Außenhandel weiterhin auf Normalisierungskurs

Der rheinland-pfälzische Außenhandel entwickelte sich auch im April positiv. Die Ein- und Ausfuhren legten im Vergleich zum Vorjahreswert deutlich zu. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems wuchsen die Exporte gegenüber April 2020 um fast ein Drittel (plus 31 Prozent) auf 4,4 Milliarden Euro. Die Importe erreichten einen Warenwert von 3,4 Milliarden Euro; die Zunahmen betrugen 38 Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland stiegen die Exporte um 48 und die Importe um 34 Prozent.

Bei diesen Veränderungsraten ist zu berücksichtigen, dass der Außenhandel in 2020 zum Teil erheblich von der Corona-Pandemie beeinflusst wurde. Im Vergleich zum April 2019 sanken die Exporte leicht um 1,2 Prozent die Importe erhöhten sich um 6,3 Prozent.  

Ausfuhren

Der Zuwachs der Ausfuhren in die EU-Staaten, in die deutlich mehr als die Hälfte aller Ausfuhren gehen (Anteil: 57 Prozent), betrug 52 Prozent. Noch höhere Steigerungsraten wies der Handel mit den Ländern auf, die nicht der Eurozone angehören (plus 69 Prozent). In die Eurozone betrug der Wertzuwachs der Ausfuhren 47 Prozent. Besonders hoch fielen die Zunahmen nach Polen sowie Frankreich aus (plus 94 bzw. 85 Prozent). Der Anstieg in das übrige Europa fiel mit 27 Prozent niedriger aus.

Der Warenwert der Ausfuhren nach Amerika legte um ein Fünftel zu (plus 21 Prozent). Die Exportbilanz in die USA lag mit 8,3 Prozent im Plus; deutlich höher fielen die Zuwächse nach Brasilien und Mexiko aus (plus 78 bzw. 55 Prozent). Im Gegensatz zu den übrigen Entwicklungen wiesen die Exporte in den asiatischen Raum ein Minus auf (minus 13 Prozent). Dies geht vor allem auf die Ausfuhrrückgänge nach Japan und China (minus 25 bzw. 19 Prozent) zurück.

Sehr hohe Absatzzuwächse verbuchte der Handel mit Kraftwagen und Kraftwagenteilen (plus 243 Prozent). Mit deutlichem Abstand folgen Maschinen sowie Gummi- und Kunststoffwaren (plus 42 bzw. 40 Prozent). Lediglich die Auslandsnachfrage nach pharmazeutischen Gütern fiel schwächer aus als im Vorjahr (minus 22 Prozent).

Einfuhren

Das Importvolumen lag im April mit 3,4 Milliarden um 38 Prozent über dem Vorjahreswert. Mit Ausnahme der Einfuhren aus Amerika wiesen alle Ländergruppen ein Importplus aus. Hauptsächlich stammen die Importe aus der EU (60 Prozent). Der Einfuhranstieg lag hier bei 50 Prozent. Etwas dynamischer entwickelten sich die Einfuhren aus den Ländern der Eurozone (plus 52 Prozent; Zunahme Nicht-Eurozone: plus 43 Prozente). Die Waren aus dem übrigen Europa stiegen deutlich schwächer (plus 21 Prozent). Aufgrund der Zunahmen aus Korea und China (plus 176 bzw. 53 Prozent) verbuchte der asiatische Raum ein Einfuhrplus von 40 Prozent. Weniger Waren aus den USA (minus 17 Prozent) führten zu einem Minus der gesamten Einfuhren aus Amerika (minus 8,5 Prozent).

Zeitraum Januar bis April

In den ersten vier Monaten lagen die Werte der aus- und eingeführten Waren gegenüber den Vorjahresergebnissen im Plus (plus sieben bzw. 9,3 Prozent). Die Exportzunahmen in die Partnerländer der EU beliefen sich auf 16 Prozent; die Importe konnten sich um zehn Prozent steigern.

Die Daten stammen aus der monatlichen Außenhandelsstatistik, die zentral vom Statistischen Bundesamt erhoben und aufbereitet wird. Dabei wird unterschieden zwischen Intrahandelsstatistik (Warenverkehr zwischen EU-Staaten) und Extrahandelsstatistik (Warenverkehr mit Drittländern, d. h. Nicht-EU-Staaten). Grundsätzlich sind alle in Deutschland umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen, die innergemeinschaftliche Warenverkehre durchführen, im Rahmen der Intrahandelsstatistik auskunftspflichtig. Von der Auskunftspflicht befreit sind Unternehmen, deren innergemeinschaftliche Warenverkehre den Wert von 500 000 Euro bei der Versendung und 800 000 Euro bei den Eingängen im Vorjahr bzw. im laufenden Jahr nicht übersteigen. Im Extrahandel werden die bei den Zollstellen anfallenden Zollmeldungen ausgewertet.
Aus Gründen der Vergleichbarkeit wird die EU in der Abgrenzung der EU-27, also ohne das Vereinigte Königreich, betrachtet.   

Autorin: Petra Wohnus (Referat Unternehmensstatistiken)

Aus- und Einfuhr nach Ziel- und Herkunftsregionen von Januar bis April 2020 und 2021¹
Merkmal20202021Veränderung
in %
Mill. EURAnteil in %Mill. EURAnteil in %
EU-Länder8.66552,410.00756,515,5
Eurozone6.60539,97.45242,112,8
Nicht Eurozone2.06012,42.55514,424,0
Übriges Europa2.14913,02.09511,8-2,5
Asien2.74416,62.61214,8-4,8
Amerika2.44814,82.39713,5-2,1
Afrika4062,53862,2-4,7
Australien / Ozeanien1400,82131,252,7
Ausfuhr insgesamt16.551100,017.711100,07,0
EU-Länder7.26160,37.99760,710,1
Eurozone5.70647,36.16346,88,0
Nicht Eurozone1.55512,91.83413,917,9
Übriges Europa1.25110,41.2939,83,4
Asien2.04517,02.50119,022,3
Amerika1.1729,71.1028,4-6,0
Afrika2812,32301,7-18,1
Australien / Ozeanien250,2280,29,9
Einfuhr insgesamt12.051100,013.166100,09,3
1 vorläufig.