Industrie im Juli 2021: Anstieg der Auftragseingänge

Die Nachfrage nach rheinland-pfälzischen Industrieprodukten ist im Juli 2021 gestiegen. Nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems auf der Basis vorläufiger Werte lag der preis-, kalender- und saisonbereinigte Auftragseingangsindex um 0,7 Prozent über dem Niveau des Vormonats. Während aus dem Ausland im Juli 3,8 Prozent mehr Bestellungen eingingen als im Juni, sank das inländische Ordervolumen um 4,3 Prozent.

In der Investitionsgüterindustrie stiegen die Auftragseingänge im Juli um 1,1 Prozent. Die Nachfrage nach Vorleistungsgütern erhöhte sich ebenfalls (plus 0,6 Prozent). In der Konsumgüterindustrie nahmen die Bestellungen hingegen ab (minus 0,9 Prozent).

In der Chemieindustrie, die zur Vorleistungsgüterindustrie zählt und die umsatzstärkste Branche des Verarbeitenden Gewerbes ist, lag das Ordervolumen im Juli um 0,7 Prozent über dem Niveau des Vormonats. Die beiden großen Branchen der Investitionsgüterindustrie entwickelten sich gegenläufig: Die Kraftwagen- und Kraftwagenteileindustrie, die beim Umsatz unter den Industriebranchen an zweiter Stelle steht, musste einen Nachfragerückgang hinnehmen (minus 2,7 Prozent). Im Maschinenbau, der Branche mit dem dritthöchsten Umsatz, gingen 1,4 Prozent mehr Bestellungen ein als im Juni.

Der bereinigte Auftragseingangsindex lag im Juli 2021 weit über dem Niveau des Vorjahresmonats (plus 35 Prozent). Aber auch gegenüber Februar 2020, als sich die Corona-Pandemie noch relativ wenig auf die wirtschaftlichen Aktivitäten auswirkte, stieg das Ordervolumen kräftig (plus 33 Prozent). Das Inlands- und das Auslandsgeschäft legten deutlich zu.

Besonders stark erhöhten sich die Auftragseingänge in den Branchen der Investitionsgüterindustrie: In der Kraftwagen- und Kraftwagenteileindustrie, die sich allerdings schon vor der Corona-Pandemie relativ schwach entwickelte, erhöhten sich die Bestellungen gegenüber Februar 2020 um 66 Prozent. Aber auch die Nachfrage nach Maschinen stieg deutlich (plus 54 Prozent). In der Chemieindustrie lagen die bereinigten Auftragseingänge im Juli 2021 um 26 Prozent über dem Vorkrisenniveau; der Zuwachs in der gesamten Vorleistungsgüterindustrie erreichte eine ähnliche Größenordnung. Nur in der Konsumgüterindustrie gingen weniger Bestellungen ein als im Februar 2020.

Die Pressemeldungen zur Konjunktur im Verarbeitenden Gewerbe dienen der laufenden Messung der wirtschaftlichen Aktivität in der Industrie sowie in ausgewählten Branchen. Um kurzfristige Veränderungen aufzuzeigen, liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem Vergleich mit dem jeweiligen Vormonat. Die Berechnungen beruhen auf vorläufigen Ergebnissen; nachträgliche Änderungen durch spät eintreffende oder korrigierte Meldungen von Betrieben sind möglich. Um die Auswirkungen der Corona-Pandemie einschätzen zu können, werden die Ergebnisse des Berichtsmonats zusätzlich mit denen von Februar 2020 verglichen. Die Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahresmonat können der beiliegenden Tabelle entnommen werden. Weitere Erläuterungen

Autorin: Diane Dammers (Referat Analysen Wirtschaft)