Bauhauptgewerbe im September 2021: Auftragseingänge sinken, Umsätze steigen

Das rheinland-pfälzische Bauhauptgewerbe verzeichnete im September 2021 weniger neue Aufträge als im August. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems gingen die Auftragseingänge kalender- und saisonbereinigt um 7,7 Prozent zurück. Die baugewerblichen Umsätze stiegen hingegen im Vergleich zum Vormonat um 4,4 Prozent.

Trotz des kurzfristigen Rückgangs der Auftragseingänge ist die Zwischenbilanz nach den ersten drei Quartalen positiv: Von Januar bis September 2021 war das Ordervolumen knapp elf Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Allerdings dürften zu dieser Entwicklung auch die stark gestiegenen Baupreise beigetragen haben. Die baugewerblichen Umsätze lagen in den ersten neun Monaten leicht unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums (minus 0,5 Prozent).

Auftragseingänge nach Bauart und Auftraggeber

Der Rückgang des Ordervolumens ist auf die schwächere Nachfrage im Hochbau zurückzuführen. Im Vergleich zum August nahmen die Auftragseingänge um 23 Prozent ab. Der öffentliche Hochbau verzeichnete ein deutliches Minus von 75 Prozent. Aber auch im gewerblichen Hochbau gingen wesentlich weniger Bestellungen ein als im Vormonat (minus 23 Prozent). Derweil stieg die Nachfrage nach Bauleistungen im Wohnungsbau um 2,3 Prozent.

Der Tiefbau verbuchte im Vergleich zum Vormonat ein Plus von sechs Prozent. Getragen wurde diese Entwicklung von einem kräftigen Anstieg der Auftragseingänge im Straßenbau (plus 18 Prozent). Auch die Bestellungen im gewerblichen Tiefbau nahmen zu (plus 3,5 Prozent). Den Zuwächsen steht ein Nachfragerückgang im sonstigen öffentlichen Tiefbau um 13 Prozent gegenüber.

In den ersten neun Monaten des Jahres erhöhte sich das Ordervolumen im Hochbau gegenüber dem Vorjahreszeitraum um elf Prozent. Die Nachfrage im Wohnungsbau legte besonders kräftig zu (plus 37 Prozent). Die Bestellungen im Tiefbau stiegen um 9,8 Prozent.

Baugewerblicher Umsatz nach Bauart und Auftraggeber

Fast alle Teilbereiche des Bauhauptgewerbes erzielten im September höhere Umsätze als im Vormonat. Im Hochbau nahmen sie kalender- und saisonbereinigt um 6,7 Prozent zu. Dazu trug der Wohnungsbau mit einer Umsatzsteigerung um 14 Prozent bei. Im öffentlichen Hochbau stiegen die Erlöse um 9,9 Prozent, während die Erlöse im gewerblichen Hochbau nahezu unverändert blieben (plus 0,2 Prozent). Auch im Tiefbau erhöhten sich die Umsätze (plus zwei Prozent). Der gewerbliche Tiefbau und der sonstige öffentliche Tiefbau verbuchten Zuwächse von 8,4 bzw. 5,2 Prozent. Nur der Straßenbau verzeichnete einen Rückgang um 2,9 Prozent.

Im Zeitraum Januar bis September waren die Erlöse im Hochbau um 3,3 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Ausschlaggebend war ein kräftiges Plus im gewerblichen Hochbau von 14 Prozent. Die Umsätze des Tiefbaus lagen dagegen 4,2 Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Besonders stark sanken sie im sonstigen öffentlichen Tiefbau (minus 15 Prozent).

Mit der Konjunkturmeldung im Bauhauptgewerbe wird die monatliche Entwicklung der Auftragseingänge sowie des baugewerblichen Umsatzes im Bauhauptgewerbe insgesamt, in den Teilbereichen Hochbau und Tiefbau sowie in der Gliederung nach Bauart und Auftraggeber bereitgestellt. Um kurzfristige Veränderungen aufzuzeigen, liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem Vergleich der kalender- und saisonbereinigten Werte mit dem jeweiligen Vormonat. Ergänzend werden die Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahresmonat oder zum jeweiligen Vorjahreszeitraum angegeben. Weitere Erläuterungen

Autor: Moritz Hohlstein (Referat Analysen Wirtschaft)

Tabelle: Konjunktur im Bauhauptgewerbe in Rheinland-PfalzLiniendiagramm: Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe 2016 bis 2021 nach MonatenLiniendiagramm: Baugewerblicher Umsatz im Bauhauptgewerbe 2016 bis 2021 nach Monaten