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Das Statistische Landesamt in Bad Ems

Das Statistische Landesamt in Bad Ems ist seit über 60 Jahren der Dienstleister rund um die statistische Infrastruktur in Rheinland-Pfalz. Anfang 1948 wurde die Arbeit in Bad Ems aufgenommen, nachdem die provisorische Landesregierung die Zusammenlegung der beiden von der französischen Militärregierung direkt nach Kriegsende in Neustadt und Koblenz gegründeten statistischen Ämter zum 1. Januar 1947 verfügt hatte.

Warum Statistik?

Statistiken sind kein Selbstzweck, sie stiften Nutzen. Sie dienen der Orientierung und Positionsbestimmung, sie sind Teil eines gesellschaftlichen Controllings und oftmals Grundlage der Entscheidungsfindung, ob in Wirtschaft, Politik, Verwaltung oder für Bürgerinnen und Bürger. 251 EU- und Bundesstatistiken sowie 61 Landesstatistiken liefern die erforderlichen Informationen über den Zustand und die Entwicklung von Gesellschaft, Wirtschaft, öffentlichem Sektor und Umwelt. Neutralität, Objektivität, wissenschaftliche Unabhängigkeit und Datenschutz sind dabei die obersten Grundsätze.

Daten für jedermann

Ein sehr wichtiges Ziel des Statistischen Landesamtes ist es, die Daten für jedermann verständlich aufzubereiten und allen Interessierten zugänglich zu machen.

  • Der Auskunftsdienst beantwortet jährlich rund 7.000 Anfragen, unter anderem von Unternehmen, Behörden, Verbänden, Universitäten und Privatpersonen.

  • Die Veröffentlichungen können in der Regel als PDF-Datei kostenfrei heruntergeladen werden.

  • Immer mehr Menschen informieren sich via Internet unter www.statistik.rlp.de über die Daten. Die Zahl der monatlichen Seitenaufrufe hat sich von rund 90.000 im Jahr 2005 auf etwa 200.000 mehr als verdoppelt.

Entlastung der Wirtschaft

Dem großen Interesse an aktuellen und verlässlichen Zahlen stehen Belastungen durch die amtliche Statistik gegenüber. In Rheinland-Pfalz berichten von rund 175.000 Unternehmen und Freiberuflern 85 Prozent zu keiner Statistik, 9 Prozent zu einer, 3 Prozent zu zwei und ebenfalls 3 Prozent zu drei oder mehr Statistiken. Die hiermit verbundenen Belastungen weiter zu reduzieren ist eine Daueraufgabe der statistischen Ämter von Bund und Ländern. So werden statistische Erhebungen bereits in einigen Bereichen durch die Nutzung von Verwaltungsdaten ersetzt. Diese Methode könnte in Zukunft eine noch umfassendere Entlastung der Wirtschaft bewirken. Dies kann aber nur gelingen, wenn die Verwaltungsdaten auch für die Zwecke der Statistik erfasst werden und den Qualitätsanforderungen der Statistik entsprechen.

Statistik und Bürokratiekosten

Im Auftrag der Bundesregierung erfolgte eine Messung der Bürokratiekosten für die Wirtschaft. Dabei kam das Standardkosten-Modell zum Einsatz. Gemessen an den so ermittelten 9.234 Informations- und Berichtspflichten, die die Unternehmen belasten, und zu denen beispielsweise die Aufbewahrung von Rechnungen sowie die Abgabe der Steuererklärung gehören, beträgt der Anteil der auf statistische Informationspflichten 1,5 Prozent (165 Informationspflichten). Die dadurch verursachten Kosten in Höhe von 350 Millionen Euro, entsprechen 0,7 Prozent der bisher gemessenen Belastung der Wirtschaft in diesem Bereich. Der größte Teil, nämlich 90 Prozent, entfallen dabei auf 25 Statistiken. Trotz des relativ geringen Anteils der amtlichen Statistik an den Informations- und Berichtspflichten, bleibt die Entlastung der Wirtschaft auch weiterhin eine der wichtigsten Aufgaben der statistischen Ämter des Bundes und der Länder.

Online-Verfahren

Das Statistische Landesamt setzt bei der Datenerhebung auf das Internet. Auskunftspflichtige sparen dadurch Zeit und Geld, und die Ergebnisse können schneller veröffentlicht werden.

Arbeitsteilung zwischen den Statistischen Ämtern

Die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder arbeiten seit Jahrzehnten eng zusammen. Das gilt insbesondere für die Programmierung und Pflege der speziellen Software, die für die Aufbereitung und Auswertung der Erhebungen eingesetzt wird. Die Programmierung ist zwischen den Ämtern aufgeteilt, das heißt, für eine Statistik programmiert ein Landesamt und stellt die Software allen zur Verfügung. Mit dem Masterplan zur Reform der amtlichen Statistik wird diese Arbeitsteilung auf die Datenaufbereitung und die Datenhaltung ausgedehnt. Die Daten zu einer Statistik werden zentral in einem Statistischen Landesamt aufbereitet und gespeichert, die anderen Landesämter können auf ihre jeweiligen Ergebnisse zugreifen.

Nicht nur Statistik

Das Statistische Landesamt in Bad Ems befasst sich nicht nur mit Statistik. Es ist auch Dienstleister für die rationelle Erledigung von zahlenintensiven Verwaltungsaufgaben. So werden im Statistischen Landesamt alle Berechnungen zur Auszahlung des Wohngeldes sowie für landwirtschaftliche Fördermaßnahmen durchgeführt. Ferner berechnet das Statistische Landesamt die Schlüsselzuweisungen an die Gemeinden, Verbandsgemeinden und Landkreise im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs, die Gemeindeanteile an der Einkommen- und der Umsatzsteuer sowie die Gewerbesteuerumlage, führt die Grundvermögensdatei des Landes und erfasst täglich die von den Landeskassen gemeldeten Einnahmen und Ausgaben im Rahmen der Landeshaushaltsrechnung. Nicht zuletzt folgt eine wichtige Aufgabe aus der Funktion des Präsidenten des Statistischen Landesamtes als Landeswahlleiter.

Ausbildung

Das Statistische Landesamt bietet jungen Menschen verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten an, wobei sich die Angebote am jeweils abzusehenden Personalbedarf orientieren. Lagen die Schwerpunkte in den vergangenen Jahren auf der Ausbildung von Fachinformatikern und Verwaltungskräften, kam in Jahr 2008 mit den Fachngestellten für Markt- und Sozialforschung ein noch junger Ausbildungsberuf hinzu.

Organisationsplan

Organigramm (PDF-Datei)

Verhaltenskodex

Der Verhaltenskodex für europäische Statistiken basiert auf 15 Grundsätzen für den institutionellen Rahmen, die statistischen Prozesse und die statistischen Produkte. Zum Verhaltenskodex