Immer mehr rheinland-pfälzische Studienberechtigte zieht es in die Nachbarländer

Im Wintersemester 2018/19 entschieden sich rund 67.000 rheinland-pfälzische Studienberechtigte für ein Studium in einem anderen Bundesland. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, waren das ein Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders gefragt waren die Hochschulen in den angrenzenden Ländern Nordrhein-Westfalen (19.500), Baden-Württemberg (15.800) und Hessen (14.500).

Umgekehrt studierten 57.300 junge Erwachsene in Rheinland-Pfalz, die ihre Hochschulzugangsberechtigung in einem anderen Bundesland erworben haben. Neben den Studierenden aus anderen Bundesländern waren rund 11.700 Studierende mit einer im Ausland erworbenen Studienberechtigung an einer der rheinland-pfälzischen Hochschulen immatrikuliert. Insgesamt kamen 56 Prozent der Studierenden aus anderen Bundesländern oder dem Ausland.

Wird die Abwanderung von rheinland-pfälzischen Studienberechtigten von den aus anderen Bundesländern zugezogenen Studierenden abgezogen, ergibt sich der sogenannte Studierendenwanderungssaldo. Obwohl aus dem Saarland (plus 5.600), Niedersachsen (plus 700), Hessen und Schleswig-Holstein (jeweils plus 300) mehr Studierende zugewandert als dorthin abgewandert sind, ist der Studierendenwanderungssaldo im Wintersemester 2018/19 mit minus 9.700 deutlich negativ ausgefallen. Grund dafür ist, dass wesentlich mehr rheinland-pfälzische Studienberechtigte in den Ländern Nordrhein-Westfalen (minus 7.100), Baden-Württemberg (minus 4.300) und Berlin (minus 1.900) ein Studium aufgenommen haben als umgekehrt.

Mit Blick auf die Entwicklung der vergangenen Jahre wird deutlich, dass der zunächst positive Wanderungssaldo kontinuierlich zurückging und seit 2014/15 negativ ausfällt. Ursache dafür ist unter anderem der Wegfall der Studiengebühren in den anderen Bundesländern und die hohe Attraktivität einzelner Hochschulen in benachbarten Bundesländern, beispielsweise die „Exzellenz-Universitäten“ in Aachen, Bonn (seit 2019), Karlsruhe, Köln (bis 2019) und Heidelberg.

Auffällig ist, dass der negative Studierendenwanderungssaldo bei Männern (minus 8.200) wesentlich stärker ausfiel als bei den Frauen (minus 1.500). Diese unterschiedliche Entwicklung ist ein Hinweis darauf, dass an rheinland-pfälzischen Hochschulen Bedarf besteht, insbesondere die Attraktivität von Studiengängen zu fördern, die traditioneller eher von Männern belegt werden.

Die Daten stammen aus der Studierendenstatistik. Diese Daten werden von den Hochschulen für alle Studierenden im Wintersemester sowie für alle Erstimmatrikulierten und Exmatrikulierten auch im Sommersemester an die statistischen Landesämter gemeldet. Die Auswertung der Studierendenströme über Landesgrenzen hinweg erfolgt durch das Statistische Bundesamt.

Autor: Dr. Marco Schröder (Referat Bildung)