Auf jeden Rheinland-Pfälzer kommen 1.973 Quadratmeter Waldfläche – Knapp zwei Prozent der Waldfläche fielen bisher dem Klimawandel zum Opfer

Auf jede Rheinland-Pfälzerin bzw. jeden Rheinland-Pfälzer entfällt rechnerisch eine Fläche für Wald von 1.973 Quadratmeter. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems betrug der Umfang dieser in Teilen stark durch die vergangenen drei Trockenjahre beeinflussten Vegetationsfläche 8.060 Quadratkilometer. Dies entspricht 41 Prozent der Landesfläche. Damit ist Rheinland-Pfalz anteilig das waldreichste Bundesland.

Rund zwei Drittel der Waldfläche entfällt auf Mischwälder. Der Anteil des Laubwaldes liegt bei 21 Prozent. Rund 13 Prozent umfassen die Nadelwälder. Nach Aussagen des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums wurden seit 2018 auf rund 15.000 Hektar die Bäume notgeerntet, weil sie z. B. durch den Borkenkäfer geschädigt waren. Das wären knapp 2 Prozent der Waldfläche. Fichten und sonstiges Nadelholz sind besonders stark betroffen: 2019 wurden 3,6 Millionen Erntefestmeter (ohne Rinde) an Schadholzeinschlag bei den betreffenden Baumarten erfasst (2018: 959.000 Erntefestmeter). 84 Prozent davon wurden 2019 aufgrund von Insektenbefall eingeschlagen. Auch dieses Jahr ist mit hohen Einschlägen zu rechnen, da noch nicht alle Bestände abgeerntet bzw. weitere abgestorben sind.

Die Gesamtfläche von Rheinland-Pfalz beträgt rund 19.858 Quadratkilometer. Den größten Anteil nimmt die Fläche für Vegetation (84 Prozent) ein. Diese setzt sich im Wesentlichen aus Flächen für die Landwirtschaft (49 Prozent), Wald (48 Prozent) und Gehölz (2,7 Prozent) zusammen. Auf jede Rheinland-Pfälzerin bzw. jeden Rheinland-Pfälzer entfallen 1.985 Quadratmeter Flächen für Landwirtschaft und 1.973 Quadratmeter Waldfläche. Zum Vergleich: Um die Nahrungsmittel für eine Mischernährung bestehend aus pflanzlichen und tierischen Produkten in ausreichender Menge zu erzeugen, werden je nach zugrunde gelegtem Bewirtschaftungsverfahren bzw. herangezogener Studie 2.300 bis 2.500 Quadratmeter landwirtschaftliche Fläche pro Kopf benötigt.

Zu den vom Menschen baulich beeinflussten Flächen zählen die Flächen für Siedlung (1.698 Quadratkilometer) und jene für Verkehr (1.203 Quadratkilometer), für die in Summe knapp 15 Prozent der Landesfläche genutzt werden. Der Fläche für Siedlung liegen mehrere Nutzungsarten zugrunde. Der größte Anteil entfällt mit knapp 41 Prozent auf Wohnbauflächen, gefolgt von Flächen für Sport-, Freizeit- und Erholungsflächen (21 Prozent). Gut 17 Prozent der Fläche dient industriellen und gewerblichen Zwecken. Die Flächen für Verkehr umfassen überwiegend Straßen (43 Prozent) und Wege (49 Prozent).

Methodischer Hinweis:

Aufgrund der intensiven Überprüfung der in dem Amtlichen Liegenschaftskataster Informationssystem erfassten tatsächlichen Nutzung sind Vorjahresvergleiche nur eingeschränkt möglich. Grund dieser Prüfung ist der Einsatz einer geänderten Systematik für die Bodennutzungsarten, die erstmals zum Stichtag 31. Dezember 2016 verwendet wurde.

Die Flächenerhebung nach Art der tatsächlichen Nutzung wertete erstmals zum Stichtag 31.12.2016 das Amtliche Liegenschaftskataster Informationssystem ALKIS®, das von Vermessungs- und Katasterverwaltung Rheinland-Pfalz geführt, aus. Bis zum Stichtag 31.12.2015 wurde das Automatisierte Liegenschaftsbuches (ALB) als Quelle herangezogen. Mit der Umstellung der Datengrundlage für die Auswertung kommt ein neuer Nutzungsartenkatalog zur Anwendung, so dass Vergleiche mit den Vorjahren nur noch sehr eingeschränkt möglich sind. Insbesondere die Nutzungsarten Siedlung und Verkehr sind nicht mit der früheren Siedlungs- und Verkehrsfläche vergleichbar.

Auf den Stand 31.12.2019 aktualisierte Ergebnisse liegen für alle rheinland-pfälzischen Verwaltungsbezirke vor.

Die Holzeinschlagsstatistik liefert Ergebnisse zum Rohholzaufkommen differenziert nach Holzartengruppen und basiert auf Daten von Landesforsten Rheinland-Pfalz (Zentralstelle der Forstverwaltung).

Weiter Informationen können Sie der Pressemitteilung von ‚Landesforsten Rheinland-Pfalz‘ unter folgendem Link entnehmen.

Autor: Dr. Pascal Kremer (Referat Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt, Energie)