Bauhauptgewerbe: Weniger Betriebe, mehr Beschäftigte

Die Zahl der Betriebe im rheinland-pfälzischen Bauhauptgewerbe ist erneut zurückgegangen. Am 30. Juni 2017 zählten laut Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems 3.867 Betriebe zum Bauhauptgewerbe; das waren 2,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Beschäftigten stieg dagegen um 1,8 Prozent auf 40.200.

Zurückgegangen ist die Zahl der kleinen Betriebe mit bis zu 19 Beschäftigten; sie sank gegenüber dem Juni 2016 um 101 (minus 2,8 Prozent). In den übrigen Größenklassen gab es Zuwächse: In der Größenklasse mit 20 bis 49 Beschäftigten war ein Anstieg um sieben Betriebe bzw. 2,5 Prozent zu verzeichnen. Die Zahl der Betriebe mit 50 bis 99 Beschäftigten stieg um zehn an  (plus 14,5 Prozent), außerdem gab es einen Betrieb mehr, der 100 und mehr Beschäftigte hat.

Beschäftigte

Gut die Hälfte der Beschäftigten – rund 19.800 Personen – arbeitete in kleinen Betrieben mit bis zu 19 Beschäftigten; das waren 0,8 Prozent weniger als 2016. In den übrigen Größenklassen stieg die Beschäftigtenzahl. Rund 8.000 Personen hatten in Betrieben mit 20 bis 49 Beschäftigten ihren Arbeitsplatz (plus 1,1 Prozent). In den Betrieben mit 50 bis 99 Beschäftigten wurden 5.300 tätige Personen gezählt (plus 11,5 Prozent). Die Beschäftigtenzahl der Großbetriebe mit 100 oder mehr tätigen Personen erhöhte sich um 3,4 Prozent auf rund 7.000. Damit arbeiteten 17,4 Prozent der Beschäftigten in Großbetrieben, obwohl nur etwa jeder hundertste Betrieb dieser Größenklasse angehört.

Umsatz 2016

Die Betriebe erzielten im Jahr 2016 baugewerbliche Umsätze von 5,1 Milliarden Euro, was einen Zuwachs um 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Das größte Plus gab es bei den Betrieben mit 50 bis 99 Beschäftigten (plus 28,8 Prozent); Erlösrückgänge mussten nur die Betriebe mit 20 bis 49 Beschäftigten hinnehmen (minus 5,2 Prozent).

Der Bau von Gebäuden leistete mit gut 1,5 Milliarden Euro den größten Beitrag zum baugewerblichen Umsatz. In diesem Bereich stiegen die Erlöse kräftig um 12,5 Prozent. Knapp dahinter folgten die sonstigen spezialisierten Bautätigkeiten, wie z. B. Dachdeckerei, Zimmerei und Gerüstbau. Auf sie entfiel ein baugewerblicher Umsatz von 1,5 Milliarden Euro; das waren 1,6 Prozent mehr als 2015. Der Bau von Straßen und Eisenbahnverkehrsstrecken trug knapp 1,1 Milliarden Euro bei (plus 2,0 Prozent). Erlösrückgänge gab es lediglich im Bereich sonstiger Tiefbau, der 404 Millionen Euro erwirtschaftete (minus 1,1 Prozent).   

In der Ergänzungserhebung im Bauhauptgewerbe werden alle bauhauptgewerblichen Betriebe von Unternehmen des Bauhauptgewerbes, des übrigen produzierenden Gewerbes und von Unternehmen anderer Wirtschaftsbereiche sowie Arbeitsgemeinschaften des Bauhauptgewerbes erfasst. In der Strukturerhebung 2016 wurden alle 3.867 Betriebe der Branche, also auch Klein- und Kleinstbetriebe, befragt. Zweck der Erhebung ist es, die Betriebs- und Beschäftigtenstruktur darzustellen. Während die Betriebs- und Beschäftigtenzahlen den Stand vom 30. Juni 2017 wiedergeben, beziehen sich die Umsatzzahlen auf das Jahr 2016.

Autorin: Diane Dammers (Referat Auswertungen, Analysen Wirtschaft, Staat)

 

Baugewerblicher Umsatz in Rheinland-Pfalz im Jahr 2016 nach Wirtschaftszweigen und Beschäftigtengrößenklassen
Wirtschaftszweige Insgesamt Betriebe mit ... Beschäftigten
1 - 19 20 - 49 50 - 99 100 und
mehr
1 000 EUR
Bauhauptgewerbe insgesamt 5.106.382 1.854.611 1.023.800 951.664 1.276.307
Bau von Gebäuden 1.548.758 580.171 320.826 344.513 303.248
Bau von Straßen und Bahnverkehrsstrecken 1.078.780 95.400 127.262 248.117 608.001
Leitungstiefbau und Kläranlagenbau 361.307 56.998 115.934 71.646 116.728
Sonstiger Tiefbau 404.112 147.424 113.490 . .
Abbrucharbeiten und vorb. Baustellenarbeiten 181.771 81.897 37.978 . .
Sonstige spezialisierte Bautätigkeiten 1.531.654 892.721 308.310 166.594 164.029