Europawahl 2019 – Statistisches Landesamt analysiert Ergebnisse in der Wahlnacht

Das Statistische Landesamt in Bad Ems hat die Ergebnisse der Europawahl noch in der Wahlnacht analysiert. Die Statistische Analyse identifiziert unter anderem regionale Schwerpunktgebiete der Parteien und betrachtet Zusammenhänge zwischen Wahlergebnissen und demografischen, ökonomischen sowie sozialen Einflussgrößen.

Bei der neunten Wahl zum Europäischen Parlament musste die CDU ihr bisher schlechtestes Ergebnis bei einer Landtags-, Bundestags- oder Europawahl in Rheinland-Pfalz hinnehmen. Dennoch wird sie mit 31,3 Prozent deutlich stärkste Partei. Überdurchschnittliche Ergebnisse erzielt sie vor allem im nördlichen Rheinland-Pfalz. Die Christdemokraten erobern acht Kreise bzw. kreisfreie Städte von der SPD zurück, verlieren aber die Universitätsstädte Landau, Mainz und Trier an die GRÜNEN.

Die SPD verzeichnet noch größere Stimmenverluste als die CDU. Sie kann nur noch 21,3 Prozent der Stimmen für sich verbuchen, das sind 9,4 Prozentpunkte weniger als bei der Europawahl 2014. Der Stimmenanteil der SPD erreicht damit – ebenso wie der Anteil der CDU – einen historischen Tiefstand in Rheinland-Pfalz. Regionale Schwerpunkte der SPD liegen im westlichen Teil der Region Rheinhessen-Nahe, in der nördlichen Westpfalz sowie rund um Trier.

Die GRÜNEN verbuchen die größten Zugewinne. Ihr Stimmenanteil hat sich gegenüber der vorherigen Europawahl mehr als verdoppelt und steigt von 8,1 Prozent auf 16,7 Prozent. Damit erzielt die Partei bei dieser Wahl ihr bisher bestes Ergebnis in Rheinland-Pfalz. Zu den Schwerpunktgebieten der GRÜNEN zählen traditionell neben der Landeshauptstadt Mainz und Umgebung auch die Universitätsstädte Trier und Landau. In allen drei Städten ist sie bei dieser Wahl erstmals stärkste Kraft.

Auch die AfD verbucht ein deutliches Plus und erreicht einen Stimmenanteil von 9,8 Prozent. Die Partei bewarb sich zum zweiten Mal um Mandate des Europaparlaments. Im Jahr 2014 erzielte sie einen Stimmenanteil von 6,7 Prozent. Von den 52 Schwerpunktgebieten der AfD liegen alleine 42 in der Pfalz.

Die FDP verzeichnete ebenfalls Gewinne: Ihr Stimmenanteil liegt bei 5,8 Prozent, das sind 2,1 Prozentpunkte mehr als bei der letzten Europawahl. Fünf Jahre zuvor musste die Partei starke Verluste hinnehmen. Die Liberalen gewinnen flächendeckend Stimmenanteile hinzu, in den Landkreisen stärker als in den kreisfreien Städten.

Auf die Partei DIE LINKE entfallen 3,1 Prozent der gültigen Stimmen, das sind etwas weniger als fünf Jahre zuvor (–0,6 Prozentpunkte). DIE LINKE liegt damit nur knapp vor den FREIEN WÄHLERN, die 2,9 Prozent der gültigen Stimmen erreichen. Die Partei DIE LINKE erzielt ihre besten Ergebnisse in städtischen Gebieten.

Die Wahlbeteiligung ist mit einem Plus von 7,9 Prozentpunkten kräftig gestiegen. Jedoch wird die hohe Wahlbeteiligung der 80er-Jahre nicht erreicht. Auch bei der Europawahl hat die Bedeutung der Briefwahl zugenommen; 44,2 Prozent der Wählerinnen und Wähler nutzen diesen Weg für die Stimmabgabe.

Die Statistische Analyse steht unter www.statistik.rlp.de/ew2019 zum Download bereit.