Industrie mit Umsatzplus bei fast unveränderter Beschäftigung

Die rheinland-pfälzische Industrie erwirtschaftete im ersten Halbjahr 2017 höhere Umsätze als im Vorjahreszeitraum. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems beliefen sich die Erlöse auf 47,2 Milliarden Euro; das waren 7,7 Prozent mehr als von Januar bis Juni 2016 (Deutschland: plus 5,3 Prozent).

Die Umsätze im In- und im Ausland legten deutlich zu (plus 7,3 bzw. plus 8 Prozent; Deutschland: plus 4,4 bzw. plus 6,2 Prozent). Die rheinland-pfälzischen Industriebetriebe erzielten 56,5 Prozent ihrer Erlöse im Auslandsgeschäft (Deutschland: 50,3 Prozent). Die Exportquote lag damit leicht über dem Niveau des Vorjahreszeitraums (plus 0,2 Prozentpunkte; Deutschland: plus 0,5 Prozentpunkte).
In den rheinland-pfälzischen Industrieunternehmen waren von Januar bis Juni 2017 im Durchschnitt 253.500 Personen tätig. Die Zahl der Beschäftigen hat sich damit gegenüber dem Vorjahreszeitraum nur leicht verändert (plus 0,3 Prozent; Deutschland: plus 1,2 Prozent). Es wurden 197 Millionen Arbeitsstunden geleistet, was einen Anstieg um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutet (Deutschland: plus 0,7 Prozent).

Umsatzentwicklung in den wichtigsten Wirtschaftszweigen
In acht der zehn umsatzstärksten Industriebranchen waren die Erlöse in den ersten sechs Monaten 2017 höher als ein Jahr zuvor. Die größte prozentuale Umsatzsteigerung verbuchten die Hersteller von Papier, Pappe und Waren daraus (plus 28,9 Prozent). In der Metallerzeugung und -bearbeitung, in der Chemieindustrie sowie im Maschinenbau gab es ebenfalls zweistellige Zuwachsraten. Nur bei den Herstellern von Gummi- und Kunststoffwaren sowie bei den Herstellern von Kraftwagen und Kraftwagenteilen waren die Umsätze rückläufig (minus 0,4 Prozent bzw. 5,7 Prozent). Die starken Unterschiede in der Umsatzentwicklung der verschiedenen Industriezweige sind teilweise auf geänderte Branchenzuordnungen größerer Betriebe zurückzuführen, die in einzelnen Teilbereichen der Industrie den Vergleich zum Vorjahreszeitraum beeinflussen.

Beschäftigung
Die geänderte Branchenzuordnung größerer Betriebe wirkt sich auch auf die Beschäftigungsentwicklung aus. Fünf der zehn umsatzstärksten Branchen verzeichneten einen Anstieg der Beschäftigtenzahlen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die größten Steigerungen gab es in der Papier- und Pappeindustrie sowie in der Metallerzeugung und -bearbeitung (plus 13,7 Prozent bzw. plus 9,1 Prozent). In der Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen gingen die Beschäftigtenzahlen hingegen deutlich zurück (minus 9,8 Prozent).

Die Daten stammen aus dem Monatsbericht für Betriebe im Verarbeitenden Gewerbe sowie im Bergbau und der Gewinnung von Steinen und Erden, zu dem die Betriebe mit 50 und mehr Beschäftigten regelmäßig melden. Befragt werden rund 1.000 Betriebe. Die Betriebe werden nach dem wirtschaftlichen Schwerpunkt ihrer Tätigkeit eindeutig einer Industriebranche zugeordnet. Die gemeldeten Umsätze und Beschäftigtenzahlen werden dann vollständig diesem Wirtschaftsbereich zugerechnet, auch wenn der Betrieb noch in weiteren Wirtschaftszweigen tätig ist. Durch Veränderungen in der Produktionsstruktur kann sich der wirtschaftliche Schwerpunkt eines Betriebes im Zeitverlauf ändern. In diesem Fall wird der Betrieb dann seinem neuen Schwerpunkt entsprechend einem anderen Wirtschaftszweig zugeordnet. Diese Umsetzungen werden stets zu Beginn eines neuen Berichtsjahres vollzogen.

Autorin: Marie-Luise Schmittel (Referat Auswertungen, Analysen Wirtschaft, Staat)

 

 Abbildung: Säulendiagramm Monatliche Umsätze in der Industrie in Rheinland-Pfalz und in Deutschland von Juni 2016 bis Juni 2017

Abbildung: Balkendiagramm Umsätze und Beschäftigte in der rheinland-pfälzischen Industrie von Januar bis Juni 2017 nach ausgewählten Wirtschaftszweigen

Abbildung: Balkendiagramm Inlands- und Auslandsumsätze der rheinland-pfälzischen Industrie von Januar bis Juni 2017 nach ausgewählten Wirtschaftszweigen

Umsätze und Beschäftigte in der rheinland-pfälzischen Industrie Januar bis Juni 2017 nach ausgewählten Wirtschaftszweigen
Wirtschaftszweig Umsatz Beschäftigte
Januar - Juni 2017 Veränderung
gegenüber dem
Vorjahreszeitraum
Januar - Juni 2017 Veränderung
gegenüber dem
Vorjahreszeitraum
1.000 Euro % Anzahl %
Herstellung von chemischen Erzeugnissen 15.084.699 13,3 45.149 -0,9
Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen 5.985.404 -5,7 22.534 -9,8
Maschinenbau 5.242.680 12,7 36.410 1,9
Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren 2.666.765 -0,4 21.958 -1,7
Herstellung von pharmazeutischen Erzeugnissen 2.424.771 8,1 11.633 -2,3
Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln 2.146.266 6,4 13.176 2,3
Herstellung von Metallerzeugnissen 2.084.519 0,7 21.551 -0,5
Herstellung von Papier, Pappe und Waren daraus 1.860.211 28,9 9.616 13,7
Metallerzeugung und -bearbeitung 1.827.653 14,6 8.832 9,1
Herstellung von Glas und Glaswaren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden 1.502.744 6,2 13.078 2,3
Getränkeherstellung 1.284.016 1,0 5.153 2,9
Herstellung von elektrischen Ausrüstungen 835.947 0,5 8.406 1,6
Herstellung von Holz-, Flecht-, Korb- und Korkwaren (ohne Möbel) 720.047 16,8 5.843 11,8
Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen 554.704 14,4 5.434 -4,9
Reparatur und Installation von Maschinen und Ausrüstungen 536.541 35,8 7.408 9,8
Verarbeitendes Gewerbe sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden 47.152.022 7,7 253.457 0,3
Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden 11.010 5,9 221 -20,1
Verarbeitendes Gewerbe 47.141.012 7,7 253.237 0,3