Mehr Arbeitstage sorgten im Januar für Umsatzanstieg in der Industrie

Die rheinland-pfälzische Industrie ist mit einem kräftigen Umsatzanstieg in das Jahr 2017 gestartet. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems erwirtschafteten die Industrieunternehmen im Januar Erlöse in Höhe von 7,1 Milliarden Euro, das waren zwölf Prozent mehr als im ersten Monat des Vorjahres (Deutschland: plus elf Prozent).

Ein Grund für die starke Umsatzsteigerung dürfte jedoch die unterschiedliche Zahl von Arbeitstagen im Januar 2016 und 2017 sein. Während der Monat Januar 2016 nur 20 Arbeitstage aufwies, waren es 2017 zwei Tage mehr.

Der Inlandsumsatz war um zwölf Prozent und der Auslandsumsatz um elf Prozent höher als im Januar 2016 (Deutschland: plus 9,2 bzw. plus zwölf Prozent). Mit Exporten wurden 56,5 Prozent der Erlöse erzielt (Deutschland: 49,9 Prozent); die rheinland-pfälzische Exportquote blieb gegenüber dem Vorjahresmonat fast unverändert (minus 0,1 Prozentpunkte).

Die Zahl der in der Industrie tätigen Personen änderte sich nur geringfügig. Im Januar 2017 wurden rund 251.800 Beschäftigte gezählt; das waren knapp 300 bzw. 0,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor (Deutschland: plus 0,9 Prozent). Das Arbeitsvolumen belief sich auf 33,1 Millionen Arbeitsstunden, was ein Plus von 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat bedeutet (Deutschland: 708,7 Millionen; plus 5,7 Prozent).

Umsatzentwicklung in den wichtigsten Wirtschaftszweigen

In allen zehn umsatzstärksten Industriebranchen waren die Erlöse im Januar 2017 höher als im Vorjahresmonat. Die größte prozentuale Umsatzsteigerung verbuchten die Hersteller von Papier, Pappe und Waren daraus (plus 30 Prozent). Im Maschinenbau, der Chemieindustrie und in der Metallerzeugung und -bearbeitung waren die Zuwachsraten ebenfalls zweistellig. Nur im Bereich „Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen“ blieben die Umsätze fast unverändert (plus 0,3 Prozent). Die starken Unterschiede in der Umsatzentwicklung der verschiedenen Industriezweige sind teilweise auf geänderte Branchenzuordnungen größerer Betriebe zurückzuführen, die in einzelnen Teilbereichen der Industrie den Vergleich zum Vorjahreszeitraum beeinflussen.  

Beschäftigung

Die geänderte Branchenzuordnung größerer Betriebe wirkt sich auch auf die Beschäftigungsentwicklung aus. In fünf der zehn Branchen war die Beschäftigtenzahl im Januar 2017 höher als ein Jahr zuvor. Deutliche Steigerungen waren in der Herstellung von Papier, Pappe und Waren daraus sowie in der Metallerzeugung und -bearbeitung zu verzeichnen. Bei den Herstellern von Kraftwagen und Kraftwagenteilen lagen die Beschäftigtenzahlen hingegen deutlich unter dem Niveau des Vorjahresmonats.

Die Daten stammen aus dem Monatsbericht für Betriebe im Verarbeitenden Gewerbe sowie im Bergbau und der Gewinnung von Steinen und Erden, zu dem die Betriebe mit 50 und mehr Beschäftigten regelmäßig melden. Befragt werden rund 1.000 Betriebe. Die Betriebe werden nach dem wirtschaftlichen Schwerpunkt ihrer Tätigkeit eindeutig einer Industriebranche zugeordnet. Die gemeldeten Umsätze und Beschäftigtenzahlen werden dann vollständig diesem Wirtschaftsbereich zugerechnet, auch wenn der Betrieb noch in weiteren Wirtschaftszweigen tätig ist. Durch Veränderungen in der Produktionsstruktur kann sich der wirtschaftliche Schwerpunkt eines Betriebes im Zeitverlauf ändern. In diesem Fall wird der Betrieb dann seinem neuen Schwerpunkt entsprechend einem anderen Wirtschaftszweig zugeordnet. Diese Umsetzungen werden stets zu Beginn eines neuen Berichtsjahres vollzogen.

Autorin: Diane Dammers (Referat Auswertungen, Analysen Wirtschaft, Staat)

 

Umsätze und Beschäftigte Januar 2017 in der rheinland-pfälzischen Industrie nach ausgewählten Wirtschaftszweigen
Wirtschaftszweig Umsatz Beschäftigte
Januar 2017 Veränderung
gegenüber dem
Vorjahresmonat
Januar 2017 Veränderung
gegenüber dem
Vorjahresmonat
1.000 Euro % Anzahl %
Herstellung von chemischen Erzeugnissen 2.411.081 14,2 44.998 -1,9
Maschinenbau 731.412 22,2 36.163 1,5
Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen 721.542 0,3 22.651 -8,4
Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren 415.039 3,7 21.759 -2,1
Herstellung von pharmazeutischen Erzeugnissen 403.626 8,5 11.636 -2,5
Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln 343.843 9,2 12.760 0,8
Herstellung von Metallerzeugnissen 334.510 8,8 21.310 -3,0
Herstellung von Papier, Pappe und Waren daraus 310.622 29,8 9.563 13,3
Metallerzeugung und -bearbeitung 279.186 12,7 8.810 9,4
Herstellung von Glas und Glaswaren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden 211.494 3,8 12.919 1,2
Getränkeherstellung 166.526 -0,3 5.147 3,1
Herstellung von elektrischen Ausrüstungen 134.013 16,5 8.391 2,6
Herstellung von Holz-, Flecht-, Korb- und Korkwaren (ohne Möbel) 102.173 51,9 5.730 16,1
Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen 98.738 27,0 5.443 -4,8
Reparatur und Installation von Maschinen und Ausrüstungen 53.723 30,7 7.374 10,6
Verarbeitendes Gewerbe sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden 7.090.060 11,6 251.789 -0,1
Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden 1.021 -11,9 218 -19,6
Verarbeitendes Gewerbe 7.089.039 11,6 251.571 -0,1