Außenhandel im März mit deutlichem Plus

Im März 2021 lagen sowohl die Ein- als auch die Ausfuhren über dem Wert des Vorjahresmonats. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems betrugen die Exporte fünf Milliarden Euro; gegenüber März 2020 stiegen sie deutlich um 16 Prozent (Deutschland: plus 16 Prozent). Die Importe erreichten einen Warenwert von 3,7 Milliarden Euro; die Zunahme betrug 18 Prozent (Deutschland: plus 16 Prozent).

Bei diesen Veränderungsraten ist jedoch zu berücksichtigen, dass der Außenhandel im März 2020 bereits durch die Corona-Pandemie beeinträchtigt war. Aber auch bei einem Vergleich mit den Märzergebnissen des Jahres 2019 zeigt sich ein Anstieg: Die Exporte lagen um 5,4 und die Importe um 3,7 Prozent über diesen Vergleichswerten.

Ausfuhren

Die bedeutendsten Handelsbeziehungen bestehen mit den Mitgliedsländern der EU (Anteil am gesamten Export: 56 Prozent). Die Ausfuhren konnten sowohl in die Euro-Länder als auch in die Länder, die nicht zum Euroraum zählen, jeweils um ein Viertel gesteigert werden (jeweils plus 25 Prozent). Hohe Zuwächse mit Raten zwischen 24 und 35 Prozent gab es bei den Exporten nach Polen, Frankreich, Italien, die Niederlande sowie Österreich. Deutlich geringer fiel die Zunahme der Exporte in das übrige Europa aus (plus 4,4 Prozent). Hier wirkten sich die rückläufigen Ausfuhren nach Großbritannien negativ aus (minus 7,7 Prozent).

Die Exporte nach Asien und Amerika legten um 4,5 bzw. 4,3 Prozent zu. Bei den Ausfuhren in den asiatischen Raum wirkte sich das hohe Plus mit China aus positiv (plus 31 Prozent). Dagegen nahmen die Ausfuhren nach Japan um 28 Prozent ab. Der Anstieg der Exporte auf den amerikanischen Kontinent ist vor allem auf die kräftige Zunahme der Ausfuhren nach Brasilien zurückzuführen (plus 43 Prozent). Die Exporte in die USA reduzierten sich dagegen um 3,5 Prozent.

Vier der sechs bedeutendsten Güterabteilungen verbuchten bei den Ausfuhren zweistellige Zuwächse. Die größte Steigerung mit 42 Prozent gab es bei den Kraftwagen und Kraftwagenteilen. Mit einem Plus von 29 Prozent folgten Maschinen und im Weiteren die Gummi- und Kunststofferzeugnisse (plus 18 Prozent) sowie die Chemischen Erzeugnisse (plus 13 Prozent). Die Auslandsnachfrage nach pharmazeutischen Gütern sowie nach Produkten der Metallerzeugung war dagegen rückläufig (minus 12 bzw. 7,1 Prozent).

Einfuhren

Die Einfuhren aus fast allen wichtigen Ländergruppen nahmen zu – mit Ausnahme der Importe aus den europäischen Ländern, die nicht zur EU gehören. Aus den Ländern der EU, den Hauptlieferanten für die rheinland-pfälzischen Warenimporte, wurde 21 Prozent mehr eingeführt. Etwas geringer fiel der Zuwachs bei den Einfuhren aus den Ländern der Eurozone aus (plus 19 Prozent). Die Importe aus den EU-Ländern, die nicht zur Eurozone gehören, stiegen um 28 Prozent. Aufgrund der kräftigen Rückgänge der Importe aus Großbritannien (minus 21 Prozent) und der Schweiz (minus 12 Prozent) lagen die Einfuhren aus der Ländergruppe „übriges Europa“ im Minus (minus 5,9 Prozent).

Um fast drei Viertel im Vergleich zum Vorjahresmonat stiegen die Einfuhren aus China (plus 74 Prozent). Dieses Plus trug wesentlichen zu der positiven Entwicklung der Einfuhren aus dem gesamten asiatischen Raum bei (plus 29 Prozent). Die Zuwächse der Einfuhren aus Amerika erreichten 10 Prozent. Die Importe aus den USA, dem wichtigsten Lieferanten auf diesem Kontinent, legten kräftig zu (plus 20 Prozent).

Zeitraum Januar bis März

Im ersten Quartal stieg sowohl der Wert der aus- als auch der eingeführten Waren (plus 1,1 bzw. plus 1,9 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2020). Die Zunahmen der Exporte in die Partnerländer der EU beliefen sich im ersten Vierteljahr auf 7,2 Prozent; die Importe stiegen um 0,9 Prozent.

Die Daten stammen aus der monatlichen Außenhandelsstatistik, die zentral vom Statistischen Bundesamt erhoben und aufbereitet wird. Dabei wird unterschieden zwischen Intrahandelsstatistik (Warenverkehr zwischen EU-Staaten) und Extrahandelsstatistik (Warenverkehr mit Drittländern, d. h. Nicht-EU-Staaten). Grundsätzlich sind alle in Deutschland umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen, die innergemeinschaftliche Warenverkehre durchführen, im Rahmen der Intrahandelsstatistik auskunftspflichtig. Von der Auskunftspflicht befreit sind Unternehmen, deren innergemeinschaftliche Warenverkehre den Wert von 500 000 Euro bei der Versendung und 800 000 Euro bei den Eingängen im Vorjahr bzw. im laufenden Jahr nicht übersteigen. Im Extrahandel werden die bei den Zollstellen anfallenden Zollmeldungen ausgewertet.
Aus Gründen der Vergleichbarkeit wird die EU auch für 2020 bereits in der Abgrenzung der EU-27, also ohne das Vereinigte Königreich, betrachtet.

Autorin: Petra Wohnus (Referat Unternehmensstatistiken)

Säulendiagramm: Ausfuhren und Einfuhren von Januar bis März 2011 - 2021Liniendiagramm: Ausfuhren 2020 - 2021 nach Monaten

Liniendiagramm: Ausfuhren und Einfuhren 2020 - 2021 nach MonatenBalkendiagramm: Ausfuhren im März 2021 nach GüterabteilungenBalkendiagramm: Ausfuhren von Januar bis März 2021 nach GüterabteilungenBalkendiagramm: Die zehn wichtigsten Handelspartner Einfuhren im März 2020 und 2021Balkendiagramm: Die zehn wichtigsten Handelspartner Ausfuhren im März 2020 und 2021

Aus- und Einfuhr nach Ziel- und Herkunftsregionen im März 2020 und März 2021¹
Merkmal20202021Veränderung
in %
Mill. EURAnteil in %Mill. EURAnteil in %
EU-Länder2.26952,32.84156,425,2
Eurozone1.70639,32.13542,425,2
Nicht Eurozone56313,070614,025,4
Übriges Europa58713,561212,24,4
Asien72016,675214,94,5
Amerika62514,465212,94,3
Afrika982,31172,318,6
Australien / Ozeanien431,0621,245,8
Ausfuhr insgesamt4.341100,05.037100,016,0
EU-Länder1.90960,42.31062,121,0
Eurozone1.49447,31.78047,819,2
Nicht Eurozone41513,153014,227,7
Übriges Europa38712,23649,8-5,9
Asien47114,960916,429,4
Amerika31810,13519,410,4
Afrika682,1762,012,8
Australien / Ozeanien50,260,230,7
Einfuhr insgesamt3.160100,03.721100,017,8
1 vorläufig.
Aus- und Einfuhr nach Ziel- und Herkunftsregionen von Januar bis März 2020 und 2021¹
Merkmal20202021Veränderung
in %
Mill. EURAnteil in %Mill. EURAnteil in %
EU-Länder7.01953,37.52356,57,2
Eurozone5.34340,55.61242,15,0
Nicht Eurozone1.67612,71.91214,314,0
Übriges Europa1.72213,11.55311,7-9,8
Asien2.07015,72.02215,2-2,3
Amerika1.93014,61.76913,3-8,3
Afrika3292,52932,2-11,0
Australien / Ozeanien1080,81611,248,5
Ausfuhr insgesamt13.180100,013.322100,01,1
EU-Länder5.87661,55.92760,90,9
Eurozone4.62848,54.54246,7-1,9
Nicht Eurozone1.24813,11.38514,211,0
Übriges Europa97710,29629,9-1,6
Asien1.54416,21.79918,516,5
Amerika8879,38428,6-5,2
Afrika2322,41671,7-27,9
Australien / Ozeanien190,2200,29,7
Einfuhr insgesamt9.548100,09.729100,01,9
1 vorläufig.