Investitionen in der Industrie 2021 unter Vor-Corona-Niveau

Die rheinland-pfälzischen Industriebetriebe investierten 2021 mehr als im coronageprägten Jahr 2020, aber noch weniger als im Vor-Corona-Jahr 2019. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems wurden 2021 rund 3,2 Milliarden Euro für Maschinen und Anlagen sowie für Grundstücke und Gebäude aufgewendet. Das waren 7,1 Prozent mehr als 2020, jedoch 6,4 Prozent weniger gegenüber 2019.

Deutschlandweit wurde im Vergleich zu 2020 rund 2,9 Prozent mehr ausgegeben; gegenüber 2019 waren es elf Prozent weniger.

Aufgrund des stärkeren Umsatzanstiegs in 2021 gegenüber 2020 (plus 17 Prozent) sank die Investitionsquote, gemessen als Anteil der Investitionen am Gesamtumsatz, um 0,2 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent.

Vier Wirtschaftszweige tätigten knapp die Hälfte aller Investitionen: 24 Prozent erfolgten in der Chemischen Industrie mit rund 775 Millionen Euro. Die Gummi- und Kunststoffwarenindustrie sowie der Maschinenbau investierten 312 bzw. 257 Millionen Euro (Anteile: zehn bzw. acht Prozent). Rund 248 Millionen bzw. 7,7 Prozent wendeten die Hersteller von Metallerzeugnissen auf.

Trotz der besseren Konjunkturlage in 2021 lagen in vier der zehn umsatzstärksten Branchen die Investitionsmittel niedriger als in 2020. Die Chemische Industrie reduzierte 2021 gegenüber dem Vorjahr die Bruttoanlageinvestitionen um 17 Prozent. Rückgänge gab es auch bei den Herstellern von Nahrungs- und Futtermitteln und bei den Metallerzeugern und -bearbeitern sowie bei den Papier- und Pappeherstellern (minus 4,2, minus sieben bzw. minus 1,6 Prozent). In den weiteren ausgewählten Branchen wurde 2021 mehr investiert als im Vorjahr. Die Zuwächse lagen zwischen 7,2 Prozent bei den Getränkeherstellern und 95 Prozent bei den Herstellern von Korb- und Flechtwaren.

Im Verhältnis zum jeweiligen Umsatz waren die Investitionen bei den Herstellern von Korb- und Flechtwaren am höchsten (7,8 Prozent). Die Hersteller von Gummi- und Kunststoffwaren sowie die Nahrungs- und Futtermittelindustrie folgen mit Investitionsquoten von 5,2 bzw. 4,9 Prozent. In der umsatzstarken Chemischen Industrie waren es 2,5 Prozent. Die niedrigste Quote wies die Kraftwagen- und Kraftwagenteileherstellung auf (1,1 Prozent).

Der Hauptanteil der Bruttoanlageinvestitionen entfiel mit 89 Prozent und einem Volumen von 2,9 Milliarden Euro auf Maschinen, maschinelle Anlagen sowie die Betriebs- und Geschäftsausstattung. Gegenüber dem Vorjahr wurden 9,3 Prozent mehr aufgewendet, gegenüber 2019 allerdings 5,1 Prozent weniger. In Grundstücke und Gebäude flossen rund 344 Millionen Euro (minus 8,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Gegenüber 2019 betrug der Rückgang 16 Prozent.

Die Daten stammen aus der Investitionserhebung der Betriebe im Verarbeitenden Gewerbe sowie im Bergbau und der Gewinnung von Steinen und Erden, zu der die Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten jährlich melden. Befragt werden ca. 2.200 Betriebe. Gesicherte Daten über die getätigten Investitionen liegen bei den Betrieben erst ab der Mitte des auf das Berichtsjahr folgenden Jahres vor. Ein Grund dafür ist, dass das Geschäftsjahr bei Unternehmen vom Kalenderjahr abweichen kann. Die Daten über Investitionen werden in Betrieben und Unternehmen aus dem Rechnungswesen generiert. Schließlich ist es erforderlich, die Daten sogenannter Mehrländerunternehmen zwischen den Bundesländern abzugleichen.

Autorin: Petra Wohnus (Referat Unternehmensstatistiken)

Liniendiagramm: Bruttoanlageinvestitionen der betriebe im Verarbeitenden Gewerbe sowie im Bergbau und der Gewinnung von Steinen und Erden in Rheinland-Pfalz und Deutschland 2011 bis 2021Säulendiagramm: Bruttoanlageinvestitionen der Betriebe im Verarbeitenden Gewerbe sowie im Bergbau und der Gewinnung von Steinen und Erden 2011 bis 2021Liniendiagramm: Bruttoanlageinvestitionen der Betriebe im Verarbeitenden Gewerbe sowie im Bergbau und der Gewinnung von Steinen und Erden nach ausgewählten Anlagearten 2011 bis 2021

Investitionen im Verarbeitenden Gewerbe 2021 nach Wirtschaftszweigen
Wirtschaftszweig1.000 EuroAnteil an
Gesamt-
investitionen
Veränderung
gegenüber
2020
Veränderung
gegenüber
2019
Investitions-
quote1
%
Herstellung von chemischen Erzeugnissen²774.92524,2-16,9-17,42,5
Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren²312.0329,710,3-1,15,2
Maschinenbau²257.4428,051,812,22,4
Herstellung von Metallerzeugnissen²247.3497,737,518,84,6
Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln²238.1607,4-4,24,04,9
Herstellung von pharmazeutischen Erzeugnissen²183.5765,724,910,52,9
Herstellung von Holz-, Flecht-, Korb- und Korkwaren (ohne Möbel)174.2635,494,7144,07,8
Herstellung von Papier, Pappe und Waren daraus²165.9075,2-1,632,13,9
Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen²149.1554,723,1-30,61,1
Herstellung von Glas und Glaswaren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden²148.7244,616,0-33,83,6
Getränkeherstellung²121.0763,87,2-13,74,6
Metallerzeugung und -bearbeitung83.0932,6-7,0-31,52,4
Herstellung von elektrischen Ausrüstungen60.4201,916,3-51,52,9
Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen38.3041,263,911,83,2
Sonstiger Fahrzeugbau23.8730,718,9-13,02,1
Insgesamt3.206.408100,07,1-6,43,1
1 Anteil der Investitionen am Gesamtumsatz. 2 Die zehn wichtigsten Wirtschaftszweige im Verarbeitenden Gewerbe gemessen am Umsatz.