Schülerzahl an berufsbildenden Schulen erneut gesunken

Zu Beginn des Schuljahres 2019/20 besuchten rund 115.500 Jugendliche und junge Erwachsene eine berufsbildende Schule in Rheinland-Pfalz. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, war das der niedrigste Wert der vergangenen 22 Jahre. Gegenüber dem Vorjahr sank die Schülerzahl um etwa 2.200, im Zehnjahresvergleich sogar um rund 16.900. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf den demografischen Wandel und die zunehmende Studierneigung zurückzuführen.

Rund 78 Prozent der Schülerinnen und Schüler an berufsbildenden Schulen absolvierten eine Aus- oder Weiterbildung; elf Prozent besuchten eine Schulform, die auf dem „zweiten Bildungsweg“ zur Erlangung der Hochschulreife führt. Etwa 10,5 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen nahmen an einer beruflichen Übergangs- oder Integrationsmaßnahme teil.

Integration von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund

Rund 18.100 Schülerinnen und Schüler an berufsbildenden Schulen hatten einen Migrationshintergrund. Obwohl 2009/10 mehr Jugendliche und junge Erwachsene einen Migrationshintergrund besaßen (18.600; 14 Prozent), war ihr Anteil im laufenden Schuljahr 2019/20 an der Gesamtschülerzahl mit rund 16 Prozent der höchste innerhalb der letzten zehn Jahre.
Am häufigsten kamen die Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund aus Syrien (2.200), gefolgt von Afghanistan (1.200) und Russland (930). Insbesondere die Zahl der in Rumänien und Kosovo (jeweils plus 22 Prozent) sowie in Syrien (plus 20 Prozent) und Iran (plus 19 Prozent) geborenen Schülerinnen und Schüler wuchs gegenüber dem Vorjahr vergleichsweise deutlich.

Herkunftsspezifische Unterschiede an berufsbildenden Schulen

Zwischen Schülerinnen und Schülern mit und ohne Migrationshintergrund bestehen auch an berufsbildenden Schulen weiterhin Unterschiede. Während Heranwachsende und junge Erwachsene ohne Migrationshintergrund sich nur zu neun Prozent in einem Angebot des beruflichen Übergangs befanden, waren es unter denjenigen mit Migrationshintergrund 21 Prozent. Wurden die seit 2015 zugezogenen Schülerinnen und Schüler in Syrien, Afghanistan, Iran und Irak geboren, lag der Anteil sogar bei 40 Prozent. Das ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass in Rheinland-Pfalz unter anderem mit dem Bildungsgang „Berufsvorbereitungsjahr Sprache“ ein Bildungsangebot an Berufsschulen etabliert wurde, in dem insbesondere migrationserfahrene Jugendliche sprachlich gefördert und gesellschaftlich integriert werden.

Bei der Wahl der Ausbildungsberufe zeigten sich hingegen nur geringe Unterschiede zwischen Schülerinnen und Schülern mit und ohne Migrationshintergrund. Bei beiden Personengruppen waren 2019/20 die Ausbildungen in den Berufen „Erzieher/-in“ und „Elektroniker/-in“ am beliebtesten. Gesundheitsberufe wurden hingegen unter den Auszubildenden mit Migrationshintergrund etwas häufiger gewählt. So waren bei ihnen die Ausbildungen in der Altenpflege (Platz 4), der Gesundheits- und Krankenpflege (Platz 5) sowie zur zahnmedizinischen Fachangestellten bzw. zum zahnmedizinischen Fachangestellten (Platz 6) unter den meistgewählten Berufen.

Die Zahlen stammen aus der Statistik der berufsbildenden Schulen. Bei diesen Einrichtungen werden im Rahmen der Erhebung jährlich zum Schuljahresbeginn Daten über Schülerinnen und Schüler, Absolventinnen und Absolventen sowie Lehrkräfte erfragt.

Ein Migrationshintergrund liegt in der amtlichen Schulstatistik vor, wenn eine Schülerin bzw. ein Schüler keine deutsche Staatsangehörigkeit hat, nicht in Deutschland geboren wurde und/oder in der Familie nicht Deutsch spricht.

Autor: Dr. Marco Schröder (Referat Bildung)