Außenhandel weiterhin rückläufig: Aus- und Einfuhren sinken im Oktober

Die Im- und Exporte der rheinland-pfälzischen Wirtschaft gingen im Oktober 2020 im Vergleich zum Vorjahreswert abermals zurück; allerdings fielen die Veränderungsraten niedriger aus als im September. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems belief sich der Wert der Ausfuhren auf 4,5 Milliarden Euro und war damit um 5,2 Prozent geringer als im Oktober 2019 (Deutschland: minus elf Prozent). Der Warenwert der Einfuhren erreichte 3,2 Milliarden Euro und lag um 3,6 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats (Deutschland: minus 8,9 Prozent).

Ausfuhren

In die EU exportierte die rheinland-pfälzische Wirtschaft Waren im Wert von knapp 2,5 Milliarden Euro, das waren 2,4 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Der Warenabsatz in die Länder der Eurozone reduzierte sich um 1,8 Prozent, die Nachfrage der Länder, die nicht der Eurozone angehören, ging um 4,4 Prozent zurück. Mit einer Veränderungsrate von 15 Prozent nahm die Ausfuhr in die übrigen EU-Länder deutlicher ab; diese Länder weisen aber einen geringeren Anteil am rheinland-pfälzischen Gesamtexportwert auf (12 Prozent).

Nach Asien lieferte die rheinland-pfälzische Wirtschaft einen um 3,2 Prozent geringeren Warenwert als im Vorjahr. Dennoch stieg die Nachfrage aus dem wichtigsten asiatischen Absatzmarkt China um mehr als ein Fünftel. Deutliche Exportrückgänge von 18 Prozent verzeichnete der Handel mit Japan.

Die Ausfuhren nach Amerika zeigten sich mit einem Minus von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahreswert ebenfalls rückläufig. Dabei verringerten sich die Warenlieferungen in die USA um acht Prozent.

Die sechs für den Export besonders bedeutenden Güterabteilungen wiesen im Jahresvergleich fast alle einen negativen Absatzverlauf auf. Ausnahmen bildeten die Güter der Gummi- und Kunststoffindustrie sowie die der Hersteller von Kraftwagen und Kraftwagenteilen (plus 0,7 bzw. plus 0,9 Prozent). Demgegenüber wurden Metalle und chemische Erzeugnisse weniger exportiert als noch im Oktober 2019 (minus 12 bzw. minus neun Prozent). Das Auslandsgeschäft mit Maschinen ging um 14 Prozent zurück.

Einfuhren

Die Rückgänge der Einfuhren im Jahresvergleich zeigten mit einem Minus von 3,6 Prozent gegenüber den Vormonaten eine Erholung. Allerdings verzeichneten die Importe aus den EU-Ländern der Eurozone und der Nicht-Eurozone negative Veränderungsraten im Vergleich zum Vorjahr (minus zehn Prozent bzw. minus vier Prozent). Der aus Asien importierte Warenwert stieg um 8,2 Prozent; dabei erreichten die Einfuhren aus China ein Plus von 6,9 Prozent. Ebenfalls eine positive Entwicklung nahm der Handel mit Amerika; hier wuchsen die Einfuhren um 2,3 Prozent. Der Warenimportwert aus den USA stieg um deutliche 16 Prozent.

Zeitraum Januar bis Oktober

In den ersten zehn Monaten verringerte sich der Wert ausgeführter Waren um elf Prozent und der Importwert um dreizehn Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Prägend für diese Veränderungen waren die kräftigen coronabedingten Einbrüche des Außenhandels im April und Mai. Besonders deutlich fielen die Rückgänge im Außenhandelsgeschäft mit den europäischen Staaten aus.

Die Daten stammen aus der monatlichen Außenhandelsstatistik, die zentral vom Statistischen Bundesamt erhoben und aufbereitet wird. Dabei wird unterschieden zwischen Intrahandelsstatistik (Warenverkehr zwischen EU-Staaten) und Extrahandelsstatistik (Warenverkehr mit Drittländern, d. h. Nicht-EU-Staaten). Grundsätzlich sind alle in Deutschland umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen, die innergemeinschaftliche Warenverkehre durchführen, im Rahmen der Intrahandelsstatistik auskunftspflichtig. Von der Auskunftspflicht befreit sind Unternehmen, deren innergemeinschaftliche Warenverkehre den Wert von 500 000 Euro bei der Versendung und 800 000 Euro bei den Eingängen im Vorjahr bzw. im laufenden Jahr nicht übersteigen. Im Extrahandel werden die bei den Zollstellen anfallenden Zollmeldungen ausgewertet.

Autorin: Dr. Noreen Geenen (Referat Unternehmensstatistiken)

Säulendiagramm: Ausfuhren und Einfuhren von Januar bis Oktober 2010-2020

Balkendiagramm: Ausfuhren im Oktober 2020 nach Güterabteilungen

Balkendiagramm: Ausfuhren von Januar bis Oktober 2020 nach Güterabteilungen

Balkendiagramm: Die zehn wichtigsten Handelspartner Einfuhren im Oktober 2019 und 2020

Balkendiagramm: Die zehn wichtigsten Handelspartner Ausfuhren im Oktober 2019 und 2020

Aus- und Einfuhr nach Ziel- und Herkunftsregionen im Oktober 2019 und Oktober 2020¹
Merkmal20192020Veränderung
in %
Mill. EURAnteil in %Mill. EURAnteil in %
EU-Länder2.54454,12.48255,6-2,4
Eurozone1.91340,61.87842,1-1,8
Nicht Eurozone63113,460413,5-4,4
Übriges Europa63913,654312,2-15,0
Amerika74215,869015,5-6,9
Asien62913,460813,6-3,2
Afrika1202,6962,2-19,6
Australien / Ozeanien320,7431,033,2
Ausfuhr insgesamt4.706100,04.463100,0-5,2
EU-Länder2.09264,01.90960,6-8,8
Eurozone1.63950,21.47446,8-10,1
Nicht Eurozone45313,943513,8-4,0
Übriges Europa33110,135211,26,6
Asien50615,554817,48,2
Amerika2718,32778,82,3
Afrika571,7491,6-13,8
Australien / Ozeanien70,280,27,1
Einfuhr insgesamt3.268100,03.150100,0-3,6
1 vorläufig.
Aus- und Einfuhr nach Ziel- und Herkunftsregionen von Januar bis Oktober 2019 und 2020¹
Merkmal20192020Veränderung
in %
Mill. EURAnteil in %Mill. EURAnteil in %
EU-Länder24.80554,421.64253,3-12,8
Eurozone18.83941,316.52440,7-12,3
Nicht Eurozone5.96613,15.11812,6-14,2
Übriges Europa6.05913,35.15312,7-14,9
Asien6.65314,66.46415,9-2,8
Amerika6.34013,95.93114,6-6,4
Afrika1.2852,89712,4-24,4
Australien / Ozeanien4320,94211,0-2,6
Ausfuhr insgesamt45.579100,040.583100,0-11,0
EU-Länder21.21763,217.96761,3-15,3
Eurozone16.89550,314.01947,8-17,0
Nicht Eurozone4.32212,93.94813,5-8,7
Übriges Europa3.65210,93.08510,5-15,5
Asien5.22815,65.16517,6-1,2
Amerika2.8358,42.5028,5-11,8
Afrika5461,64981,7-8,8
Australien / Ozeanien660,2690,25,3
Einfuhr insgesamt33.576100,029.333100,0-12,6
1 vorläufig.