Industrie investierte 2016 rund 2,5 Milliarden Euro

Die rheinland-pfälzischen Industriebetriebe tätigten 2016 Investitionen in Höhe von 2,5 Milliarden Euro. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems lag das Volumen deutlich unter dem Niveau des Vorjahres; die Investitionen in Maschinen und Anlagen sowie Grundstücke und Gebäude gingen gegenüber 2015 um 585 Millionen Euro bzw. 18,7 Prozent zurück (Deutschland: plus 4,8 Prozent). Zuvor waren die Investitionen in der rheinland-pfälzischen Industrie sechs Jahre hintereinander gestiegen. Die Investitionsquote, die die Investitionen zum Umsatz in Beziehung setzt, nahm gegenüber 2015 um 0,6 Prozentpunkte auf 2,8 Prozent ab.

Ein wesentlicher Grund für den Rückgang ist die schwache Investitionstätigkeit in der Chemischen Industrie, die – gemessen am Umsatz – die größte Branche des rheinland-pfälzischen Verarbeitenden Gewerbes ist. Hier wurden 2016 rund 550 Millionen Euro investiert, das war in etwa halb soviel wie im Vorjahr. Trotz des starken Rückgangs entfiel mit gut 21 Prozent weiterhin der größte Anteil der Investitionen auf die Chemieindustrie.

In der Metallerzeugung und -bearbeitung gab es ebenfalls einen kräftigen Rückgang (minus 38,9 Prozent auf 82 Millionen Euro). Auch in den meisten übrigen großen Industriebranchen lagen die Investitionen unter dem Niveau von 2015; sie sanken beispielsweise im Maschinenbau um 6,4 Prozent und in der Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen um 1,3 Prozent. Von den zehn umsatzstärksten Industriebranchen erhöhten nur die Glas- und Keramikindustrie sowie die Gummi- und Kunststoffwarenindustrie ihr Investitionsbudget (plus 11,7 bzw. plus 4,9 Prozent).

Im Verhältnis zum Umsatz waren die Investitionen 2016 in der Gummi- und Kunststoffwarenindustrie am höchsten; die Investitionsquote belief sich auf 4,8 Prozent. Die zweithöchste Quote hatten die Hersteller von Metallerzeugnissen (4,2 Prozent). Besonders niedrig waren die Investitionen im Vergleich zum Umsatz in der Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen (1,7 Prozent). Die zweitniedrigste Investitionsquote wies 2016 die Chemieindustrie auf (2,1 Prozent).

Der Hauptanteil der Bruttoanlageinvestitionen entfiel mit knapp 2,3 Milliarden Euro auf Maschinen, maschinelle Anlagen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung; das waren 11,7 Prozent weniger als 2015. Die Investitionen in Grundstücke und Gebäude haben sich gegenüber 2015 halbiert. Sie gingen um 51 Prozent auf 268 Millionen Euro zurück. Hier tritt allerdings ein statistischer Basiseffekt auf, da das Investitionsvolumen 2015 außergewöhnlich hoch war.  

Die Daten stammen aus der Investitionserhebung der Betriebe im Verarbeitenden Gewerbe sowie im Bergbau und der Gewinnung von Steinen und Erden, zu dem die Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten jährlich melden. Befragt werden  ca. 2.200 Betriebe. Gesicherte Daten über die getätigten Investitionen liegen bei den Betrieben erst ab der Mitte des auf das Berichtsjahr folgenden Jahres vor. Ein Grund dafür ist, dass das Geschäftsjahr bei Unternehmen vom Kalenderjahr abweichen kann. Die Daten über Investitionen werden in Betrieben und Unternehmen aus dem Rechnungswesen generiert. Schließlich ist es erforderlich, die Daten sogenannter Mehrländerunternehmen zwischen den Bundesländern abzugleichen.

Autorin: Diane Dammers (Referat Auswertungen, Analysen Wirtschaft, Staat)

 

Bruttoanlageinvestitionen im rheinland-pfälzischen verarbeitenden Gewerbe 2016 nach ausgewählten Wirtschaftszweigen
Wirtschaftszweig1 1.000 Euro Anteil an
Gesamt-
investitionen
Veränderung
gegenüber
2015
Investitions-
quote2
%
Herstellung von chemischen Erzeugnissen 549.516 21,6 -49,5 2,1
Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren 275.739 10,8 4,9 4,8
Maschinenbau 237.466 9,3 -6,4 2,5
Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen 224.105 8,8 -1,3 1,7
Herstellung von Metallerzeugnissen 203.519 8,0 -0,6 4,2
Herstellung von pharmazeutischen Erzeugnissen 169.021 6,6 -1,0 3,8
Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln 141.218 5,6 -9,3 3,1
Metallerzeugung und -bearbeitung 82.025 3,2 -38,9 2,5
Herstellung von Glas und Glaswaren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden 141.036 5,5 11,7 4,0
Herstellung von Papier, Pappe und Waren daraus 71.377 2,8 -1,1 2,4
Getränkeherstellung 95.493 3,8 71,2 3,3
Herstellung von Holz-, Flecht-, Korb- und Korkwaren (ohne Möbel) 61.222 2,4 15,0 3,9
Herstellung von elektrischen Ausrüstungen 43.554 1,7 -5,9 2,4
Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen 41.127 1,6 31,6 3,9
Sonstiger Fahrzeugbau 28.640 1,1 26,3 2,6
Insgesamt 2.542.800 100,0 -18,7 2,8
1 Sortiert nach der Umsatzhöhe im Jahr 2016.
2 Anteil der Investitionen am Gesamtumsatz.