Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen: Glossar

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Begriff Themengebiet Erläuterung
Arbeitnehmer/-innen Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen

Personen, die zeitlich überwiegend als Arbeiter/-innen, Angestellte/-r, Beamte/-innen, Richter/-innen, Berufssoldaten/-innen, Soldaten/-innen auf Zeit, Wehr- oder Zivildienstleistende, Auszubildende, Praktikanten/-innen oder Volontäre/-innen in einem Arbeits- bzw. Dienstverhältnis stehen. Eingeschlossen sind auch Heimarbeiter und ausschließlich marginal Beschäftigte.

Arbeitnehmerentgelt Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen

Dazu zählen sämtliche Geld- und Sachleistungen, die den Arbeitnehmern aus den Arbeits- oder Dienstverhältnissen zugeflossen sind. Es setzt sich zusammen aus den Bruttolöhnen und -gehältern (Löhne und Gehälter vor Abzug der Sozialbeiträge der Arbeitnehmer und der Lohnsteuer) sowie den tatsächlichen und unterstellten Sozialbeiträgen der Arbeitgeber. Es wird entstehungsseitig nachgewiesen als das von inländischen Arbeitgebern geleistete Arbeitnehmerentgelt (Inlandskonzept) oder verteilungsseitig als das von den inländischen privaten Haushalten empfangene Arbeitnehmerentgelt (Inländerkonzept).

Arbeitsproduktivität Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen

Die Arbeitsproduktivität bezeichnet das Verhältnis der preisbereinigten wirtschaftlichen Leistung (Bruttoinlandsprodukt, Bruttowertschöpfung) zum Arbeitseinsatz. Dabei wird der Arbeitseinsatz in Erwerbstätigenstunden oder nach der Anzahl der Erwerbstätigen gemessen. Infolge moderner Beschäftigungsverhältnisse (z. B. Teilzeit) ist die auf die Erwerbstätigenstunden bezogene Wirtschaftsleistung das zutreffendere Produktivitätsmaß. Bei dieser Berechnung wird der gesamte reale Ertrag der wirtschaftlichen Tätigkeit ausschließlich auf den Produktionsfaktor Arbeit bezogen, also ohne Berücksichtigung des Kapitals und der unternehmerischen Leistung.

Begriff Themengebiet Erläuterung
Bruttoanlageinvestitionen Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen

Die Bruttoanlageinvestitionen umfassen die Käufe neuer Anlagen (einschließlich aller eingeführten und selbst erstellten Anlagen) sowie die Käufe abzüglich Verkäufe von gebrauchten Anlagen und Land. Als Anlagen werden alle dauerhaften reproduzierbaren Produktionsmittel angesehen mit Ausnahme nur militärisch nutzbarer Anlagen und der Güter, die in den privaten Konsum eingehen. Die neuen Anlagen gliedern sich in Ausrüstungen (wie Maschinen, Geräte, Fahrzeuge) und sonstige Anlagen (z. B. Computersoftware, Nutztiere und Nutzpflanzungen) sowie Bauten (Wohn- und Nichtwohnbauten sowie sonstige Bauten wie Straßen, Brücken, Kanäle).

Bruttoinlandsprodukt Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen

Das Bruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen umfasst den Wert aller in einem abgegrenzten Wirtschaftsgebiet („Inland“) produzierten Waren und Dienstleistungen (Produktionswert) abzüglich der bei der Produktion verbrauchten Güter (Vorleistungen). Es ist als Ausdruck der in einer bestimmten Region erbrachten wirtschaftlichen Leistung in einer Periode somit in erster Linie ein Produktionsindikator (Inlandskonzept). Ausgehend von der in tiefer wirtschaftssystematischer Gliederung ermittelten Bruttowertschöpfung zu Herstellungspreisen aller Wirtschaftsbereiche ergibt sich durch Addition des Saldos aus Gütersteuern und Gütersubventionen das Bruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen. Die Veränderungsrate des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts dient als Messgröße für das Wirtschaftswachstum.

Bruttonationaleinkommen Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen

Das Bruttonationaleinkommen zu Marktpreisen ist gleich dem Primäreinkommen der inländischen Wirtschaftseinheiten einschließlich der Abschreibungen. Es ergibt sich aus dem Bruttoinlandsprodukt abzüglich der an die übrige Welt geleisteten Primäreinkommen und zuzüglich der aus der übrigen Welt empfangenen Primäreinkommen (Inländerkonzept). Das Nationaleinkommen ist demnach in erster Linie kein Produktions-, sondern ein Einkommensindikator. Nach Abzug der Abschreibungen ergibt sich das aussagekräftigere Nettonationaleinkommen.

Bruttowertschöpfung Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen

Sie umfasst den im Produktionsprozess geschaffenen Mehrwert und ergibt sich als Differenz zwischen den Produktionswerten und den Vorleistungen in den einzelnen Wirtschaftsbereichen. Die Bruttowertschöpfung ist zu Herstellungspreisen bewertet, berücksichtigt also die empfangenen Gütersubventionen, nicht jedoch die zu zahlenden Gütersteuern. Die Aufsummierung der Bruttowertschöpfung der einzelnen Wirtschaftsbereiche ergibt die gesamtwirtschaftliche Bruttowertschöpfung.

Begriff Themengebiet Erläuterung
Erwerbstätige Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen

Zu den Erwerbstätigen zählen alle Personen, die als Arbeitnehmer/-in oder als Selbstständige bzw. als mithelfende Familienangehörige eine auf wirtschaftlichen Erwerb gerichtete Tätigkeit ausüben, unabhängig von der Dauer der tatsächlich geleisteten oder vertragsmäßig zu leistenden Arbeitszeit, der Regelmäßigkeit und der Bedeutung dieser Tätigkeit für den Lebensunterhalt. Im Falle mehrerer Tätigkeiten wird der Erwerbstätiger nur einmal gezählt (Personenkonzept).

Die Darstellung der Erwerbstätigkeit erfolgt als durchschnittliche Größe des jeweiligen Berichtszeitraumes nach dem Inlandskonzept (Erwerbstätige am Arbeitsort). Erfasst werden alle Personen, die im jeweiligen Gebiet ihren Wohn- und Arbeitsort haben, zuzüglich der außerhalb dieses Gebiets wohnenden Personen, die als Einpendler/-innen in diese Region ihren Arbeitsort erreichen. Nicht erfasst werden Erwerbstätige des Abschnitts U der Wirtschaftszweigsystematik (WZ 2008) „Exterritoriale Organisationen und Körperschaften“.

Begriff Themengebiet Erläuterung
Geleistete Arbeitsstunden (Arbeitsvolumen) Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen

Beinhalten die tatsächlich geleistete Arbeitszeit aller Erwerbstätigen, die als Arbeitnehmer/-innen (Arbeiter/-innen, Angestellte, Beamte/-innen, geringfügig Beschäftigte, Soldaten/-innen) oder als Selbstständige bzw. als mithelfende Familienangehörige eine auf wirtschaftlichen Erwerb gerichtete Tätigkeit ausüben. Hierzu zählen auch die geleisteten Arbeitsstunden von Personen mit mehreren gleichzeitigen Beschäftigungsverhältnissen. Nicht zum Arbeitsvolumen gehören hingegen die bezahlten, aber nicht geleisteten Arbeitsstunden, beispielsweise Jahresurlaub, Elternzeit, Feiertage, Kurzarbeit oder krankheitsbedingte Abwesenheit. Das Arbeitsvolumen wird als Jahressumme nach dem Inlandskonzept (Arbeitsortkonzept) nachgewiesen.

Gütersteuern Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen

Zu den Gütersteuern zählen alle Steuern und ähnlichen Abgaben, die pro Einheit einer produzierten oder gehandelten Ware oder Dienstleistung zu entrichten sind. Sie umfassen die nicht abziehbare Umsatzsteuer, Importabgaben (z. B. Zölle) und sonstige Gütersteuern (Verbrauchsteuern wie Mineralöl- und Tabaksteuer, Vergnügungsteuern, Versicherungsteuer usw.).

Gütersubventionen Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen

Die Gütersubventionen werden wie Gütersteuern pro Einheit einer produzierten oder eingeführten Ware oder Dienstleistung gewährt und umfassen Importsubventionen und sonstige Gütersubventionen (z. B. direkte Exportsubventionen).

Begriff Themengebiet Erläuterung
Investitionsquote Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen

Anteil der Bruttoanlageinvestitionen am Bruttoinlandsprodukt.

Begriff Themengebiet Erläuterung
Kettenindex Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen

Ein Kettenindex ergibt sich aus der Multiplikation von Teilindizes (Wachstumsfaktoren), die sich jeweils auf das Vorjahr beziehen und somit ein jährlich wechselndes Wägungsschema haben. Er wird auf ein Referenzjahr bezogen (derzeit 2010) und gibt für das jeweilige Berichtsjahr an, wie sich z. B. das preisbereinigte Wirtschaftswachstum seit dem Referenzjahr entwickelt hat.

Konsumausgaben des Staates Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen

Sie entsprechen dem Wert der Güter, die vom Staat selbst produziert werden, (jedoch ohne selbst erstellte Anlagen und Verkäufe) sowie den Ausgaben für Güter, die als soziale Sachtransfers den privaten Haushalten für ihren Konsum zur Verfügung gestellt werden.

Begriff Themengebiet Erläuterung
Lohnquote Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen

Anteil des empfangenen Arbeitnehmerentgelts am Volkseinkommen.

Lohnstückkosten Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen

Die Lohnstückkosten bezeichnen die Relation der Lohnkosten (Arbeitnehmerentgelt je Arbeitnehmer/-in [Personenkonzept] bzw. Arbeitnehmerentgelt je Arbeitnehmerstunde [Stundenkonzept]) zur Arbeitsproduktivität (Bruttoinlandsprodukt – preisbereinigt, verkettet – je Erwerbstätigen [Personenkonzept] bzw. je Erwerbstätigenstunde [Stundenkonzept]).

Begriff Themengebiet Erläuterung
Primäreinkommen Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen

Einkommen, das gebietsansässige Einheiten aufgrund ihrer unmittelbaren Teilnahme am Produktionsprozess erhalten, sowie das Einkommen, das der Eigentümer eines Vermögenswerts oder eines nicht produzierten Sachvermögensgegenstands als Gegenleistung dafür erhält, dass er diese einer anderen institutionellen Einheit zur Verfügung stellt. Es entspricht dem Bruttonationaleinkommen ohne die Abschreibungen (= Nettonationaleinkommen zu Marktpreisen) bzw. dem Volkseinkommen zuzüglich dem Saldo aus Produktions- und Importabgaben und Subventionen.

Primäreinkommen der privaten Haushalte Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen

Das Primäreinkommen der privaten Haushalte (einschließlich privater Organisationen ohne Erwerbszweck) enthält die Einkommen aus Erwerbstätigkeit und Vermögen, die den inländischen privaten Haushalten zugeflossen sind. Zu diesen Einkommen gehören das empfangene Arbeitnehmerentgelt, die Selbstständigeneinkommen der Einzelunternehmen und Selbstständigen, die auch eine Vergütung für die mithelfenden Familienangehörigen enthalten, der Betriebsüberschuss aus der Produktion von Dienstleistungen aus eigengenutztem Wohneigentum sowie die netto empfangenen Vermögenseinkommen.

Private Konsumausgaben Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen

Waren- und Dienstleistungskäufe der inländischen privaten Haushalte für Konsumzwecke. Neben den tatsächlichen Käufen, zu denen u. a. Entgelte für häusliche Dienste gehören, sind auch bestimmte unterstellte Käufe enthalten, wie z. B. der Eigenverbrauch der Unternehmen ohne eigene Rechtspersönlichkeit, der Wert der Nutzung von Eigentümerwohnungen sowie sogenannte Naturalentgelte für Arbeitnehmer/-innen (z. B. Deputate). In den privaten Konsumausgaben sind auch die Konsumausgaben der privaten Organisationen ohne Erwerbszweck enthalten. Diese bestehen aus dem Eigenverbrauch sowie aus den Ausgaben für Güter, die als soziale Sachtransfers den privaten Haushalten für ihren Konsum zur Verfügung gestellt werden.

Begriff Themengebiet Erläuterung
Sparen der privaten Haushalte Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen

Der nicht konsumierte Teil des verfügbaren Einkommens der privaten Haushalte zuzüglich der Zunahme betrieblicher Versorgungsansprüche stellt das Sparen der privaten Haushalte dar. Die Relation aus dem so ermittelten Sparen zu dem verfügbaren Einkommen (letzteres erhöht um die Zunahme der betrieblichen Versorgungsansprüche) wird als Sparquote der privaten Haushalte bezeichnet.

Begriff Themengebiet Erläuterung
Verfügbares Einkommen der privaten Haushalte Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen

Es ergibt sich dadurch, dass dem Primäreinkommen einerseits die monetären Sozialleistungen und sonstigen laufenden Transfers hinzugefügt werden, die die privaten Haushalte überwiegend vom Staat empfangen, und andererseits Einkommen- und Vermögensteuern, Sozialbeiträge und sonstige laufende Transfers abgezogen werden, die von den privaten Haushalten zu leisten sind. Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte entspricht damit dem Einkommen, das den privaten Haushalten letztendlich zufließt und das sie für Konsum- und Sparzwecke verwenden können.

Volkseinkommen (Nettonationaleinkommen zu Faktorkosten) Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen

Das Volkseinkommen ist die Summe aller Erwerbs- und Vermögenseinkommen, die Inländern letztlich zugeflossen sind. Es umfasst das von Inländern empfangene Arbeitnehmerentgelt sowie die Unternehmens- und Vermögenseinkommen.