Industrieumsätze von Januar bis September 2017 höher als im Vorjahreszeitraum

Die rheinland-pfälzische Industrie erwirtschaftete in den ersten neun Monaten 2017 wesentlich höhere Umsätze als im Vorjahreszeitraum. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems beliefen sich die Erlöse auf 70,7 Milliarden Euro; das waren 8,2 Prozent mehr als von Januar bis September 2016 (Deutschland: plus 5,5 Prozent).

Die Umsätze stiegen sowohl im In- als auch im Auslandsgeschäft deutlich an (plus 7,5 bzw. plus 8,7 Prozent; Deutschland: plus 4,6 bzw. plus 6,4 Prozent). Die rheinland-pfälzischen Industriebetriebe erzielten 56 Prozent ihrer Erlöse im Ausland (Deutschland: 50,0 Prozent). Die Exportquote lag damit leicht über dem Niveau des Vorjahreszeitraums (plus 0,3 Prozentpunkte; Deutschland: plus 0,4 Prozentpunkte).

In den rheinland-pfälzischen Industrieunternehmen waren von Januar bis September 2017 im Durchschnitt 254.800 Personen tätig, was einem Zuwachs um 0,7 Prozent bzw. um 1.700 Beschäftigte gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht (Deutschland: plus 1,4 Prozent). Die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden belief sich auf 294 Millionen Stunden und hielt sich damit auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums (Deutschland: plus 0,8 Prozent).

Umsatzentwicklung in den wichtigsten Wirtschaftszweigen

In acht der zehn umsatzstärksten Industriebranchen waren die Erlöse von Januar bis September 2017 höher als ein Jahr zuvor. Die größte Umsatzsteigerung verbuchten die Hersteller von Papier, Pappe und Waren daraus (plus 31,9 Prozent); vor allem die Inlandsumsätze erhöhten sich deutlich (plus 41,7 Prozent). In der Metallerzeugung und -bearbeitung, in der Chemieindustrie, im Maschinenbau und in der Pharmabranche gab es ebenfalls zweistellige Zuwachsraten. Nur die Hersteller von Kraftwagen und Kraftwagenteilen sowie die Hersteller von Gummi- und Kunststoffwaren mussten Erlösrückgänge hinnehmen (minus 4,3 bzw. minus 1,3 Prozent). Die starken Unterschiede in der Umsatzentwicklung der verschiedenen Industriezweige sind teilweise auf geänderte Branchenzuordnungen größerer Betriebe zurückzuführen, die in einzelnen Teilbereichen der Industrie den Vergleich zum Vorjahreszeitraum beeinflussen.

Beschäftigung

Die geänderte Branchenzuordnung größerer Betriebe wirkt sich auch auf die Beschäftigungsentwicklung aus. Sechs der zehn umsatzstärksten Branchen verzeichneten einen Anstieg der Beschäftigtenzahlen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Deutliche Steigerungen waren in der Herstellung von Papier, Pappe und Waren daraus sowie in der Metallerzeugung und
-bearbeitung zu verzeichnen (plus 14,3 bzw. plus 8,1 Prozent). In der Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen gingen die Beschäftigtenzahlen hingegen deutlich zurück (minus 9,5 Prozent).

Die Daten stammen aus dem Monatsbericht für Betriebe im Verarbeitenden Gewerbe sowie im Bergbau und der Gewinnung von Steinen und Erden, zu dem die Betriebe mit 50 und mehr Beschäftigten regelmäßig melden. Befragt werden rund 1.000 Betriebe. Die Betriebe werden nach dem wirtschaftlichen Schwerpunkt ihrer Tätigkeit eindeutig einer Industriebranche zugeordnet. Die gemeldeten Umsätze und Beschäftigtenzahlen werden dann vollständig diesem Wirtschaftsbereich zugerechnet, auch wenn der Betrieb noch in weiteren Wirtschaftszweigen tätig ist. Durch Veränderungen in der Produktionsstruktur kann sich der wirtschaftliche Schwerpunkt eines Betriebes im Zeitverlauf ändern. In diesem Fall wird der Betrieb dann seinem neuen Schwerpunkt entsprechend einem anderen Wirtschaftszweig zugeordnet. Diese Umsetzungen werden stets zu Beginn eines neuen Berichtsjahres vollzogen.

Autorin: Anastasia Anton (Referat Auswertungen, Analysen Wirtschaft, Staat)

 

Umsätze und Beschäftigte in der rheinland-pfälzischen Industrie Januar bis September 2017 nach ausgewählten Wirtschaftszweigen
Wirtschaftszweig Umsatz Beschäftigte
Januar - September 2017 Veränderung
gegenüber dem
Vorjahreszeitraum
Januar - September 2017 Veränderung
gegenüber dem
Vorjahreszeitraum
1.000 Euro % Anzahl %
Herstellung von chemischen Erzeugnissen 22.240.124 13,6 45.196 -0,6
Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen 9.181.803 -4,3 22.703 -9,5
Maschinenbau 7.661.340 13,2 36.567 2,4
Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren 4.047.163 -1,3 22.072 -1,6
Herstellung von pharmazeutischen Erzeugnissen 3.755.093 10,8 11.639 -2,2
Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln 3.231.458 7,6 13.310 2,8
Herstellung von Metallerzeugnissen 3.126.516 1,7 21.725 1,0
Herstellung von Papier, Pappe und Waren daraus 2.837.308 31,9 9.659 14,3
Metallerzeugung und -bearbeitung 2.760.506 15,6 8.857 8,1
Herstellung von Glas und Glaswaren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden 2.272.345 4,9 13.172 2,7
Getränkeherstellung 1.979.362 0,6 5.201 3,2
Herstellung von elektrischen Ausrüstungen 1.265.094 0,4 8.477 1,8
Herstellung von Holz-, Flecht-, Korb- und Korkwaren (ohne Möbel) 1.090.874 15,7 5.921 10,8
Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen 815.421 12,8 5.455 -3,7
Reparatur und Installation von Maschinen und Ausrüstungen 812.779 29,4 7.456 10,6
Verarbeitendes Gewerbe sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden 70.672.091 8,2 254.763 0,7
Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden 17.332 9,7 221 -15,0
Verarbeitendes Gewerbe 70.654.759 8,2 254.542 0,7