Rund 7.500 Doktorandinnen und Doktoranden in Rheinland-Pfalz

Im Jahr 2020 arbeiteten in Rheinland-Pfalz 7.500 Akademikerinnen und Akademiker an ihrer Doktorarbeit. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, waren das etwa 500 Doktorandinnen und Doktoranden bzw. 7,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Mit rund 4.100 Personen betreute die Johannes Gutenberg-Universität Mainz mehr als die Hälfte der rheinland-pfälzischen Promovierenden.

Die meisten Akademikerinnen und Akademiker meldeten ihre Promotion in der Fächergruppe „Mathematik, Naturwissenschaften“ an (2.400), gefolgt von „Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften“ (1.600) sowie „Humanmedizin, Gesundheitswissenschaften“ (1.100). Am häufigsten wurde in der Medizin, Chemie und Biologie promoviert. Obwohl der Frauen- (48 Prozent) und Männeranteil (52 Prozent) unter den Promovierenden nahezu ausgewogen ist, bestehen in einzelnen Promotionsfächern nach wie vor deutliche Geschlechterunterschiede: Beispielsweise lag der Frauenanteil in der Zahnmedizin bei 73 Prozent, während in der Informatik nur 16 Prozent der Promovierenden weiblich waren.

Die Rahmenbedingungen für Doktorandinnen und Doktoranden sind häufig sehr unterschiedlich. Beispielsweise haben nicht alle Akademikerinnen und Akademiker die Möglichkeit, eine Doktorarbeit im Rahmen einer Anstellung an einer Hochschule zu erstellen: Nur 41 Prozent der Promovierenden waren 2020 an einer Hochschule beschäftigt. Dabei bestanden deutliche Unterschiede zwischen den Fachbereichen. Während in der Mathematik sowie den Ingenieur-, Natur- und Sportwissenschaften mehr als die Hälfte der Doktorandinnen und Doktoranden ein Beschäftigungsverhältnis an der Hochschule hatten, waren es in der Medizin und den Gesundheitswissenschaften (12 Prozent), der Kunst (25 Prozent) und den Geisteswissenschaften (30 Prozent) deutlich weniger.

Im Rahmen der Promotion wird der akademische Grad eines Doktors in einer bestimmten Fächergruppe verliehen. Durch den Nachweis besonderer wissenschaftlicher Fähigkeiten gilt der Titel in Deutschland als höchster akademischer Grad. Die Promotion wird über eine Monografie oder kumulativ über mehrere wissenschaftliche Publikationen sowie eine Prüfung (Rigorosum) oder eine mündliche Verteidigung der Arbeit (Disputation) abgeschlossen. Voraussetzung für die Anmeldung als Doktorandin bzw. Doktorand ist in der Regel ein abgeschlossenes Masterstudium, das Staatsexamen oder ein universitäres Magister- bzw. Diplomstudium.

Die Zahlen stammen aus der Promovierendenstatistik. Gemeldet werden nur Promovierende mit schriftlicher Betreuungszusage nach § 34 des Landeshochschulgesetzes.

Norman Knorr und Dr. Marco Schröder (Referat Bildung)