Industrie im Juni 2021: Auftragseingänge sinken

Die Nachfrage nach rheinland-pfälzischen Industrieprodukten ist im Juni 2021 gesunken. Nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems auf der Basis vorläufiger Werte lag der preis-, kalender- und saisonbereinigte Auftragseingangsindex um 1,8 Prozent unter dem Niveau des Vormonats. Aus dem In- und Ausland gingen weniger Bestellungen ein als im Mai (minus 2,4 bzw. minus 1,3 Prozent).

Unter den industriellen Hauptgruppen verzeichnete die Investitionsgüterindustrie den stärksten Rückgang des Ordervolumens (minus 4,2 Prozent). Die Nachfrage nach Vorleistungsgütern nahm ebenfalls ab (minus 2,4 Prozent). Die Konsumgüterhersteller verbuchten dagegen im Juni deutlich mehr Bestellungen als im Monat zuvor (plus 17 Prozent).

Das Minus in der Investitionsgüterindustrie ist auf die Kraftwagen- und Kraftwagenteileindustrie zurückzuführen. In der Branche, die gemessen am Umsatz in der Industrie an zweiter Stelle steht, lagen die Bestellungen im Juni um 8,4 Prozent unter dem Niveau des Vormonats. Im Maschinenbau, der ebenfalls zur Investitionsgüterindustrie gehört und die drittgrößte Industriebranche ist, gingen hingegen 4,3 Prozent mehr Aufträge ein als im Monat zuvor. In der Chemieindustrie, die zur Vorleistungsgüterindustrie zählt und die umsatzstärkste Branche des Verarbeitenden Gewerbes ist, blieb das Ordervolumen nahezu unverändert (minus 0,2 Prozent).

Der bereinigte Auftragseingangsindex war im Juni 2021 mit plus 44 Prozent deutlich höher als im Juni 2020, in dem die Wirtschaft allerdings noch durch die Folgen der ersten Welle der Corona-Pandemie und die zu ihrer Bekämpfung verhängten Maßnahmen beeinträchtigt war. Aber auch gegenüber Februar 2020, als sich die Pandemie noch relativ wenig auf die wirtschaftlichen Aktivitäten auswirkte, stieg die Nachfrage kräftig (plus 33 Prozent). Das Inlands- und das Auslandsgeschäft lagen deutlich über dem Vorkrisenniveau.

Die Entwicklung der drei industriellen Hauptgruppen verlief unterschiedlich: Das Ordervolumen der Vorleistungsgüterhersteller war im Juni 2021 um 26 Prozent höher als im Februar 2020. In der Investitionsgüterindustrie lagen die Auftragseingänge um 57 Prozent über dem Vorkrisenniveau. Die Konsumgüterindustrie hat sich hingegen noch nicht vollständig erholt – die Bestellungen waren im Juni 2021 um zehn Prozent geringer als im Februar 2020. Alle drei großen Branchen verzeichneten Nachfragesteigerungen. In der Kraftwagen- und Kraftwagenteileindustrie, die sich allerdings schon vor der Corona-Pandemie relativ schwach entwickelte, legte das Ordervolumen gegenüber Februar 2020 sogar um 83 Prozent zu.

Die Pressemeldungen zur Konjunktur im Verarbeitenden Gewerbe dienen der laufenden Messung der wirtschaftlichen Aktivität in der Industrie sowie in ausgewählten Branchen. Um kurzfristige Veränderungen aufzuzeigen, liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem Vergleich mit dem jeweiligen Vormonat. Um die Auswirkungen der Corona-Pandemie einschätzen zu können, werden die Ergebnisse des Berichtsmonats zusätzlich mit denen von Februar 2020 verglichen. Die Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahresmonat können der beiliegenden Tabelle entnommen werden. Weitere Erläuterungen

Autorin: Diane Dammers (Referat Analysen Wirtschaft)