Bauhauptgewerbe im Juli 2022: Geringes Plus bei den Auftragseingängen, kräftiger Zuwachs bei den Umsätzen

Die Auftragseingänge des rheinland-pfälzischen Bauhauptgewerbes stiegen im Juli 2022 nur geringfügig. Sie lagen nach Angaben des Statistischen Landesamtes kalender- und saisonbereinigt um 0,3 Prozent über dem Niveau des Vormonats. Der baugewerbliche Umsatz erhöhte sich deutlich um 7,2 Prozent.

Verglichen mit dem Vorjahresmonat schrumpfte der Wert der neuen Bestellungen um 17 Prozent. Die Umsätze lagen hingegen 16 Prozent über dem Niveau von Juli 2021. Bei den Ergebnissen handelt es sich um nominale, d. h. nicht preisbereinigte, Werte. Um Preisveränderungen bereinigt dürfte die Entwicklung bei den Auftragseingängen und den Umsätzen deutlich schwächer verlaufen sein, da die Preise für Bauleistungen in den vergangenen Monaten stark anzogen.

Auftragseingänge nach Bauart und Auftraggeber

Der Tiefbau erhielt im Juli 2022 kalender- und saisonbereinigt mehr neue Aufträge als im Vormonat (plus 4,6 Prozent). Dazu trugen der Straßenbau (plus 13 Prozent) und der sonstige öffentliche Tiefbau (plus 7,9 Prozent) bei. Dagegen sank das Ordervolumen des gewerblichen Tiefbaus um 14 Prozent. Im Hochbau ging der Wert der neuen Bestellungen im Juli um drei Prozent zurück. Dies ist auf eine schrumpfende Nachfrage im Wohnungsbau und im gewerblichen Hochbau zurückzuführen (minus 9,2 bzw. minus 5,6 Prozent), die ein deutlicher Zuwachs im öffentlichen Hochbau nicht ausgleichen konnte (plus 29 Prozent).

Verglichen mit Juli 2021 sank das Ordervolumen im Hochbau um 18 Prozent. Im Tiefbau belief sich das Minus gegenüber dem Vorjahresmonat auf 15 Prozent.

Baugewerblicher Umsatz nach Bauart und Auftraggeber

Der Hochbau erzielte im Juli 2022 höhere baugewerbliche Umsätze als im Vormonat. Kalender- und saisonbereinigt setzte der Bereich 8,1 Prozent mehr um als im Juni. Am kräftigsten stiegen die Erlöse im gewerblichen Hochbau (plus 24 Prozent). Auch die Umsätze im öffentlichen Hochbau legten zu (plus 1,9 Prozent). Dagegen verbuchten die Unternehmen im Teilbereich Wohnungsbau einen Umsatzrückgang (minus fünf Prozent). Die Erlöse im Tiefbau stiegen um 6,3 Prozent. Alle drei Teilbereiche erwirtschafteten im Juli ein Umsatzplus. Den größten Zuwachs erreichte der Straßenbau (plus 9,3 Prozent). Im gewerblichen Tiefbau und im sonstigen öffentlichen Tiefbau nahmen die Erlöse um 4,7 bzw. 3,3 Prozent zu.

Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhten sich die Erlöse im Tiefbau um 21 und im Hochbau um zwölf Prozent.

Mit der Konjunkturmeldung im Bauhauptgewerbe wird die monatliche Entwicklung der Auftragseingänge sowie des baugewerblichen Umsatzes im Bauhauptgewerbe insgesamt, in den Teilbereichen Hochbau und Tiefbau sowie in der Gliederung nach Bauart und Auftraggeber bereitgestellt. Um kurzfristige Veränderungen aufzuzeigen, liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem Vergleich der kalender- und saisonbereinigten Werte mit dem jeweiligen Vormonat. Ergänzend werden die Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahresmonat oder zum jeweiligen Vorjahreszeitraum angegeben. Weitere Erläuterungen

Autor: Matthias Kowalczyk (Referat Analysen Wirtschaft)

Tabelle: Konjunktur im Bauhauptgewerbe in Rheinland-Pfalz
Liniendiagramm: Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe 2017 bis 2022 nach MonatenLiniendiagramm: Baugewerblicher Umsatz im Bauhauptgewerbe 2017 bis 2022 nach Monaten