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Außenhandel: Einzelansicht

Außenhandel erholt sich von der Wirtschaftskrise
Importe erreichen annähernd das Niveau von 2008

207 / 13.12.2010

Der rheinland-pfälzische Außenhandel erholt sich zunehmend von den Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise. Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems wurden von Januar bis September 2010 Güter im Wert von 30,1 Milliarden Euro exportiert, das waren 16,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum (Deutschland: plus 19 Prozent). Dieses positive Ergebnis beruht allerdings zum Teil auf einem Basiseffekt, da im Sommer 2009 bei den Exporten der Tiefpunkt der Krise erreicht war. Der Exportwert erreichte annähernd das Niveau von 2007, die Höchstmarke des Jahres 2008 wurde um 13,9 Prozent unterschritten.

Die für den rheinland-pfälzischen Export bedeutenden Branchen profitierten in unterschiedlichem Maße von der gestiegenen Nachfrage aus dem Ausland. Positiv entwickelten sich insbesondere die Ausfuhren der Hersteller von Kraftwagen und Kraftwagenteilen (plus 37,1 Prozent). Auch die Produzenten chemischer Erzeugnisse verbuchten starke Zuwächse (plus 28,9 Prozent). Verhaltener fiel der Anstieg der Exporte im Maschinenbau aus (plus 8,3 Prozent). Die Hersteller pharmazeutischer und ähnlicher Erzeugnisse lieferten in den ersten drei Quartalen 2010 insgesamt 8,7 Prozent weniger Waren ins Ausland als im Vorjahreszeitraum, was auf den Wegfall von im Jahr 2009 zu beobachtenden Sondereffekten zurückzuführen ist.

Noch rascher als die Exporte erholten sich die Importe von den Auswirkungen der Wirtschaftskrise. Der Rekordwert des Jahres 2008 wurde nur knapp verfehlt. Von Januar bis September 2010 wurden Waren im Wert von 20,3 Milliarden Euro eingeführt, 25,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum (Deutschland: plus 19,4 Prozent).

Ausfuhren nach Zielregionen

Die Mitgliedsländer der Europäischen Union (EU) waren mit einem Anteil von 60 Prozent am Ausfuhrwert wichtigstes Absatzgebiet der rheinland-pfälzischen Exporteure. Von Januar bis September 2010 lieferte die rheinland-pfälzische Wirtschaft Produkte im Wert von 18 Milliarden Euro in EU-Länder. Waren im Wert von 2,7 Milliarden Euro (8,9 Prozent der rheinland-pfälzischen Ausfuhren) wurden in die übrigen europäischen Staaten exportiert.

Die Ausfuhr von Waren nach Amerika erreichte den Wert von gut 4,2 Milliarden Euro, das waren 14 Prozent der rheinland-pfälzischen Exporte. Knapp 4,1 Milliarden Euro bzw. 13,7 Prozent des rheinland-pfälzischen Exportvolumens entfielen auf den asiatischen Markt. Es folgten Afrika mit 2,5 Prozent sowie Australien und Ozeanien mit einem Anteil von 0,9 Prozent. Die wichtigsten Handelspartner im Export waren Frankreich, die USA und Italien.

Einfuhren nach Herkunftsregionen

In den ersten drei Quartalen 2010 wurden Waren im Wert von 12,6 Milliarden Euro aus EU-Ländern importiert, das waren 62 Prozent der rheinland-pfälzischen Einfuhren. Waren im Wert von 2,4 Milliarden Euro kamen aus dem übrigen Europa (11,6 Prozent der Importe). Aus Asien stammten Waren im Wert von 2,8 Milliarden Euro (14 Prozent der Einfuhren). Importe aus Amerika machten mit einem Warenwert von 2,1 Milliarden Euro 10,5 Prozent der rheinland-pfälzischen Einfuhren aus. Aus Afrika kamen 1,7 Prozent der eingeführten Waren, aus  Australien und Ozeanien 0,2 Prozent. Die wichtigsten Handelspartner waren Belgien, Frankreich und die Niederlande.

Die Daten stammen aus der monatlichen Außenhandelsstatistik, die zentral vom Statistischen Bundesamt erhoben und aufbereitet wird. Dabei wird unterschieden zwischen Intrahandelsstatistik (Warenverkehr zwischen EU-Staaten) und Extrahandelsstatistik (Warenverkehr mit Drittländern, d. h. Nicht-EU-Staaten). Berücksichtigt sind alle Wirtschaftsunternehmen, deren Exporte oder Importe beim Intrahandel einen Jahreswert von 400.000 Euro überschritten haben. Bei der Extrahandelsstatistik müssen Warensendungen mit einem Wert von über 1.000 Euro gemeldet werden.

Autorin: Diane Dammers (Referat Unternehmensstatistiken)

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