Bruttoinlandsprodukt: Einzelansicht

Durchschnittlich 18.500 Euro pro Einwohner für Konsum und Sparen
Einkommen in den Landkreisen stärker gestiegen als in den Städten

186 / 08.11.2010

Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte liegt, je Einwohner, in den rheinland-pfälzischen Landkreisen höher als in den kreisfreien Städten. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems verfügte jeder Einwohner der 24 Landkreise im Jahr 2008 durchschnittlich über 18.807 Euro, in den zwölf kreisfreien Städten waren es 17.628 Euro. Der Landesdurchschnitt lag bei 18.509 Euro.

Unter den Landkreisen war das höchste Pro-Kopf-Einkommen mit 21.779 Euro in Mainz-Bingen zu verzeichnen, während in Kusel je Einwohner durchschnittlich 17.060 Euro zur Verfügung standen. Bei den Städten reichte die Spanne von 19.702 Euro in Neustadt an der Weinstraße bis 16.182 Euro in Ludwigshafen.

Der Anstieg der Pro-Kopf-Einkommen war in den zurückliegenden Jahren in den Landkreisen höher als in den kreisfreien Städten. In den Landkreisen nahm das verfügbare Einkommen gegenüber dem Jahr 2007 um 3,2 Prozent zu, in den kreisfreien Städten um 2,3 Prozent. Auch über den längeren Zeitraum von 2000 bis 2008 betrachtet fiel der Anstieg in den Landkreisen im Mittel stärker aus (plus 19,7 Prozent) als in den kreisfreien Städten (plus 14,4 Prozent). Beeinflusst wird diese unterschiedliche Entwicklung nicht nur durch die Veränderung des verfügbaren Einkommens selbst, sondern auch durch die der Einwohnerzahl. So ist die Bevölkerung in der Gesamtheit der kreisfreien Städte im Zeitraum von 2000 bis 2008 gestiegen, insbesondere durch deutliche Zunahmen in Mainz, Trier und Landau, während die Einwohnerzahl in der Summe der Landkreise zurückging.

Den stärksten Anstieg des Pro-Kopf-Einkommens gegenüber dem Jahr 2000 erzielte unter den Städten Trier mit 21,3 Prozent, knapp vor Speyer mit 20,6 Prozent. Dagegen nahm das Einkommen je Einwohner in Mainz nur um 8,6 Prozent zu. Ein Grund für diesen vergleichsweise schwachen Anstieg ist die Einführung der Zweitwohnsitzsteuer im Jahr 2005. Vor allem viele Studenten wandelten damals ihren Nebenwohnsitz in einen Hauptwohnsitz um; dadurch ist die Bevölkerungszahl der Landeshauptstadt deutlich gestiegen. Die höchsten Zuwachsraten unter den Landkreisen hatten Trier-Saarburg sowie der Eifelkreis Bitburg-Prüm mit über 27 Prozent zu verzeichnen, es folgen die Landkreise Vulkaneifel und Bernkastel-Wittlich. Diese Kreise liegen, wie auch die Stadt Trier, im Einzugsbereich von Luxemburg. Da immer mehr Menschen aus den grenznahen Gebieten dorthin zur Arbeit pendeln, profitiert die Region von der sehr dynamischen wirtschaftlichen Entwicklung des Großherzogtums.

Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte umfasst sämtliche empfangenen Erwerbs- und Vermögenseinkommen einschließlich der empfangenen laufenden Übertragungen (wie Renten, Arbeitslosengeld usw.) und abzüglich der geleisteten laufenden Übertragungen (vor allem direkte Steuern und Sozialbeiträge). Es entspricht damit dem Einkommen, das den privaten Haushalten letztlich zufließt und das sie für Konsum- oder Sparzwecke verwenden können.Nähere methodische Erläuterungen und Ergebnisse enthält der neu erschienene Statistische Bericht »Primäreinkommen und verfügbares Einkommen der privaten Haushalte in den kreisfreien Städten, Landkreisen und Regionen 1992 bis 2008«. Der Bericht kann kostenfrei als PDF-Datei (414 kB) aus dem Internet heruntergeladen werden.
Die Ergebnisse für alle Landkreise und kreisfreien Städte einschließlich Zeitreihen und grafischer Darstellung können auch in Meine Heimat (Rubrik Wirtschaft) abgerufen werden.

Autor: Werner Kertels (Referat Analysen, Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen, Veröffentlichungen, Forschungsdatenzentrum)

 

Verfügbares Einkommen der privaten Haushalte 2008 nach Verwaltungsbezirken

Verwaltungsbezirk

Mill. Euro

Veränderung
gegenüber
2000 in %

Je Einwohner

Euro

Veränderung
gegenüber
2000 in %

Landeswert
= 100

Kreisfreie Städte

Frankenthal (Pfalz)

842

14,2

17.886

16,3

96,6

Kaiserslautern

1.631

12,6

16.728

15,1

90,4

Koblenz

1.928

11,7

18.155

13,5

98,1

Landau i. d. Pfalz

798

22,0

18.556

16,2

100,3

Ludwigshafen a. Rh.

2.647

14,0

16.182

13,6

87,4

Mainz

3.582

17,7

18.105

8,6

97,8

Neustadt a. d. Weinstr.

1.062

13,6

19.702

13,6

106,4

Pirmasens

735

4,5

17.656

14,0

95,4

Speyer

973

22,7

19.216

20,6

103,8

Trier

1.832

27,8

17.594

21,3

95,1

Worms

1.406

18,6

17.117

16,0

92,5

Zweibrücken

584

11,1

16.866

14,4

91,1

Landkreise

Ahrweiler

2.417

19,5

18.763

19,8

101,4

Altenkirchen (Ww.)

2.359

16,0

17.568

18,7

94,9

Alzey-Worms

2.340

20,0

18.657

18,2

100,8

Bad Dürkheim

2.657

18,1

19.807

17,7

107,0

Bad Kreuznach

2.970

20,1

18.911

20,3

102,2

Bernkastel-Wittlich

2.132

21,4

18.899

22,4

102,1

Birkenfeld

1.574

14,3

18.329

20,1

99,0

Cochem-Zell

1.153

19,0

17.817

20,6

96,3

Donnersbergkreis

1.357

20,3

17.489

21,5

94,5

Eifelkreis Bitburg-Prüm

1.724

25,7

18.127

27,4

97,9

Germersheim

2.306

20,4

18.338

17,9

99,1

Kaiserslautern

1.884

15,5

17.500

18,2

94,5

Kusel

1.271

12,7

17.060

19,4

92,2

Mainz-Bingen

4.391

23,8

21.779

18,9

117,7

Mayen-Koblenz

3.878

18,7

18.243

17,5

98,6

Neuwied

3.464

17,6

18.913

18,2

102,2

Rhein-Hunsrück-Kreis

1.923

20,7

18.491

22,2

99,9

Rhein-Lahn-Kreis

2.356

15,3

18.722

18,1

101,2

Rhein-Pfalz-Kreis

3.010

18,2

20.166

16,1

109,0

Südliche Weinstraße

2.049

19,2

18.643

18,5

100,7

Südwestpfalz

1.848

15,2

18.282

20,2

98,8

Trier-Saarburg

2.677

31,0

18.970

27,7

102,5

Vulkaneifel

1.131

20,5

18.093

24,1

97,8

Westerwaldkreis

3.853

17,7

19.137

17,9

103,4

Rheinland-Pfalz

74.744

18,6

18.509

18,3

100,0

kreisfreie Städte

18.021

16,2

17.628

14,4

95,2

Landkreise

56.723

19,4

18.807

19,7

101,6

 

 

 

 

 

 

Berechnungsstand des Statistischen Bundesamtes: August 2009



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