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Pressemitteilung

Weniger Treibhausgase emittiert Rückgang seit 1995 um fast 40 Prozent

173 / 04.12.2009

Der Ausstoß von Treibhausgasen ist in Rheinland-Pfalz deutlich zurückgegangen. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems anlässlich des am 7. Dezember beginnenden UN-Klimagipfels in Kopenhagen mitteilt, wurden die Emissionen an Kohlendioxid, Lachgas und Methan gegenüber Mitte der 1990er-Jahre um 38,6 Prozent gesenkt. Vor allem die Menge des als besonders klimaschädlich geltenden Lachgases (Distickstoffoxid) konnte stark verringert werden (minus 79 Prozent). Wesentlichen Anteil daran hatten katalytische Reinigungsverfahren, die seit etwa zehn Jahren in der chemischen Industrie Stand der Technik sind. Die Methanemissionen sanken seit 1995 um 49 Prozent, was vor allem an den verminderten Ausgasungen wegen der zurückgegangenen Deponierung von Abfällen liegt. Die Kohlendioxidmengen reduzierten sich um 14 Prozent. Zu dieser Entwicklung hat wesentlich der Umstieg auf vergleichsweise emissionsarme fossile Rohstoffe (Erdgas statt Kohle oder Heizöl) sowie der Ausbau des Einsatzes erneuerbarer Energieträger beigetragen.

Insgesamt wurden im Jahr 2006 landesweit noch 32,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente emittiert. Mit über 27 Millionen Tonnen entfiel dabei der größte Anteil (83 Prozent) auf Kohlendioxid (CO2) selbst. Dieses CO2 wird in Rheinland-Pfalz energiebedingt ausgestoßen, das heißt, es entstammt der Verbrennung fossiler Energieträger für die Stromerzeugung und die Nutzung von Kraft und Wärme durch Industrie, Verkehr, Privathaushalte und sonstige Endenergieverbraucher. Die entsprechenden CO2-Äquivalente an Lachgas beliefen sich auf knapp vier Millionen Tonnen. Methan machte noch 1,4 Millionen Tonnen aus.

An den bundesweit im Jahr 2006 emittierten 962 Millionen Tonnen an CO2-Äquivalenten hat Rheinland-Pfalz einen Anteil von rund 3 Prozent. Die vier großen Bundesländer Nordrhein-Westfalen (33 Prozent), Bayern (10 Prozent), Niedersachsen und Baden-Württemberg (jeweils 9 Prozent) verursachen gut 60 Prozent der Treibhausgasemissionen. Diese vier Länder vereinigen 40 Prozent der Einwohner auf sich.

Auch auf Bundesebene haben die energiebedingten Emissionen (784 Millionen Tonnen) den weitaus größten Anteil (82 Prozent) am Gesamtausstoß klimawirksamer Gase. Bevölkerungsreiche Bundesländer (Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen) und Länder mit überdurchschnittlichem Energiebedarf einzelner Verbrauchssektoren (z. B. Luftverkehr in Hessen), aber auch solche, die einen überproportionalen Beitrag für die nationale Energieversorgung erbringen (Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Sachsen), stellen strukturbedingt stärkere Emittenten von Kohlendioxid dar.

Die Methan-Emissionen werden mit dem GWP-Wert (Global Warming Potential) von 21, die Distickstoffoxid-Emissionen mit dem GWP-Wert von 310 in CO2-Äquivalente umgerechnet. Die nach dem Kyoto-Protokoll für Deutschland insgesamt außerdem einzubeziehenden perfluorierten Kohlenwasserstoffe und teilhalogenierten Fluorkohlenwasserstoffe sowie das Schwefelhexafluorid gehen nicht in die Länderrechnungen ein. Vom Vergleichswert auf Bundesebene wurden daher die entsprechenden Emissionen abgezogen. Datenquelle für die anteiligen Länderwerte sind die Umweltökonomischen Gesamtrechnungen der Bundesländer (UGRdL). Aufgrund der unterschiedlichen Aktualität in den Bundesländern ergeben sich als Ländersumme geringfügige Abweichungen zum Wert für Deutschland 2006 (Quelle dafür: Nationale Trendtabellen für die deutsche Berichterstattung atmosphärischer Emissionen (Stand 11/2008) des Umweltbundesamtes).

Autor: Gerd Kramer (Referat Landwirtschaft, Umwelt)

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