Erwerbstätigkeit ging im ersten Quartal 2020 um 0,1 Prozent zurück

In Rheinland-Pfalz arbeiteten nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems im ersten Quartal 2020 knapp 2,03 Millionen Erwerbstätige. Gegenüber dem Vorjahresquartal war dies ein Rückgang um 1.100 Personen bzw. 0,1 Prozent (Deutschland: plus 0,3 Prozent). Das ergaben vorläufige Berechnungen des Arbeitskreises „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“, in dem das Statistische Landesamt Mitglied ist.

Die Zahl der Erwerbstätigen in Rheinland-Pfalz ging erstmals seit dem Beschäftigungseinbruch der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise 2009 und 2010 zurück. Dies dürften bereits Auswirkungen der globalen Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt sein. Im dritten und im vierten Quartal 2019 stieg die Erwerbstätigkeit im Vergleich zum Vorjahresquartal noch um 0,5 bzw. 0,3 Prozent. Zu beachten ist, dass die Kurzarbeitenden nach der Methodik der Erwerbstätigenrechnung zu den Erwerbstätigen und nicht als Erwerbslose zählen. Die Kurzarbeit wirkte somit einem stärkeren Rückgang der Erwerbstätigkeit entgegen.

Zuwächse bei öffentlichen und sonstigen Dienstleistern

Entgegen der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung stieg die Zahl der Erwerbstätigen im Dienstleistungssektor. Im ersten Vierteljahr 2020 arbeiteten dort 3.800 Personen mehr als im Vorjahreszeitraum. Das entspricht einem Anstieg um 0,3 Prozent (Deutschland: plus 0,7 Prozent). Insgesamt waren 1,48 Millionen Menschen im tertiären Sektor tätig (73 Prozent aller Erwerbstätigen). Maßgeblich beeinflusst wurde das Wachstum durch den Teilbereich „Öffentliche und sonstige Dienstleister, Erziehung, Gesundheit“. Dort stieg die Erwerbstätigenzahl um 7.400 bzw. 1,1 Prozent (Deutschland: plus 1,6 Prozent). Dagegen fiel die Erwerbstätigkeit im Teilbereich „Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleister; Grundstücks- und Wohnungswesen“ um 3.200 Personen bzw. 1,2 Prozent (Deutschland: minus 0,6 Prozent). Im Teilbereich „Handel, Verkehr, Gastgewerbe, Information und Kommunikation“ ging die Zahl der Erwerbstätigen um 400 Personen bzw. 0,1 Prozent zurück (Deutschland: plus 0,5 Prozent).

Rückgang der Erwerbstätigkeit im Produzierenden Gewerbe

Im Produzierenden Gewerbe (ohne Baugewerbe) war die Zahl der Erwerbstätigen Personen gegenüber dem Vorjahresquartal zum zweiten Mal in Folge rückläufig. Der Rückgang belief sich auf 4.400 Personen bzw. minus 1,1 Prozent (Deutschland: minus ein Prozent). Im ersten Quartal 2020 arbeiteten rund 389.200 Personen bzw. 19 Prozent aller Erwerbstätigen in diesem Bereich. Die Zahl der Erwerbstätigen im Baugewerbe stieg dagegen um 600 Personen bzw. 0,5 Prozent (Deutschland: plus 0,8 Prozent).
Der Sektor Land- und Forstwirtschaft verzeichnete prozentual den stärksten Rückgang der Erwerbstätigkeit. Die Zahl der Erwerbstätigen fiel im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal um 3,3 Prozent bzw. 1.200 Personen (Deutschland: minus drei Prozent).

Die Darstellung der Erwerbstätigkeit erfolgt als durchschnittliche Größe des jeweiligen Berichtszeitraumes am Arbeitsort (Inlandskonzept), das heißt die Angaben beziehen sich auf Erwerbstätige, die – unabhängig von ihrem Wohnort – ihren Arbeitsplatz im jeweiligen Gebiet hatten. Zu den Erwerbstätigen zählen alle Personen, die als Arbeitnehmer (Arbeiter, Angestellte, Beamte sowie Heimarbeiter und marginal Beschäftigte) oder als Selbstständige einschließlich deren mithelfenden Familienangehörigen eine auf wirtschaftlichen Erwerb gerichtete Tätigkeit ausüben, unabhängig von der Dauer der tatsächlich geleisteten oder vertragsmäßig zu leistenden Arbeitszeit. Im Falle mehrerer Tätigkeiten wird der Erwerbstätige nur einmal gezählt (Personenkonzept).
Die Ergebnisse sind abgestimmt auf den Berechnungsstand des Statistischen Bundesamtes von Mai 2020.
Weitere Informationen finden Sie im Internetangebot des Arbeitskreises „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“ unter www.aketr.de.

Autor: Matthias Kowalczyk (Referat VGR, ETR, Arbeitsmarkt)

 

Erwerbstätige am Arbeitsort 2019 und 2020 nach Ländern
Land20192020
1. Vj.2. Vj.3. Vj.4. Vj.1. Vj.
in 1.000
Baden-Württemberg6.348,66.386,96.396,86.414,96.354,8
Bayern7.664,87.729,67.747,57.767,87.688,4
Berlin2.038,72.055,02.064,12.085,72.072,7
Brandenburg1.116,31.130,71.131,81.133,61.117,3
Bremen435,5436,7437,9439,6436,4
Hamburg1.281,21.288,21.293,21.304,51.298,3
Hessen3.510,33.531,03.543,13.561,03.527,9
Mecklenburg-Vorpommern744,6759,7764,8759,5745,8
Niedersachsen4.108,74.145,74.164,54.171,24.127,8
Nordrhein-Westfalen9.575,09.617,19.646,69.703,09.613,0
Rheinland-Pfalz2.029,92.048,72.055,02.053,02.028,8
Saarland532,8533,7534,3535,1528,6
Sachsen2.050,52.061,02.070,82.078,12.049,9
Sachsen-Anhalt997,21.006,01.008,71.009,4993,6
Schleswig-Holstein1.414,51.430,91.438,11.437,71.420,5
Thüringen1.040,61.046,21.048,11.048,91.032,3
Deutschland44.889,045.207,045.345,045.503,045.036,0
Nachrichtlich:     
Alte Länder (ohne Berlin)36.901,137.148,437.256,837.387,937.024,4
Neue Länder (ohne Berlin)5.949,26.003,66.024,16.029,45.938,9
Veränderung gegenüber dem jeweiligen Vorjahresquartal in %
Baden-Württemberg1,10,90,60,40,1
Bayern1,41,10,90,70,3
Berlin2,52,42,11,81,7
Brandenburg0,70,40,30,20,1
Bremen0,60,50,20,00,2
Hamburg1,51,51,31,21,3
Hessen1,41,21,00,80,5
Mecklenburg-Vorpommern0,20,30,20,00,2
Niedersachsen1,10,90,80,80,5
Nordrhein-Westfalen1,11,00,80,70,4
Rheinland-Pfalz0,90,80,50,3- 0,1
Saarland0,40,1- 0,4- 0,4- 0,8
Sachsen0,60,30,10,00,0
Sachsen-Anhalt0,10,0- 0,2- 0,3- 0,4
Schleswig-Holstein1,21,00,90,80,4
Thüringen0,2- 0,1- 0,4- 0,5- 0,8
Deutschland1,11,00,70,60,3
Nachrichtlich:     
Alte Länder (ohne Berlin)1,21,00,80,60,3
Neue Länder (ohne Berlin)0,40,20,0- 0,1- 0,2
Quelle: Arbeitskreis „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder".
Berechnungsstand des Statistischen Bundesamtes: Mai 2020