Indikatoren in der Gesundheitsberichterstattung
Grundlagen
Die hier angebotenen statistischen Indikatoren stellen aggregierte Sachverhalte dar, die vor dem Hintergrund gesundheitspolitischer Ziele ein Monitoring der gesundheitlichen Lage, Ressourcen und Leistungen im Gesundheitssektor ermöglichen. Sie werden dem Datenbestand der Gesundheitsstatistiken und anderer Statistiken entnommen und regelmäßig aktualisiert.
Bei den Indikatoren im Sinne der Gesundheitsberichterstattung handelt es sich um eine Sammlung von wichtigen Merkmalen zu den jeweiligen Themenfeldern und deren Zusammenstellung in Tabellenform. Dazu gehören auch Merkmale, die damit in engem Zusammenhang gesehen werden können. Wegen einer wechselseitigen Abhängigkeit zwischen Gesundheit und sozialer Lage der Bevölkerung sind dies z. B. sozialstrukturelle Daten.
Die Indikator-Tabellen folgen im Wesentlichen den einheitlich vereinbarten Konzeptionen der Arbeitsgemeinschaft der Obersten Landesgesundheitsbehörden (AOLG) wie sie in dem Indikatorensatz für die Gesundheitsberichterstattung der Länder, dritte Fassung, 2003, Band 1 und Band 2 niedergelegt sind.
Kennzeichnung der Indikator-Tabellen
Die Nomenklatur für die Indikator-Tabellen erlaubt ? entsprechend der Zielsetzung des abgestimmten Indikatorensatzes ? Vergleiche mit anderen darauf gestützten Angeboten. Die Stellen vor dem Punkt bezeichnen das Themenfeld, danach folgen zwei bzw. drei weitere Stellen für die laufende Nummerierung der Indikatoren. Soweit die laufende Nummerierung unterbrochen ist, werden die jeweiligen Tabellen zu einem späteren Zeitpunkt noch eingestellt oder können zurzeit für Rheinland-Pfalz noch nicht verfügbar gemacht werden.
Mit einer weiteren Ziffer hinter der laufenden Nummerierung (z. B. 8.25-1) werden Indikatoren durch zusätzliche Datentabellen erweitert oder aus technischen Gründen in mehreren Tabellenteilen angeboten. Dies kann darauf zurückzuführen sein, dass
eine Indikatortabelle aufgrund Ihrer Größe übersichtlicher in mehreren Teilen angeboten wird oder
die Verfügbarkeit von vergleichbaren Kreis und Landesergebnissen begrenzt ist oder fehlt. In diesen Fällen führen Abweichungen der Fallzahlen auf Kreis- und Landesebene zu getrennten Tabellen (siehe hierzu nähere Erläuterungen zu betroffenen Statistiken unter Punkt 3.1).
Konzeption der Tabellen und Grafiken
Die Tabellen werden im Allgemeinen direkt aus dem Landesinformationssystem des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz (LIS) generiert. Ausgewählte Merkmale einer Tabelle werden als Einstieg in einer Graphik dargestellt, bei Indikatoren im Regionalvergleich wird eine thematische Karte angeboten.
Nach der primären inhaltlichen Bestimmung werden konzeptionell drei verschiedene Indikator-Tabellen mit Merkmalen bereitgestellt:
- Tabellen im Zeitvergleich
- Tabellen im Regionalvergleich
- Tabellen in tieferer sachlicher Gliederung
Soweit es sich um eine der beiden erstgenannten vergleichenden Tabellenübersichten handelt, geht dies aus dem Tabellentitel hervor. Ergebnisse für Regionen und ausgewählte einzelne Jahre werden aber nicht nur in Form dieser vergleichenden Übersichtstabellen angeboten. Immer dann, wenn es die Datenlage zulässt, ist eine Tabelle mit einer Zeitreihe auch für verschiedene Regionen (Kreise und kreisfreie Städte) abrufbar und eine Regionaltabelle für mehrere Jahre. Auch Tabellen, die den Schwerpunkt auf die sachliche Gliederung legen, können ggf. für zurückliegende Jahre und/oder neben dem Land für einzelne Regionen abgerufen werden.
Zu allen Indikatoren gibt es Metadaten (Erläuterungen), eine Downloadmöglichkeit im CSV-Format und eine Druckoption. Die zeitlichen und regionalen Alternativen werden über Pulldown-Menüs angeboten.
Hinsichtlich der einzelnen Nachweisungen in den Tabellen war u. a. die nachstehende inhaltliche Vorgehensweise maßgebend:
Wenn es die Datenlage ermöglicht und der differenzierte Nachweis sinnvoll ist, erfolgt entsprechend der einheitlichen Konzeption der AOLG in der Regel immer eine geschlechtsspezifische Darstellung der Merkmale.
Der nach der einheitlichen Konzeption in einigen Tabellen vorgesehene Nachweis altersstandardisierter Raten wird für Rheinland-Pfalz im Fall von Sterberaten in erweiterter Form und außerhalb der Tabellen des einheitlichen Indikatorsatzes angeboten. Die eigentlichen Indikatortabellen mit dem Nachweis der Gestorbenen beschränken sich auf die rohen Sterberaten. Die abgeleiteten Merkmale (Altersstandardisierte Sterberaten, Verlorene Lebensjahre sowie die für die Interpretation wichtigen Konfidenzintervalle) werden in PDF-Dokumenten oder Excel-Dokumenten (xls-Format) bereit gestellt. Für die Sterbefälle kann dieses Angebot im Themenbereich drei über gesonderte Download-Übersichten erschlossen werden. Berechnungen für andere Indikatoren z.B. zu Schwerbehinderten, Pflegebedürftigen und Krankenhausfällen folgen.
Metadaten und Zeichenerklärungen
Die Metadaten enthalten Angaben zu folgenden Punkten:
Datenhalter: | Institution, bei der die Daten erhoben und/oder aufbereitet werden |
|---|---|
Datenquelle: | Bezeichnung der den Daten zugrunde liegenden Statistik |
Sachliche Gliederung: | Angaben zur sachlichen Differenzierung des Tabelleninhalts |
Periodizität: | Turnus, in dem eine Aktualisierung der Daten erfolgt |
Definition: | Erläuterung von Begriffen, Berechnungsmethoden sowie Informationen zum Erhebungsverfahren, die zur Interpretation der Indikatoren unverzichtbar sind. |
Weiterführende Hinweise zur Definition und zur Validität der Daten oder zur Vergleichbarkeit mit EU-, WHO- und OECD-Indikatoren sowie einen Kommentar mit Hintergrundinformationen enthalten die insgesamt über 800 Seiten umfassenden zwei Bände der AOLG zum Indikatorensatz für die Gesundheitsberichterstattung der Länder. Die dort niedergelegten Ausführungen für den empfohlenen Indikatorensatz beschreiben darüber hinaus die Indikatoren nach verschiedenen theoretischen Gliederungsaspekten als Ergebnis-, Prozessindikatoren bzw. als Gesundheitsdeterminanten.
Die hier ausgewählten Metadaten beschränken sich auf die wichtigsten Informationen zum Verständnis der Daten. Im konkreten Einzelfall können sie aufgrund der zusammenfassenden Darstellung oder auch besonderer landesspezifischer Verhältnisse von den in den o. gen. Bänden veröffentlichten Informationen abweichen.
Die Kennzeichnung fehlender Nachweisungen oder von tatsächlichen Nullwerten kann in den Tabellen und Grafiken aus technischen Gründen nur eingeschränkt erfolgen. Hinter einem Strich "-" in der Tabelle können sich daher mehrere Information verbergen:
- nichts vorhanden (weit überwiegende Bedeutung)
- Zahl unbekannt oder geheim
- Nachweis nicht sinnvoll Zahl fällt später an oder wurde aufgrund fehlender Daten nicht berechnet
- Keine Angabe, da Zahl nicht sicher genug
Sonstige Hinweise für die statistischen Auswertungen
Verhältniszahlen
Die meisten der Tabellen enthalten Verhältniszahlen zu Vergleichszwecken. Die gewählte Dimension (z. B. je 100 000 bei Einwohnern) richtet sich wegen der leichteren Vergleichbarkeit mit den Angeboten anderer Länder nach den Vorgaben des einheitlichen Indikatorensatzes. Angesichts der realen absoluten Größenordnung des Bezugsmerkmals im Land, insbesondere bei Darstellungen in tieferer sachlicher oder regionaler Gliederung, kann die gewählte Dimension allerdings zu einem Verhältniswert führen, der ein Vielfaches des möglichen Wertes widerspiegelt. Realistischer dagegen wäre in solchen Fällen ein Bezug je 1 000 Einwohner (bei insgesamt z. B. 20 000 Einwohnern), so dass Fallzahlen in einer tatsächlich gegebenen Größenordnung abgebildet würden.
Für die Berechnung von Verhältniszahlen mit Bezug je Einwohner wird die durchschnittliche Bevölkerung herangezogen. Für die Jahre seit 2001 erfolgt die Berechnung auf der Grundlage von Monatswerten; vor 2001 wird hilfsweise das arithmetische Mittel der beiden Stichtagszahlen 31.12. des Vorjahres und des aktuellen Jahres herangezogen. Soweit andere Bezüge hergestellt werden, wie z. B. zu Vollzeitäquivalenten, wird die Datenbasis in den Definitionen zu der Tabelle erläutert.
Abweichungen zwischen inhaltlich vergleichbaren Werten bei regionalen Darstellungen
Im Fall von Tabellen, denen (auch) Daten der Diagnosestatistik zugrunde liegen, sind die Abweichungen zwischen dem Landesergebnis und der Summe der Kreisergebnisse auf die Wahrung der statistischen Geheimhaltung von Einzelfalldaten zurückzuführen. Einzelfalldaten werden regional nicht ausgewiesen, sondern fließen nur als Summe ohne diagnostische Differenzierung in das Landesergebnis ein. Für einen Indikator werden daher das Landesergebnis und die Kreisergebnisse in zwei getrennten Tabellen dargestellt.
Für die Daten zu "Rentenzugängen" sowie zu "Leistungen zur medizinischen Rehabilitation und sonstigen Leistungen zur Teilhabe" erfolgt die Aufbereitung für eine Vielzahl von Einzeldiagnosen nur auf Landesebene. In aggregierterer Form werden die Ergebnisse auch für Kreise bereitgestellt. Die zu einem Indikator alternativ angebotenen Tabellen unterscheiden sich daher ggf. in einzelnen Merkmalen. Darüber hinaus können für gleiche Merkmale in den verschiedenen Datensätzen, aus denen die Tabellen generiert werden, durch Unterschiede im Grad der Zuordnung alter ICD-9-Positionen zu den aktuellen ICD-10-Nachweisungen unterschiedliche Werte auftreten.
Klassifikationssystem
ICD ist die Abkürzung für "International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems". Nach diesem von der Weltgesundheitsorganisation herausgegebenen Klassifikationssystem werden die medizinischen Hauptdiagnosegruppen und Diagnosen einheitlich verschlüsselt. Den vorliegenden Daten liegt die die 10. Revision des Klassifikationssystems (ICD 10 bzw. der ICD-10-GM, German Midification) zugrunde. Im Internet verfügbar unter http://www.dimdi.de/static/de/klassi/index.htm

