Bruttoinlandsprodukt 2017 in den meisten Städten und Landkreisen gestiegen

Fast alle rheinland-pfälzischen Verwaltungsbezirke verzeichneten 2017 einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts in jeweiligen Preisen. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems nahm die Summe aller produzierten Waren und Dienstleistungen in den kreisfreien Städten mit plus 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr etwas stärker zu als in den Landkreisen (plus 2,5 Prozent).

Den höchsten Zuwachs der Wirtschaftsleistung verzeichneten der Landkreis Bad Dürkheim mit plus 5,1 Prozent, der Donnersbergkreis mit plus 4,9 Prozent sowie die kreisfreie Stadt Worms mit plus 4,5 Prozent. Dagegen verringerte sich das Bruttoinlandsprodukt in den Landkreisen Germersheim (minus 3,3 Prozent) und Mainz-Bingen (minus 0,5 Prozent).

Die Summe der in Rheinland-Pfalz produzierten Waren und Dienstleistungen betrug 2017 nominal 143,7 Milliarden Euro. Davon wurden 60 Prozent in den Landkreisen und 40 Prozent in den kreisfreien Städten erwirtschaftet. Die drei größten Städte des Landes – Ludwigshafen, Mainz und Koblenz – erwirtschafteten nahezu ein Viertel der rheinland-pfälzischen Wirtschaftsleistung. Auf die vier wirtschaftsstärksten Landkreise – Mainz-Bingen, Westerwaldkreis, Mayen-Koblenz und Neuwied – entfielen rund 19 Prozent des Landeswertes.

Das Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigen – auch als Arbeitsproduktivität bezeichnet – ist 2017 gegenüber dem Vorjahr im Landesdurchschnitt um 1,7 Prozent auf 71.106 Euro gestiegen. In den kreisfreien Städten lag der Pro-Kopf-Wert mit 76.288 Euro deutlich über dem Wert der Landkreise (67.975 Euro). Der Durchschnitt der Städte wird allerdings maßgeblich von Ludwigshafen beeinflusst; dort war die Wirtschaftsleistung je Erwerbstätigen mit 112.656 Euro wesentlich höher als im Landesdurchschnitt. Im Vergleich der Landkreise wies Mainz-Bingen mit 92.270 Euro das höchste Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigen auf. Die niedrigste Arbeitsproduktivität wurde unter den kreisfreien Städten in Pirmasens mit 56.371 Euro und unter den Landkreisen in Cochem-Zell mit 60.707 Euro registriert.

In den meisten Verwaltungsbezirken erbringen die Dienstleistungsbereiche den größten Teil der Wertschöpfung. Durchschnittlich wurden in den Landkreisen 63 Prozent und in den kreisfreien Städten gut 65 Prozent der Bruttowertschöpfung im tertiären Sektor erwirtschaftet. In den Städten Koblenz, Mainz und Neustadt an der Weinstraße lag der Anteil der Dienstleistungsbereiche sogar über 80 Prozent. In der kreisfreien Stadt Ludwigshafen und im Landkreis Germersheim dominierte dagegen das Produzierende Gewerbe die Wirtschaftsstruktur mit einem Anteil von 69 bzw. 56 Prozent. Im Landesdurchschnitt lag der Anteil des sekundären Sektors bei 35 Prozent und der Anteil des tertiären Sektors bei 64 Prozent.

Die langfristige Betrachtung zeigt, dass sich das Bruttoinlandsprodukt in jeweiligen Preisen in den Landkreisen und kreisfreien Städten sehr unterschiedlich entwickelt hat. Zwischen 2000 und 2017 fiel der Zuwachs in den Landkreisen mit plus 59 Prozent deutlich höher aus als in den kreisfreien Städten mit plus 44 Prozent. Am stärksten hat die nominale Wirtschaftsleistung in den Landkreisen Germersheim (plus 100 Prozent), Mainz-Bingen (plus 87 Prozent) und dem Donnersbergkreis (plus 76 Prozent) zugelegt. Den höchsten Anstieg unter den kreisfreien Städten gab es in Speyer (plus 69 Prozent). Im Landkreis Kusel und in der kreisfreien Stadt Pirmasens nahm das Bruttoinlandsprodukt dagegen nur um 22 bzw. 24 Prozent zu. Beim Vergleich nominaler Veränderungsraten ist aber zu beachten, dass hier auch Preisänderungen enthalten sind.

Das Bruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen umfasst den Wert aller in einem abgegrenzten Wirtschaftsgebiet produzierten Waren und Dienstleistungen abzüglich der bei der Produktion verbrauchten Güter. Es ist Ausdruck der in einer bestimmten Region erbrachten wirtschaftlichen Leistung in einer Periode. Es entspricht der Summe der Bruttowertschöpfung zu Herstellungspreisen der Wirtschaftsbereiche zuzüglich des Saldos aus Gütersteuern und Gütersubventionen.

Die Ergebnisse sind abgestimmt auf den Berechnungsstand des Statistischen Bundesamtes vom August 2018. Zusammen mit der Berechnung der Ergebnisse für 2017 wurden die Ergebnisse der Jahre 2014 bis 2016 überarbeitet.

Weitere Informationen finden Sie im Internetangebot des Arbeitskreises „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“ unter www.vgrdl.de.

Autor: Jochen Küpper (Sachgebiet VGR, ETR, Arbeitsmarkt)

 

Bruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen und Erwerbstätige 2017 nach Verwaltungsbezirken
Verwaltungsbezirk Bruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen Erwerbstätige
Millionen
Euro
Anteil am Land Verän-derung gegenüber 2016 Verän-derung gegenüber 2000 je Erwerbstätigen 1.000 Verän-derung gegenüber 2016 Verän-derung gegenüber 2000
% Euro Landeswert
=100
%
Kreisfreie Städte
Frankenthal (Pfalz) 1.618 82,3 2,3 44,1 70.404 111,8 23,0 1,2 6,4
Kaiserslautern 4.845 246,6 2,0 44,0 67.337 106,9 71,9 1,5 12,6
Koblenz 8.067 410,6 2,2 40,2 74.748 118,7 107,9 1,9 12,5
Landau i. d. Pfalz 1.939 98,7 3,6 62,4 59.997 95,3 32,3 1,5 22,5
Ludwigshafen a. Rh. 14.325 729,1 3,8 47,8 112.656 178,9 127,2 0,6 11,0
Mainz 11.917 606,6 2,1 33,5 76.163 121,0 156,5 0,5 13,6
Neustadt a. d. Weinstr. 1.653 84,1 3,3 43,2 58.450 92,8 28,3 0,3 4,1
Pirmasens 1.513 77,0 1,9 23,8 56.371 89,5 26,8 0,8 0,0
Speyer 2.628 133,8 3,6 68,6 66.211 105,2 39,7 1,2 22,4
Trier 4.823 245,5 0,9 48,7 59.740 94,9 80,7 -0,2 10,0
Worms 3.109 158,2 4,5 62,8 69.669 110,6 44,6 1,8 18,0
Zweibrücken 1.639 83,4 3,4 54,7 73.479 116,7 22,3 0,1 -2,4
Landkreise
Ahrweiler 3.350 170,5 3,1 58,5 62.499 99,3 53,6 2,0 14,1
Altenkirchen (Ww.) 3.551 180,7 3,5 41,7 63.371 100,6 56,0 2,3 5,9
Alzey-Worms 3.205 163,1 2,5 56,4 68.912 109,4 46,5 2,5 22,8
Bad Dürkheim 3.093 157,4 5,1 44,9 63.695 101,2 48,6 0,5 11,6
Bad Kreuznach 4.880 248,4 3,1 59,2 64.778 102,9 75,3 0,8 10,9
Bernkastel-Wittlich 3.749 190,8 2,3 71,1 63.453 100,8 59,1 1,5 10,6
Birkenfeld 2.424 123,4 2,7 40,4 62.414 99,1 38,8 0,4 -4,1
Cochem-Zell 1.910 97,2 3,3 56,2 60.707 96,4 31,5 0,8 8,8
Donnersbergkreis 2.281 116,1 4,9 75,8 73.567 116,8 31,0 0,8 14,2
Eifelkreis Bitburg-Prüm 2.792 142,1 4,2 57,6 66.115 105,0 42,2 0,6 10,8
Germersheim 4.759 242,2 -3,3 100,5 79.460 126,2 59,9 1,2 19,2
Kaiserslautern 2.280 116,1 0,0 59,3 63.927 101,5 35,7 0,2 15,0
Kusel 1.239 63,1 2,9 22,2 61.585 97,8 20,1 0,5 -12,1
Mainz-Bingen 7.360 374,6 -0,5 86,9 92.270 146,5 79,8 0,6 25,6
Mayen-Koblenz 6.758 344,0 3,7 59,8 69.266 110,0 97,6 -0,8 15,0
Neuwied 5.711 290,7 3,6 39,1 68.463 108,7 83,4 1,4 4,1
Rhein-Hunsrück-Kreis 3.625 184,5 3,7 61,8 65.338 103,8 55,5 1,9 18,0
Rhein-Lahn-Kreis 3.216 163,7 4,4 41,4 64.426 102,3 49,9 2,1 4,8
Rhein-Pfalz-Kreis 2.883 146,7 3,8 61,0 63.989 101,6 45,1 0,9 23,4
Südliche Weinstraße 2.925 148,9 3,7 63,3 63.366 100,6 46,2 2,0 19,8
Südwestpfalz 1.570 79,9 1,0 32,8 65.134 103,4 24,1 -0,5 -10,2
Trier-Saarburg 3.039 154,7 1,4 66,0 61.728 98,0 49,2 0,4 18,9
Vulkaneifel 1.965 100,0 2,0 53,8 62.966 100,0 31,2 0,4 15,7
Westerwaldkreis 7.089 360,8 3,6 62,4 71.000 112,8 99,9 1,0 10,1
Rheinland-Pfalz 143.730 7315,3 2,6 52,7 71.106 112,9 2.021,4 1,0 11,9
kreisfreie Städte 58.076 2955,8 2,8 44,5 76.288 121,2 761,3 0,9 11,9
Landkreise 85.654 4359,5 2,5 58,8 67.975 108,0 1.260,1 1,0 12,0