Bundestagswahl 2017: Erste Analyse des vorläufigen rheinland-pfälzischen Endergebnisses

Noch in der Wahlnacht hat das Statistische Landesamt in Bad Ems das Ergebnis der Bundestagswahl analysiert. Dabei wurden das Abschneiden der Parteien unter anderem nach regionalen und sozio-demografischen Merkmalen untersucht.

Die vollständige Analyse sowie eine Kurzzusammenfassung finden Sie in unserem Internetangebot.

  • Die CDU erzielt vor allem im nördlichen Rheinland-Pfalz überdurchschnittliche Ergebnisse. In katholisch geprägten Regionen erzielt die CDU einen Stimmenanteil, der um 6,1 Prozentpunkte über ihrem durchschnittlichen Stimmenanteil (36,9 Prozent) liegt. Im Vergleich zu 2013 verschlechtert sich das Ergebnis der Union in Regionen mit hohem Katholikenanteil (–7,8 Prozentpunkte).
  • Regionale Schwerpunkte der SPD liegen im westlichen Teil der Region Rheinhessen-Nahe sowie in der nördlichen Westpfalz. Die Sozialdemokraten erreichen in Regionen mit hohem Protestantenanteil einen Stimmenanteil, der ihr Durchschnittsergebnis (24,4 Prozent) um 4,1 Prozentpunkte übertrifft. Dennoch büßt sie in den protestantisch geprägten Regionen im Vergleich zur letzten Bundestagswahl Stimmenanteile ein (–4 Prozentpunkte).
  • Von den 49 Schwerpunktgebieten der AfD liegen alleine 40 in der Pfalz. Die Partei erzielt in Regionen mit hohem Katholikenanteil einen um 2,5 Prozentpunkte geringeren Stimmenanteil, als es ihr im Durchschnitt der betrachteten Regionen gelingt (11,4 Prozent). In katholisch geprägten Regionen liegt der Stimmenanteil der AfD über ihrem Ergebnis von 2013 (+4,6 Prozentpunkte).
  • Schwerpunkte der FDP befinden sich vor allem im Landkreis Ahrweiler und im Landkreis Bad Dürkheim. In Regionen mit hohem Selbstständigenanteil übertrifft der Stimmenanteil der FDP ihr Durchschnittsergebnis von 10,4 Prozent um 1,4 Prozentpunkte. Im Vergleich zu ihrem Ergebnis 2013 kann die FDP ihren Stimmenanteil in diesen Regionen ausbauen (+5,5 Prozentpunkte).
  • Die GRÜNEN sind in den kreisfreien Städten (10,4 Prozent) deutlich stärker als in den Landkreisen (6,7 Prozent). Zu den Schwerpunktgebieten der GRÜNEN zählen traditionell neben der Landeshauptstadt Mainz und Umgebung auch die Universitätsstädte Landau, Koblenz und Trier. Der Stimmenanteil der GRÜNEN liegt in Regionen mit hohem Akademikeranteil um 2,2 Prozentpunkte über ihrem durchschnittlichen Ergebnis (6,9 Prozent). Im Vergleich zur vergangenen Bundestagswahl erhöht sich der Stimmenanteil der GRÜNEN in Regionen mit hohem Bevölkerungsanteil mit Hochschulabschluss leicht (+0,3 Prozentpunkte).
  • Die Partei DIE LINKE erzielt bei dieser Bundestagswahl ihre besten Ergebnisse in städtischen Gebieten. DIE LINKE bekommt in Regionen mit hoher SGB II-Quote einen Stimmenanteil, der um 0,9 Prozentpunkte über ihrem Durchschnittsergebnis (6,4 Prozent) liegt. In Regionen mit hoher SGB II-Quote verbessert DIE LINKE ihr Ergebnis von 2013 (+1,3 Prozentpunkte).

Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis der Wahl zum 19. Deutschen Bundestag am 24. September 2017 in Rheinland-Pfalz entfallen auf die CDU 35,9 Prozent der gültigen Stimmen, auf die SPD 24,2 Prozent, auf die GRÜNEN 7,6 Prozent, auf die FDP 10,4 Prozent, auf die AfD 11,2 Prozent und auf die Partei DIE LINKE 6,8 Prozent; die sonstigen Parteien kommen zusammen auf 3,9 Prozent.

Nach der vorläufigen Sitzverteilung können insgesamt 37 Abgeordnete aus Rheinland-Pfalz in den Deutschen Bundestag einziehen, davon 15 Bewerberinnen und Bewerber über ein Direktmandat und 22 über die Landeslisten. Das sind sechs rheinland-pfälzische Sitze mehr als bei der Bundestagswahl im Jahr 2013.

Die Wahlbeteiligung ist in Rheinland-Pfalz um 4,8 Prozentpunkte auf 77,6 Prozent gestiegen. Die rheinland-pfälzische Wahlbeteiligung ist traditionell höher als die bundesdurchschnittliche (76,2 Prozent); bei dieser Wahl liegt sie 1,4 Prozentpunkte über dem Bundeswert. Im Vergleich der Bundesländer nimmt Rheinland-Pfalz beim Wahlinteresse der Bürgerinnen und Bürger den dritten Rang ein.

Der Anteil der Briefwählerinnen und -wähler ist weiter gestiegen. Er liegt in Rheinland-Pfalz bei 35,8 Prozent und damit um 7,8 Prozentpunkte höher als 2013.