Sechs Millionen Hektoliter Weinmost erwartet – deutlich mehr als im Vorjahr

Die Winzer in Rheinland-Pfalz erwarten in diesem Jahr eine überdurchschnittliche Weinmosternte. Die Ernteberichterstatterinnen und Ernteberichterstatter des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz schätzten die Erntemenge für Weinmost Ende August auf rund sechs Millionen Hektoliter, das wären gut fünf Prozent mehr als im langjährigen Durchschnitt und 8,5 Prozent mehr als in den vergangenen Jahr.

Bei ähnlich heiß-trockenem Witterungsverlauf wie 2019 waren 2020 die Niederschläge im Juni ausschlaggebend für die leicht überdurchschnittliche Erntemenge (Durchschnitt 2010 bis 2019: 5,8 Millionen Hektoliter).

Die Erntemenge der weißen Moste übersteigt nach den aktuellen Schätzungen mit 4,2 Millionen Hektoliter den Durchschnitt der Jahre 2010 bis 2019 um rund zehn Prozent. Beim Rotmost liegt die Erntemenge mit 1,8 Millionen Hektoliter leicht unter dem Niveau des langjährigen Mittels von 1,9 Millionen Hektolitern. Zum Vorjahr beträgt die Zunahme der Gesamterntemenge 460.000 Hektoliter.

Riesling ist die mit Abstand wichtigsten Rebsorte im Land: Gut ein Viertel der Erntemenge bzw. 1,5 Millionen Hektoliter werden erwartet. Die Erntemenge liegt knapp 22 Prozent über der von 2019, das ist der größte Zuwachs unter den Leitrebsorten. Mit jeweils rund 0,8 Millionen Hektoliter folgen Müller-Thurgau und Dornfelder. Dornfelder verzeichnet mit einem Minus von 6,2 Prozent die größte Erntemengeneinbuße unter den Leitrebsorten.

Für Rheinhessen – dem größten Weinanbaugebiet Deutschlands – wurde mit knapp 2,5 Millionen Hektoliter eine Erntemenge geschätzt, die dem langjährigen Vergleichswert entspricht. In der Pfalz wird die Erntemenge mit 2,4 Millionen Hektoliter deutlich über dem Durchschnitt 2010 bis 2019 von 2,2 Millionen Hektoliter liegen und damit nahezu die Erntemenge Rheinhessens erreichen. An der Mosel wird mit knapp 0,8 Millionen Hektoliter ebenfalls eine Erntemenge über dem langjährigen Durchschnitt erwartet (plus 4,9 Prozent).

Wegen des Termins, zu dem die Schätzungen erfolgen, sind die Ergebnisse noch mit Unsicherheiten behaftet und Veränderungen aufgrund des weiteren Witterungsverlaufs möglich.

Im Rahmen der Ernte- und Betriebsberichterstattung berichten rund 200 Ernteberichterstatterinnen und Ernteberichterstatter regelmäßig über die Wachstumsstände der Reben und die Weinmosterträge. Bei den Ertragsschätzungen wird stets davon ausgegangen, dass der weitere Witterungsverlauf keine Extreme aufweist.

Autor: Dr. Pascal Kremer (Referat Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt, Energie)