Zudem wurden im Jahr 2018 u. a. Baugenehmigungen für 193 landwirtschaftliche Betriebsgebäude (minus 4 Prozent) und 142 Büro- und Verwaltungsgebäude (plus 20 Prozent) erteilt.

Bauherren

Mehr als 66 Prozent der Bauherren waren Unternehmen. Die Zahl der Baugenehmigungen in diesem Bereich stieg auf 965 (plus 3 Prozent). Bei den privaten Bauherren gab es hingegen eine deutliche Abnahme auf 325 Genehmigungen (minus 29 Prozent).

Die Ergebnisse stammen aus der Statistik der Baugenehmigungen. Die Bauaufsichtsbehörden melden die von ihnen erteilten Baugenehmigungen monatlich an das Statistische Landesamt. In der Statistik können demzufolge nur diejenigen Baugenehmigungen abgebildet werden, die bis zum jeweiligen Schlusstag für die Meldung an die Statistik beim Statistischen Landesamt eingegangen sind und plausible Angaben beinhalten. Abgelehnte Anträge auf Baugenehmigung fließen nicht in die Statistik ein.

Die vorliegende Pressemitteilung hat ausschließlich die erteilten Baugenehmigungen für den Neubau von Nichtwohngebäuden zum Gegenstand. Die erteilten Baugenehmigungen für Baumaßnahmen an bestehenden Nichtwohngebäuden sowie die erteilten Baugenehmigungen für Wohngebäude werden nicht dargestellt.

Autor: Dr. Dirk Schneider (Referat Steuern, Verwaltungsstatistiken)

 

Baugenehmigungen im Nichtwohnbau 2017 und 2018 nach Gebäudearten und Bauherren (Errichtung neuer Gebäude)
Merkmal Einheit 2017 2018 Veränderung
in %
Nichtwohngebäude insgesamt Anzahl 1.605 1.461 -9,0
Anstaltsgebäude Anzahl 18 20 11,1
Büro- und Verwaltungsgebäude Anzahl 118 142 20,3
landwirtschaftliche Betriebsgebäude Anzahl 201 193 -4,0
nichtlandwirtschaftliche Betriebsgebäude Anzahl 1.091 904 -17,1
darunter:
Fabrik- und Werkstattgebäude Anzahl 196 183 -6,6
Handels- und Lagergebäude Anzahl 482 379 -21,4
Hotels und Gaststätten Anzahl 28 43 53,6
sonstige Nichtwohngebäude Anzahl 177 202 14,1
Bauherren
öffentliche Bauherren Anzahl 145 128 -11,7
Unternehmen Anzahl 941 965 2,6
private Haushalte Anzahl 463 325 -29,8
Organisationen ohne Erwerbszweck Anzahl 56 43 -23,2
Rauminhalt 1.000 m³ 8.555 10.711 25,2
Nutzfläche 100 m² 12.406 16.031 29,2
Veranschlagte Baukosten
je Bauvorhaben 1.000 Euro 660 1.025 55,2
Baukosten insgesamt 1.000 Euro 1.059.599 1.497.357 41,3
öffentliche Bauherren 1.000 Euro 165.255 268.267 62,3
Unternehmen 1.000 Euro 754.733 1.077.946 42,8
private Haushalte 1.000 Euro 77.045 50.579 -34,4
Organisationen ohne Erwerbszweck 1.000 Euro 62.566 100.565 60,7