Immer weniger Wohnungen werden mit Öl beheizt

Die Zahl der rheinland-pfälzischen Wohnungen, die überwiegend mit Öl beheizt werden, ist in den vergangenen Jahren weiter zurückgegangen. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, heizten die Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer 2018 in rund 559.100 Wohnungen überwiegend mit Öl. Das entsprach einem Anteil von gut 31 Prozent. Im Vergleich zu 2014 waren dies knapp 4.800 Wohnungen weniger (minus 0,9 Prozent). Gegenüber 2006 beläuft sich der Rückgang sogar auf 87.500 Wohnungen (minus 14 Prozent). Diese und weitere Ergebnisse zur aktuellen Wohnsituation der Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer sind in der Gemeinschaftsveröffentlichung der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder „Wohnen in Deutschland. Zusatzprogramm des Mikrozensus 2018“ enthalten.

Gut eine Woche ist es her, seit sich die Große Koalition auf ein neues Klimaschutzpaket geeinigt hat. Die Daten des Mikrozensuszusatzprogramms 2018 geben vor diesem Hintergrund unter anderem Hinweise darauf, wie weit unter den Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzern unter anderem die Nutzung fossiler und erneuerbarer Energiearten zur Beheizung ihrer Wohnungen verbreitet ist. Demnach haben alternative Energien in Rheinland-Pfalz in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Zwar lag der Anteil der regenerativen Energiearten Sonnenenergie, Biogas und Biomasse (außer Holz) sowie Abluft, Erd- und andere Umweltwärme bei der Beheizung rheinland-pfälzischer Wohnungen 2018 erst bei 2,8 Prozent (plus 1 Prozentpunkt gegenüber 2014). Jedoch wird von den seit 2011 fertiggestellten Wohnungen bereits mehr als jede dritte Wohnung überwiegend mit einer der genannten regenerativen Energiearten beheizt (35 Prozent). Gas stellt nach wie vor die am weitesten verbreitete Energieart dar. Das gilt sowohl für die Gesamtheit aller bewohnten Wohnungen in rheinland-pfälzischen Wohngebäuden (53 Prozent) als auch für die erst seit 2011 neu fertiggestellten Wohnungen (40 Prozent).

In Rheinland-Pfalz kommt dem Heizen mit Öl im Vergleich der Bundesländer noch immer eine vergleichsweise hohe Bedeutung zu. Nur in Bayern (36 Prozent), Baden-Württemberg (34 Prozent) und im Saarland (33 Prozent) wurden 2018 anteilig mehr Wohnungen überwiegend mit Öl beheizt. Am seltensten griffen die Einwohnerinnen und Einwohner dagegen in Brandenburg und in Hamburg auf Heizöl zurück (jeweils elf Prozent der Wohnungen). Deutschlandweit lag der Anteilswert bei 23 Prozent.

Neben Angaben zu den genutzten Heizenergieträgern bietet die Gemeinschaftsveröffentlichung „Wohnen in Deutschland“ zahlreiche weitere Informationen rund um die Wohnbedingungen und die Wohnverhältnisse der Bürgerinnen und Bürger. So informiert sie unter anderem über die Miet- und Eigentumsverhältnisse, die Höhe der Mietkosten und die Mietbelastung der Bürgerinnen und Bürger sowie die Verteilung des Wohnraums nach verschiedenen soziodemografischen Merkmalen.

Mit Blick auf die Mietbelastung der Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer zeigt sich, dass 2018 jeweils etwa ein Drittel der Haushalte mit Hauptmieterstatus weniger als 20 Prozent, 20 bis unter 30 Prozent bzw. mehr als 30 Prozent ihres monatlichen Haushaltsnettoeinkommens für ihre Mietkosten (Bruttokaltmiete) aufbringen mussten. Sieben Prozent der Haushalte mussten sogar mehr als die Hälfte ihres monatlichen Haushaltsnettoeinkommens dafür zurückhalten.

Die durchschnittliche Mietbelastungsquote – das ist der Anteil der Bruttokaltmiete am Haushaltsnettoeinkommen – lag 2018 in Rheinland-Pfalz bei 27,3 Prozent und damit auf einem ähnlichen Niveau wie bereits vier Jahre zuvor (26,8 Prozent). Kleinere Haushalte wurden dabei im Mittel stärker belastet als größere Haushalte, was nicht zuletzt auf die jeweilige Altersstruktur und das eher urbanere Wohnumfeld kleinerer Haushalte zurückzuführen sein dürfte. Während Einpersonenhaushalte im Mittel rund 31 Prozent ihres Haushaltsnettoeinkommens für Mietkosten (Bruttokaltmiete) aufwenden mussten, belief sich die Mietbelastungsquote bei Zweipersonenhaushalten nur auf 24 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens. War die Haupteinkommensbezieherin bzw. der Haupteinkommensbezieher des Haushalts jünger als 25 bzw. älter als 65 Jahre musste ebenfalls mit einer deutlich höheren Mietbelastung gerechnet werden, als bei Haushalten, deren Haupteinkommensbezieherin bzw. Haupteinkommensbezieher im Kernerwerbsalter war. Während das Haushaltsnettoeinkommen von jüngeren Haupteinkommensbeziehern unter 25 Jahren und älteren Haupteinkommensbeziehern ab 65 Jahren jeweils zu etwa 32 Prozent durch Mietzahlungen belastet wurde, belief sich der Mietaufwand in der Gruppe der 25- bis unter 45-Jährigen nur auf 25 Prozent und in der Gruppe der 45- bis unter 65-Jährigen auf 27 Prozent.

Im Vergleich der Bundesländer bewegt sich die Mietbelastungsquote in Rheinland-Pfalz nahe am bundesweiten Durchschnitt (27,2 Prozent). Am stärksten fiel sie 2018 in den Stadtstaaten Hamburg und Bremen aus (30,4 bzw. 29,8 Prozent), am niedrigsten war sie in den beiden ostdeutschen Ländern Sachsen und Thüringen (22,7 bzw. 23,1 Prozent).

Die Gemeinschaftsveröffentlichung der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder steht unter dem Link Wohnen in Deutschland kostenfrei zum Download bereit.

Die Daten stammen aus der Mikrozensuszusatzerhebung Wohnen 2018. Alle vier Jahre werden die Befragten im Rahmen des Mikrozensus neben einer Auskunft zu ihren allgemeinen soziodemografischen und -ökonomischen Verhältnissen auch um Auskunft zu ihrer Wohnsituation und ihren Wohnverhältnissen gebeten. Grundlage für die Auswertungen ist eine Hochrechnung der 1-Prozent-Stichprobe auf Basis der Bevölkerung in Privathaushalten am Hauptwohnsitz bzw. auf den Wohnungsbestand in Rheinland-Pfalz. Die Stichprobe des jährlich erhobenen Mikrozensus umfasst in Rheinland-Pfalz ca. 20.000 Haushalte.

Autor: Sebastian Fückel (Referatsleiter Analysen Staat, Soziales)