Umsatzrückgänge und niedriger Beschäftigungsanstieg in der Industrie

Die Umsätze der rheinland-pfälzischen Industrie gehen zurück. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems lagen die Erlöse von Januar bis Juli um 6,1 Prozent niedriger als im gleichen Vorjahreszeitraum (Deutschland: 0,0 Prozent). Die Zahl der Beschäftigten in der rheinland-pfälzischen Industrie ist im Juli 2019 zwar erneut gestiegen, markiert aber mit 0,7 Prozent den niedrigsten Zuwachs im Jahr 2019 (Deutschland: plus 0,6 Prozent).

Die Umsatzerlöse lagen von Januar bis Juli 2019 bei 55,63 Milliarden Euro. Die inländischen Umsätze gingen um 3,5 Prozent und die Auslandsumsätze um acht Prozent zurück. (Deutschland: minus 1,0 und plus 0,9 Prozent). Die Rückgänge der Auslandsgeschäfte schlagen sich in einer niedrigeren Exportquote nieder: Sie lag von Januar bis Juli 2019 mit 56,8 Prozent um 1,2 Prozentpunkte unter dem Wert des Vorjahreszeitraums.

Nur in zwei der zehn umsatzstärksten Industriebranchen lagen die Erlöse in den ersten sieben Monaten in 2019 über dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Die mit Abstand größte prozentuale Umsatzsteigerung verbuchten die Hersteller von Kraftwagen und Kraftwagenteilen (plus 13,3 Prozent). Dahinter folgen die Hersteller von Nahrungs- und Futtermitteln (plus 4,3 Prozent). Den größten Rückgang verzeichnete die Pharmaindustrie (minus 62,4 Prozent). Die Entwicklung in der Pharmaindustrie wird von Sondereffekten überlagert und spiegelt nicht die allgemeine Entwicklung der Branche wider. Umsatzrückgänge gab es auch im Maschinenbau und bei den Herstellern von Papier- und Pappe. Allerdings beliefen sich die Abnahmen mit 6,4 und sechs Prozent auf einem deutlich niedrigeren Niveau.

Beschäftigte

Insgesamt waren in den ersten sieben Monaten durchschnittlich rund 262.240 Personen in den rheinland-pfälzischen Industriebetrieben beschäftigt. Gegenüber dem Vergleichszeitraum 2018 erhöhte sich der Beschäftigtenstand um 1,2 Prozent (Deutschland: plus 1,4 Prozent). Mit dem niedrigsten Wert für das Jahr 2019 zeigen sich im Juli auch hier die Spuren der konjunkturellen Abkühlung. Sieben der zehn bedeutendsten Industriezweige gemessen am Umsatz wiesen eine positive Entwicklung auf. Das größte Plus verzeichneten die Hersteller von Nahrungs- und Futtermitteln (plus 2,9 Prozent), dicht gefolgt von den Herstellern von Glas, Glaswaren, Keramik und Verarbeitung von Steinen und Erden (plus 2,6 Prozent). Die größten Rückgänge bei der Belegschaft gab es in der Papierindustrie (minus 2,5 Prozent).

Die Daten stammen aus dem Monatsbericht für Betriebe im Verarbeitenden Gewerbe sowie im Bergbau und der Gewinnung von Steinen und Erden, zu dem die Betriebe mit 50 und mehr Beschäftigten regelmäßig melden. Befragt werden rund 1.000 Betriebe. Die Betriebe werden nach dem wirtschaftlichen Schwerpunkt ihrer Tätigkeit eindeutig einer Industriebranche zugeordnet. Die gemeldeten Umsätze und Beschäftigtenzahlen werden dann vollständig diesem Wirtschaftsbereich zugerechnet, auch wenn der Betrieb noch in weiteren Wirtschaftszweigen tätig ist. Durch Veränderungen in der Produktionsstruktur kann sich der wirtschaftliche Schwerpunkt eines Betriebes im Zeitverlauf ändern. In diesem Fall wird der Betrieb dann seinem neuen Schwerpunkt entsprechend einem anderen Wirtschaftszweig zugeordnet. Diese Umsetzungen werden stets zu Beginn eines neuen Berichtsjahres vollzogen.

Autorin: Petra Wohnus (Referat Unternehmensstatistiken)

 

Umsätze und Beschäftigte in der rheinland-pfälzischen Industrie von Januar bis Juli 2019¹ nach ausgewählten Wirtschaftszweigen
Wirtschaftszweig Beschäftigte Umsatz
Januar - Juli 2019 Veränderung
gegenüber dem
Vorjahreszeitraum
Januar - Juli 2019 Veränderung
gegenüber dem
Vorjahreszeitraum
Anzahl % 1.000 Euro %
Herstellung von chemischen Erzeugnissen 46.160 1,5 17.173.970 -3,4
Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen 21.678 -1,1 8.047.250 13,3
Maschinenbau 38.394 0,4 6.108.874 -6,4
Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren 22.983 0,9 3.213.444 -2,9
Herstellung von Metallerzeugnissen 23.303 1,9 2.542.154 -1,0
Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln 13.598 2,9 2.465.191 4,3
Herstellung von Papier, Pappe und Waren daraus 9.729 -2,5 2.193.533 -6,0
Metallerzeugung und -bearbeitung 9.006 -1,5 2.132.519 -3,1
Herstellung von pharmazeutischen Erzeugnissen 10.415 1,0 2.057.574 -62,4
Herstellung von Glas und Glaswaren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden 14.224 2,6 1.840.457 0,1
Getränkeherstellung 5.397 -1,6 1.648.813 -5,8
Herstellung von elektrischen Ausrüstungen 9.257 5,6 1.042.262 1,6
Herstellung von Holz-, Flecht-, Korb- und Korkwaren (ohne Möbel) 6.515 1,6 942.162 3,8
Reparatur und Installation von Maschinen und Ausrüstungen 8.213 15,1 720.675 25,2
Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen 5.802 4,3 564.759 -5,7
Verarbeitendes Gewerbe sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden 262.240 1,2 55.626.982 -6,1
Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden 252 -12,5 11.819 -12,8
Verarbeitendes Gewerbe 261.988 1,2 55.615.162 -6,1
1 Vorläufig.