Knapp ein Fünftel der Erwerbstätigen in Rheinland-Pfalz arbeitet in den drei größten Städten

Die Zahl der Erwerbstätigen ist nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems 2019 in den Landkreisen mit 0,8 Prozent nur geringfügig stärker gestiegen als in den kreisfreien Städten mit 0,7 Prozent. In den meisten kreisfreien Städten und Landkreisen nahm die Erwerbstätigkeit zu; lediglich in drei kreisfreien Städten sowie drei Landkreisen nahm sie ab. Insgesamt erhöhte sich die Zahl der Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Rheinland-Pfalz 2019 um 0,7 Prozent auf gut 2,05 Millionen.

Davon arbeiteten 1,28 Millionen bzw. 62 Prozent in den 24 Landkreisen und 0,77 Millionen bzw. 38 Prozent in den zwölf kreisfreien Städten. Knapp ein Fünftel aller Erwerbstätigen in Rheinland-Pfalz arbeitete in den drei Städten Mainz, Ludwigshafen und Koblenz. Im Vergleich der Landkreise gab es die meisten Arbeitsplätze im Westerwaldkreis sowie in Mayen-Koblenz.

Typischerweise ist die Arbeitsplatzdichte in den kreisfreien Städten deutlich höher als in den Landkreisen; viele Erwerbstätige pendeln täglich von den Landkreisen in die Städte. In Rheinland-Pfalz kamen 2019 in den kreisfreien Städten auf 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner im Alter von 15 bis 64 Jahren im Durchschnitt 1.078 Erwerbstätige, in den Landkreisen waren es nur 662 Erwerbstätige. Wie schon in den Jahren zuvor wies die kreisfreie Stadt Koblenz die mit Abstand höchste Arbeitsplatzdichte auf. Auf 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner im erwerbsfähigen Alter kamen dort 1.446 Erwerbstätige. Den niedrigsten Wert im Vergleich der 36 Verwaltungsbezirke verzeichnete der Landkreis Südwestpfalz mit 403 Erwerbstätigen je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner im erwerbsfähigen Alter.

Wirtschaftsbereiche

In den kreisfreien Städten sind knapp vier Fünftel aller Erwerbstätigen in den Dienstleistungsbereichen tätig; etwa ein Fünftel hat einen Arbeitsplatz im Produzierenden Gewerbe. Mit einem durchschnittlichen Erwerbstätigenanteil von 0,5 Prozent hat der Bereich „Land- und Forstwirtschaft, Fischerei“ in den kreisfreien Städten nur eine sehr geringe Bedeutung. Den höchsten Anteil an Erwerbstätigen im Produzierenden Gewerbe gibt es in Ludwigshafen (2019: 43 Prozent). Dagegen sind in Mainz 90 Prozent aller Erwerbstätigen in Dienstleistungsbereichen beschäftigt.

In den Landkreisen liegt der Anteil der Erwerbstätigen in den Dienstleistungsbereichen mit 69 Prozent deutlich niedriger als in den kreisfreien Städten. Gut 29 Prozent der Erwerbstätigen in den Landkreisen sind im Produzierenden Gewerbe tätig. Im Bereich „Land- und Forstwirtschaft, Fischerei“ arbeiten drei Prozent der Erwerbstätigen. Einen besonders großen Anteil hat das Produzierende Gewerbe mit 42 Prozent im Landkreis Germersheim. Im Kreis Cochem-Zell arbeiten dagegen nur 19 Prozent der Erwerbstätigen im Produzierenden Gewerbe; hier stellen die Dienstleistungsbereiche mehr als drei Viertel der Arbeitsplätze. Den höchsten Erwerbstätigenanteil in der Landwirtschaft weist der Rhein-Pfalz-Kreis mit 8,4 Prozent auf.

Karten und Tabellen

Die Struktur der Erwerbstätigkeit in den Landkreisen und kreisfreien Städten stellen wir in den Geowebdiensten mit Karten und Tabellen ausführlich dar. Erwerbstätigendichte, Produzierendes Gewerbe, Industrie, Baugewerbe, Dienstleistungsbereiche, Handel, Verkehr, Gastgewerbe, Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleistungen, Öffentliche und sonstige Dienstleistungen, Landwirtschaft. Neben den Karten gibt es jeweils einen Link zu einer sortierbaren Tabelle mit den entsprechenden Daten.

Hinweis zu Pressemitteilungen mit Daten vor Corona

Das Statistische Landesamt veröffentlicht jährlich mehr als 200 Pressemitteilungen, die ein umfassendes Bild der Strukturen und Entwicklungen in Staat, Gesellschaft und Wirtschaft liefern. Die Veröffentlichung der Zahlen erfolgt mit einigem zeitlichen Abstand zum Berichtszeitraum; denn das Einsammeln der Daten und ihre sorgfältige Aufbereitung nach wissenschaftlichen Grundsätzen kosten Zeit. Deshalb wird im Moment auch noch über Strukturen und Entwicklungen berichtet, die vor dem Beginn der Corona-Pandemie liegen. Das scheint in einer Situation, in der sich nahezu alle Lebensbereiche tiefgreifend verändern, befremdlich. Diese Zahlen haben jedoch eine wichtige Funktion; sie bilden die Grundlage für die Bewertung der Auswirkungen von Corona in Staat, Gesellschaft und Wirtschaft. Deshalb veröffentlicht das Statistische Landesamt Pressemitteilungen mit Vor-Krisen-Ergebnissen.

Die Darstellung der Zahl der Erwerbstätigen erfolgt als Durchschnitt des jeweiligen Berichtszeitraumes am Arbeitsort (Inlandskonzept), d.h. die Angaben beziehen sich auf Erwerbstätige, die – unabhängig von ihrem Wohnort – ihren Arbeitsplatz im jeweiligen Gebiet hatten. Zu den Erwerbstätigen zählen alle Personen, die als Arbeitnehmer (Arbeiter, Angestellte, Beamte sowie Heimarbeiter und marginal Beschäftigte) oder als Selbstständige einschließlich deren mithelfenden Familienangehörigen eine auf wirtschaftlichen Erwerb gerichtete Tätigkeit ausüben, unabhängig von der Dauer der tatsächlich geleisteten oder vertragsmäßig zu leistenden Arbeitszeit. Im Falle mehrerer Tätigkeiten wird der Erwerbstätige nur einmal gezählt (Personenkonzept).

Die Ergebnisse sind abgestimmt auf den Berechnungsstand des Statistischen Bundesamtes vom August 2020. Zusammen mit der Berechnung der Ergebnisse für 2019 wurden turnusgemäß die Ergebnisse der Jahre 2016 bis 2018 überarbeitet.

Nähere methodische Erläuterungen und Ergebnisse für alle kreisfreien Städte und Landkreise in Deutschland enthält die Gemeinschaftsveröffentlichung Reihe 2 Band 1 des Arbeitskreises „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“.

Weitere Informationen finden Sie im Internetangebot des Arbeitskreises „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“ unter www.aketr.de.

Autorin: Sophia Häußler (Sachgebiet VGR, ETR, Arbeitsmarkt)

Balkendiagramm: Erwerbstätige am Arbeitsort 2019 in den kreisfreien Städten nach Wirtschaftsbereichen

Balkendiagramm: Erwerbstätige am Arbeitsort 2019 in den Landkreisen nach Wirtschaftsbereichen

Erwerbstätige am Arbeitsort 2000–2019 nach Verwaltungsbezirken
Verwaltungsbezirk200020182019
ErwerbstätigeVeränderung gegenüber 2018Anteil am LandArbeitsplatz-dichte 1
1000%Anzahl
Kreisfreie Städte
Frankenthal (Pfalz)21,723,424,75,81,2808
Kaiserslautern64,172,372,60,43,51.081
Koblenz96,1108,1108,80,75,31.446
Landau i. d. Pfalz26,533,433,91,41,71.062
Ludwigshafen a. Rh.114,7126,7127,30,56,21.128
Mainz137,9158,4160,61,37,81.053
Neustadt a. d. Weinstr.27,228,128,40,81,4855
Pirmasens26,927,527,0-1,91,31.083
Speyer32,439,739,4-0,91,91.218
Trier73,379,879,0-1,03,91.012
Worms37,845,045,61,42,2841
Zweibrücken22,922,623,01,81,11.054
Landkreise
Ahrweiler47,155,355,50,52,7682
Altenkirchen (Ww.)53,056,456,60,32,8687
Alzey-Worms38,047,247,50,62,3559
Bad Dürkheim43,648,949,41,02,4591
Bad Kreuznach67,973,773,80,23,6739
Bernkastel-Wittlich53,458,458,60,32,9817
Birkenfeld40,639,439,2-0,41,9770
Cochem-Zell29,031,932,10,81,6825
Donnersbergkreis27,231,431,3-0,41,5644
Eifelkreis Bitburg-Prüm38,242,042,20,32,1654
Germersheim50,359,661,02,3

3,0

717
Kaiserslautern31,034,935,31,21,7523
Kusel22,920,020,0-0,11,0450
Mainz-Bingen63,580,981,91,24,0599
Mayen-Koblenz85,098,098,50,54,8713
Neuwied80,285,987,31,64,3751
Rhein-Hunsrück-Kreis47,056,556,90,72,8863
Rhein-Lahn-Kreis47,650,951,61,42,5666
Rhein-Pfalz-Kreis36,545,746,10,92,3472
Südliche Weinstraße38,546,246,70,92,3664
Südwestpfalz26,924,024,20,61,2403
Trier-Saarburg41,449,349,60,62,4512
Vulkaneifel27,131,231,30,41,5818
Westerwaldkreis90,7100,8102,01,25,0778
Rheinland-Pfalz1.808,02.033,82.048,90,7100774
kreisfreie Städte681,5765,1770,40,737,61.078
Landkreise1.126,51.268,71.278,60,862,4662
1 Erwerbstätige am Arbeitsort je 1.000 Einwohner im erwerbsfähigen Alter
von 15 bis unter 65 Jahren.
Berechnungsstand des Statistischen Bundesamtes: August 2020