Weniger Wohngeldhaushalte in Rheinland-Pfalz – Ausgaben für Bund und Land rückläufig

Ende 2018 bezogen in Rheinland-Pfalz rund 24.600 Haushalte Wohngeld. Das waren nach Angaben des Statistischen Landesamtes knapp 1.800 bzw. 6,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Die überwiegende Mehrheit der betroffenen Haushalte (21.900 bzw. 89 Prozent) erhielt Wohngeld als Zuschuss zur Miete, den übrigen 2.700 Empfängerhaushalten wurde es als Zuschuss zu den Kosten selbst genutzten Wohneigentums gewährt (Lastenzuschuss). In knapp 96 Prozent der Haushalte hatten alle Mitglieder einen Anspruch auf Wohngeld. In den restlichen Fällen wohnten Personen mit und ohne Wohngeldanspruch in sogenannten wohngeldrechtlichen Teilhaushalten zusammen.

Im Jahr 2018 brachten Bund und Land insgesamt knapp 44,7 Millionen Euro für Wohngeld auf. Davon entfielen rund 37,5 Millionen Euro (84 Prozent) auf Mietzuschüsse, während für den Lastenzuschuss weitere 7,1 Millionen Euro (16 Prozent) aufgewendet wurden. Gegenüber dem Vorjahr sind die Wohngeldausgaben um rund 5 Millionen Euro bzw. 10 Prozent gesunken.

Der durchschnittliche monatliche Wohngeldanspruch je Empfängerhaushalt lag Ende 2018 – wie schon im Vorjahr – bei 154 Euro. Die höchsten Zuschüsse im Jahr 2018 wurden mit durchschnittlich 207 Euro im Rhein-Pfalz-Kreis gewährt, gefolgt von den kreisfreien Städten Ludwigshafen (194 Euro) und Mainz (191 Euro). Am niedrigsten fielen die Zuschussbeträge in der kreisfreien Stadt Pirmasens (117 Euro) aus.

Pirmasens wies bezogen auf die Bevölkerung die relativ höchste Zahl an Empfängerhaushalten auf. Auf 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner kamen dort etwa 13 Haushalte mit Wohngeldbezug; dahinter folgten Trier und Koblenz, die mit elf bzw. neun wohngeldbeziehenden Haushalten auch jeweils deutlich oberhalb des Landesschnitts von sechs Wohngeldhaushalten liegen. Mit einem Wert von etwa drei wurde im Landkreis Trier-Saarburg die niedrigste Quote ermittelt.

Wohngeld ist ein vom Bund und den Ländern je zur Hälfte getragener Zuschuss zu den Wohnkosten. Er wird einkommensschwachen Haushalten gewährt, damit diese die Aufwendungen für angemessenen und familiengerechten Wohnraum tragen können. Die Höhe des Wohngeldes richtet sich nach der Zahl der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder, der zu berücksichtigenden Miete bzw. Belastung sowie dem Gesamteinkommen des Haushaltes.

Die Wohngeldstatistik dient der Gewinnung umfassender, aktueller und zuverlässiger statistischer Informationen über die sozialen und finanziellen Auswirkungen des Wohngeldgesetzes. Die Ergebnisse bieten den politisch Verantwortlichen die notwendigen statistischen Grundlagen für Planungen und Entscheidungen. Sie sind darüber hinaus auch für die Verwaltung, die Wissenschaft sowie die breite Öffentlichkeit bestimmt.

Zur Erstellung der Wohngeldstatistik erhält das Statistische Landesamt regelmäßig Angaben aus Verwaltungsdaten der rheinland-pfälzischen Wohngeldbehörden; das sind in der Regel die Verwaltungen der kreisfreien Städte, der Landkreise und der großen kreisangehörigen Städte. Diese Daten werden vierteljährlich aufbereitet.

Die Vergleichbarkeit der Daten ist durch die mehrfachen Wohngeldnovellen nur bedingt gegeben.
Seit der Einführung des Wohngeldes im Jahr 1965 ist das Wohngeld mehrfach unter anderem an die Miet- und Einkommensentwicklung angepasst worden. Zuletzt wurden die Wohngeldleistungen im Zuge einer zum 1. Januar 2016 in Kraft tretenden Reform erhöht und somit an die Entwicklung der Mieten und Einkommen angepasst.

Die Zahl Empfängerhaushalte bezieht sich auf den Stichtag 31. Dezember, die Ausgaben auf das gesamte Jahr.

Autor: Markus Elz (Referat Soziales, Gesundheit, Rechtspflege)

 

Empfängerhaushalte von Wohngeld am 31.12.2018 sowie gezahlte Wohngeldbeträge 2018 nach Verwaltungsbezirken
Verwaltungsbezirk Empfängerhaushalte3 am 31.12. Gezahlte Wohngeldbeträge im Jahr
ins-
gesamt
je 1000
Einwohner/-innen1
darunter mit Mietzuschuss darunter reine Wohngeld-haushalte ins-
gesamt
monatlicher Durchschnitts-betrag je Empfänger-haushalt3 je Einwohner/-in2
Anzahl % 1000 EUR EUR
kreisfreie Städte
Frankenthal (Pfalz) 339 7,0 91,7 98,5 645 154 13
Kaiserslautern 512 5,1 96,3 98,8 910 141 9
Koblenz 1.062 9,3 97,7 94,4 2.154 160 19
Landau i. d. Pfalz 388 8,3 93,3 97,9 646 142 14
Ludwigshafen a. Rh. 1.047 6,1 95,7 98,7 2.322 194 14
Mainz 1.167 5,4 97,1 97,1 2.790 191 13
Neustadt a. d. Weinstr. 395 7,4 95,2 94,9 739 151 14
Pirmasens 519 12,8 93,4 96,7 707 117 17
Speyer 397 7,9 95,7 97,0 762 153 15
Trier 1.213 11,0 97,2 96,9 2.375 163 22
Worms 638 7,7 94,0 92,8 1.215 157 15
Zweibrücken 265 7,7 93,6 98,9 404 129 12
Landkreise
Ahrweiler 859 6,6 90,3 92,7 1.534 163 12
Altenkirchen (Ww.) 790 6,1 80,5 98,4 1.444 152 11
Alzey-Worms 569 4,4 85,8 97,9 903 171 7
Bad Dürkheim 600 4,5 91,5 93,8 1.151 149 9
Bad Kreuznach 1.225 7,7 89,3 95,4 2.005 139 13
Bernkastel-Wittlich 456 4,1 72,6 98,0 748 137 7
Birkenfeld 667 8,3 78,9 93,6 997 128 12
Cochem-Zell 346 5,6 69,7 99,7 647 145 11
Donnersbergkreis 539 7,2 86,1 90,9 1.049 148 14
Eifelkreis Bitburg-Prüm 416 4,2 81,5 98,3 678 139 7
Germersheim 479 3,7 91,4 96,5 833 154 6
Kaiserslautern 592 5,6 80,6 98,1 1.290 179 12
Kusel 378 5,4 77,2 89,7 627 129 9
Mainz-Bingen 952 4,5 90,4 98,0 1.834 184 9
Mayen-Koblenz 1.615 7,5 91,0 94,3 2.593 146 12
Neuwied 1.176 6,5 87,2 96,7 2.080 157 11
Rhein-Hunsrück-Kreis 573 5,6 90,6 85,9 852 122 8
Rhein-Lahn-Kreis 813 6,6 89,4 95,8 1.276 134 10
Rhein-Pfalz-Kreis 695 4,5 88,6 98,0 1.694 207 11
Südliche Weinstraße 495 4,5 89,1 98,2 731 135 7
Südwestpfalz 476 5,0 71,8 96,8 840 155 9
Trier-Saarburg 464 3,1 88,1 94,6 730 124 5
Vulkaneifel 368 6,1 78,5 98,1 586 139 10
Westerwaldkreis 1.152 5,7 84,8 92,7 1.878 133 9
Rheinland-Pfalz 24.637 6,0 89,0 95,8 44.669 154 11
1 Bevölkerung am 31.12.2018.
2 Durchschnittsbevölkerung 2018.
3 Reine Wohngeld- sowie Mischhaushalte