Industrie
Auftragseingänge der Industrie im Dezember deutlich gesunken
Geringere Nachfrage aus dem Ausland, Inlandsbestellungen legten zu
21 / 13.02.2012
Die rheinland-pfälzische Industrie erhielt im Dezember 2011 weniger Aufträge als ein Jahr zuvor. Gegenüber dem Vormonat November nahmen die Bestellungen nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems ebenfalls ab. Die vorläufigen Werte der Auftragseingänge wurden bereits in der Schnellmeldung (PM 019/12) veröffentlicht. In dieser Pressemitteilung werden die Auftragseingänge in den wichtigsten rheinland-pfälzischen Branchen umfassend dargestellt.
Veränderungen gegenüber Dezember 2010
Im Dezember 2011 gingen bei der rheinland-pfälzischen Industrie preisbereinigt 5,8 Prozent weniger Aufträge ein als ein Jahr zuvor (Deutschland: unverändert). Grund für diesen deutlichen Rückgang waren die Auslandsorder, die um 12,3 Prozent abnahmen (Deutschland: minus 0,8 Prozent). Die Inlandsbestellungen stiegen um 4,4 Prozent (Deutschland: plus 1,2 Prozent).
Die Entwicklung der Nachfrage nach rheinland-pfälzischen Industriegütern verlief in den Branchen uneinheitlich. Die Hersteller von Metallerzeugnissen verzeichneten gegenüber dem Vorjahresmonat einen überdurchschnittlichen Zuwachs (plus 24,3 Prozent). Hier wurde die positive Entwicklung vor allem vom Inlandsgeschäft getragen, das um 38,1 Prozent zulegte; die Auslandsnachfrage war vergleichsweise verhalten (plus 2,8 Prozent). Weitaus weniger starke Impulse kamen von den Wirtschaftszweigen »Metallerzeugung und bearbeitung« (plus 3,2 Prozent) sowie »Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen« (plus 1,3 Prozent). Deutlich im Minus war im Dezember der Auftragseingang der Pharmaindustrie: Verglichen mit dem Vorjahresmonat ging er real um 28,9 Prozent zurück. Ausschlaggebend für diese Entwicklung war vor allem das Auslandsgeschäft, das um 36,3 Prozent einbrach. Aus dem Inland kamen 9,1 Prozent weniger Aufträge. In der Chemieindustrie sowie der Herstellung von Papier, Pappe und Waren daraus nahm die Nachfrage um 14,1 bzw. 11,8 Prozent ab, vor allem bedingt durch das stark rückläufige Auslandsgeschäft (minus 16,6 bzw. 14,3 Prozent).
Veränderungen gegenüber November 2011
Gegenüber dem Vormonat November 2011 fielen die Auftragseingänge um 4 Prozent (Deutschland: minus 2 Prozent). Die Inlandsorder sanken deutlich um 6 Prozent (Deutschland: minus 9,4 Prozent), während sich die Auslandsnachfrage um 2,4 Prozent abschwächte (Deutschland: plus 4,2 Prozent). Bei den Herstellern von Kraftwagen und Kraftwagenteilen legten die Bestellungen kräftig um 11,8 Prozent zu. Ursächlich hierfür war die überproportionale Zunahme der Auslandsbestellungen (plus 30,3 Prozent), während die Inlandbestellungen um 9,8 Prozent sanken. Die Nachfrage im Maschinenbau schwächte sich auf plus 1 Prozent ab, nachdem sie im Vormonat um fast 27 Prozent zugelegt hatte. Hier konnte das rückläufige Auslandsgeschäft (minus 9,4 Prozent) durch die überdurchschnittliche Zunahme der Inlandsbestellungen (plus 25,7 Prozent) kompensiert werden. Teilweise deutlich im Minus waren die übrigen Wirtschaftszweige. Zweistellige Rückgänge verzeichnete die Hersteller von pharmazeutischen Erzeugnissen (minus 16,3 Prozent) und von Papier, Pappe und waren daraus (minus 11,5 Prozent) sowie die Chemieindustrie (minus 10,6 Prozent). Einen etwas schwächeren Nachfragerückgang gab es bei der Metallerzeugung und bearbeitung mit minus 6,7 Prozent.
Zur Konjunktur im verarbeitenden Gewerbe erscheinen monatlich vier Pressemitteilungen:
Schnellmeldung mit vorläufigen Ergebnissen (3. Februar 2012)
Auftragseingangsindex
Produktionsindex (27. Februar 2012)
Umsatz und Beschäftigte (28. Februar 2012)
Die Daten stammen aus dem Monatsbericht für Betriebe im verarbeitenden Gewerbe sowie im Bergbau und der Gewinnung von Steinen und Erden, zu dem die Betriebe mit 50 und mehr Beschäftigten regelmäßig melden. Befragt werden rund 990 Betriebe. Der Auftragseingangsindex ist ein wichtiger Frühindikator zur Einschätzung der Wirtschaftsentwicklung.
Autor: Peter Lübbers (Referat Unternehmensstatistiken)

| Index des Auftragseingangs im verarbeitenden Gewerbe im Dezember 2011 nach ausgewählten Wirtschaftszweigen |
|
Wirtschaftszweig* | Veränderung gegenüber Dezember 2010 | Veränderung gegenüber November 2011 |
Insgesamt | Inland | Ausland | Insgesamt | Inland | Ausland |
% |
Verarbeitendes Gewerbe insgesamt | -5,8 | 4,4 | -12,3 | -4,0 | -6,0 | -2,4 |
darunter | | | | | | |
Herstellung von chemischen Erzeugnissen | -14,1 | -9,1 | -16,6 | -10,6 | -10,2 | -10,8 |
Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen | 1,3 | -0,6 | 2,4 | 11,8 | -9,8 | 30,3 |
Maschinenbau | -6,3 | 27,0 | -18,7 | 1,0 | 25,7 | -9,4 |
Herstellung von Metallerzeugnissen | 24,3 | 38,1 | 2,8 | 0,0 | 2,9 | -5,6 |
Herstellung von pharmazeutischen Erzeugnissen | -28,9 | -9,1 | -36,3 | -16,3 | -17,7 | -15,6 |
Metallerzeugung und -bearbeitung | 3,2 | 10,4 | -2,7 | -6,7 | -13,8 | 0,8 |
Herstellung von Papier, Pappe und Waren daraus | -11,8 | -10,7 | -14,3 | -11,5 | -11,7 | -10,9 |
* Wirtschaftszweige geordnet nach der Höhe der Umsätze im Jahr 2010. |