Industrie im Mai 2021: Auftragseingänge steigen weiter

Die Nachfrage nach rheinland-pfälzischen Industrieprodukten ist im Mai 2021 weiter gestiegen. Nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems auf der Basis vorläufiger Werte lag der preis-, kalender- und saisonbereinigte Auftragseingangsindex um 5,1 Prozent über dem Niveau des Vormonats. Besonders kräftig legten die Bestellungen aus dem Inland zu (plus 7,2 Prozent). Das Ordervolumen aus dem Ausland erhöhte sich um 3,9 Prozent.

Unter den drei industriellen Hauptgruppen verzeichnete die Investitionsgüterindustrie den größten Auftragszuwachs (plus 7,1 Prozent). Die Nachfrage nach Vorleistungsgütern stieg im Mai ebenfalls deutlich (plus 5,4 Prozent). Bei den Konsumgüterherstellern gingen dagegen wesentlich weniger Bestellungen ein als im April (minus 7,4 Prozent).

Der Zuwachs in der Investitionsgüterindustrie ist auf die Kraftwagen- und Kraftwagenteileindustrie zurückzuführen. In der Branche, die gemessen am Umsatz in der Industrie an zweiter Stelle steht, lag das Ordervolumen im Mai um 14,2 Prozent über dem Niveau des Vormonats. Im Maschinenbau, der ebenfalls zur Investitionsgüterindustrie gehört und die drittgrößte Industriebranche ist, blieben die bereinigten Auftragseingänge nahezu unverändert (plus 0,1 Prozent). Die Chemieindustrie, die zur Vorleistungsgüterindustrie zählt und die umsatzstärkste Branche des Verarbeitenden Gewerbes ist, verbuchte fünf Prozent mehr Bestellungen als im April.

Der bereinigte Auftragseingangsindex war im Mai 2021 mit plus 53 Prozent deutlich höher als im Mai 2020, in dem die Wirtschaft allerdings stark durch die erste Welle der Corona-Pandemie und die zu ihrer Bekämpfung verhängten Maßnahmen in Mitleidenschaft gezogen wurde. Aber auch gegenüber Februar 2020, als die Corona-Pandemie die wirtschaftlichen Aktivitäten noch relativ wenig beeinträchtigte, stieg die Nachfrage kräftig (plus 38 Prozent). Das Inlands- und das Auslandsgeschäft lagen deutlich über dem Vorkrisenniveau.

Die Entwicklung der drei industriellen Hauptgruppen verlief sehr unterschiedlich: Das Ordervolumen der Vorleistungsgüterhersteller war im Mai 2021 um 30 Prozent höher als im Februar 2020. In der Investitionsgüterindustrie lagen die Auftragseingänge um 69 Prozent über dem Niveau von Februar 2020. Die Konsumgüterindustrie ist hingegen noch weit vom Vorkrisenniveau entfernt – die Bestellungen waren im Mai 2021 um 26 Prozent geringer als im Februar 2020. In allen drei großen Branchen hat sich die Nachfrage erholt. In der Kraftwagen- und Kraftwagenteileindustrie, die sich allerdings schon vor der Corona-Pandemie relativ schwach entwickelte, hat sich das Ordervolumen gegenüber Februar 2020 sogar mehr als verdoppelt.

Die Pressemeldungen zur Konjunktur im Verarbeitenden Gewerbe dienen der laufenden Messung der wirtschaftlichen Aktivität in der Industrie sowie in ausgewählten Branchen. Um kurzfristige Veränderungen aufzuzeigen, liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem Vergleich mit dem jeweiligen Vormonat. Um die Auswirkungen der Corona-Pandemie einschätzen zu können, werden die Ergebnisse des Berichtsmonats zusätzlich mit denen von Februar 2020 verglichen. Die Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahresmonat können der beiliegenden Tabelle entnommen werden. Weitere Erläuterungen

Autorin: Diane Dammers (Referat Analysen Wirtschaft)