Soziales: Glossar

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Begriff Themengebiet Erläuterung
Adoptionspflege Soziales

Adoptionspflege ist die Probezeit vor der Annahme des Kindes. Die Adoption soll in der Regel erst dann ausgesprochen werden, wenn das Kind eine angemessene Zeit in Pflege bei den Annehmenden verbracht hat.

Amtspflegschaft Soziales

Amtspflegschaft ist eine vom Jugendamt ausgeübte Pflegschaft mit dem Ziel der Fürsorge in persönlichen und wirtschaftlichen Belangen. Im Gegensatz zur Vormundschaft umfasst sie nur die Wahrnehmung bestimmter Angelegenheiten.

Amtsvormundschaft Soziales

Amtsvormundschaft ist eine vom Jugendamt ausgeübte Vormundschaft, bei der die elterliche Sorge von einem Dritten (Vormund) übernommen wird, wenn das Kind oder der Jugendliche nicht unter elterlicher Sorge steht. Es wird zwischen bestellter und gesetzlicher Vormundschaft unterschieden. Bestellte Amtsvormundschaft tritt insbesondere durch den Entzug der elterlichen Sorge ein, gesetzliche Amtsvormundschaft, wenn ein Kind oder Jugendlicher zur Adoption frei gegeben wurde.

Angerechnetes Einkommen Soziales

Zum angerechneten Einkommen zählen sämtliche bei den Leistungsberechtigten vorkommenden Einkommensarten, die den Anspruch des Leistungsberechtigten tatsächlich mindern. Dabei werden die vom Einkommen abzusetzenden Freibeträge gemäß § 82 SGB XII von den einzelnen Einkommen abgezogen.

Arbeitsbereich Soziales

Für jede tätige Person des pädagogischen und Verwaltungspersonals ist mindestens ein erster Arbeitsbereich anzugeben. Als Arbeitsbereiche in einer Tageseinrichtung gelten:

  • die Gruppenleitung,
  • die Tätigkeit als Zweit- oder Ergänzungskraft in einer Gruppe,
  • die Tätigkeit als gruppenübergreifend tätige Zweit- oder Ergänzungskraft,
  • die Förderung von Kindern nach SGB VIII oder nach SGB XII (Eingliederungshilfe für behinderte Kinder),
  • die Leitung einer Tageseinrichtung oder
  • die Verwaltung einer Tageseinrichtung.
Arbeitslosengeld I, Arbeitslosengeld II Soziales

Das Arbeitslosengeld I (Alg I) ist die Leistung der Arbeitslosenversicherung nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) III. Arbeitslosengeld II (Alg II) bezeichnet die Geldleistungen für erwerbsfähige Hilfebedürftige im Rahmen der Grundsicherung für Arbeitsuchende (nach dem SGB II). Die Geldleistungen dienen der Sicherung des eigenen Lebensunterhalts.

Armutsgefährdungsquote Soziales

Die Armutsgefährdungsquote ist ein Indikator zur Messung relativer Einkommensarmut und wird definiert als der Anteil der Personen, deren Äquivalenzeinkommen weniger als 60% des Medians der Äquivalenzeinkommen der bundesdeutschen Bevölkerung (in Privathaushalten) beträgt.

Art der Unterbringung im Adoptionsverfahren Soziales

Vor Beginn einer Adoptionspflege bzw. eines Adoptionsverfahrens sind folgende Arten der Unterbringung eines Kindes oder Jugendlichen möglich:

  • bei den leiblichen Eltern,
  • bei einem leiblichen Elternteil mit Stiefelternteil oder Partner,
  • bei einem alleinerziehenden Elternteil,
  • bei den Großeltern,
  • bei sonstigen Verwandten,
  • in einer Pflegefamilie,
  • in einem Heim,
  • im Krankenhaus oder
  • an einem unbekannten Ort.


Asylbewerber/-innen Soziales

Auf der Grundlage des Gesetzes zur Neuregelung der Leistungen an Asylbewerber/-innen – Asylbewerberleistungsgesetz  (AsylbLG) – werden die Asylbewerber/-innen seit dem Berichtsjahr 1994 anstatt in der Sozialhilfestatistik in einer eigenständigen Statistik nachgewiesen. Der Personenkreis erhält seit dieser Zeit ausschließlich Leistungen gemäß dem AsylbLG.

Begriff Themengebiet Erläuterung
Beistandsschaft Soziales

Beistandschaft ist die Unterstützung eines allein erziehenden sorgeberechtigten Elternteils auf dessen Antrag durch eine Einzelperson oder das Jugendamt. Der Beistand unterstützt den Sorgeberechtigten bei der Ausübung der elterlichen Sorge, z. B. bei der Durchsetzung von Unterhaltsansprüchen für Kinder aus geschiedenen Ehen (Unterhaltsbeistandschaft).

Belastung Soziales

Unter Belastung der Eigentümer von Eigenheimen, Eigentumswohnungen und anderen Eigentumsformen versteht man die Aufwendungen für den Kapitaldienst und die Bewirtschaftung des Eigentums. Sie ist in einer besonderen Wohngeld-Lastenberechnung durch die Wohngeldbehörde zu ermitteln. Von einer vollständigen Wohngeld-Lastenberechnung kann abgesehen werden, wenn bereits die Belastung aus Zinsen und Tilgungen den maßgebenden Höchstbetrag erreicht.
Zur Belastung gehören

  • die Ausgaben für den Kapitaldienst (Zinsen, Tilgung usw.) für Fremdmittel, die dem Bau, der Verbesserung oder dem Erwerb des Eigentums gedient haben,
  • Instandhaltungskosten und Betriebskosten in begrenzter Höhe,
  • Grundsteuer,
  • zu entrichtende Verwaltungskosten
Belastungsgrad Soziales

Der Belastungsgrad bezeichnet das Verhältnis der tatsächlich zu zahlenden Miete bzw. Belastung zum Gesamteinkommen. Das Wohngeld mindert die Wohnkostenbelastung der betroffenen Haushalte in unterschiedlichem Ausmaß.

Besuchsquote Soziales

Die Besuchsquote ist der Anteil der Kinder in Betreuung in einer Tageseinrichtung bzw. der Anteil der in Tagespflege betreuten Kinder, an der Gesamtzahl der Bevölkerung des entsprechenden Alters. Als Grundlage für die Bevölkerung wird üblicherweise der Wert zum Stichtag 31.12. des Vorjahres verwendet.

Betreute Kinder Soziales

Kinder, die in Tageseinrichtungen oder ausschließlich in Tagespflege betreut werden. Um Mehrfachzählungen auszuschließen, werden Kinder mit mehreren vertraglichen Betreuungs- oder Tagespflegeverhältnis nur einmal gezählt

Betreuungsarrangement Soziales

Ein Betreuungsarrangement ist eine Vereinbarung zwischen Eltern und einer Einrichtung oder einer Tagespflegeperson über einen Betreuungsplatz für ein Kind. Mögliche Betreuungsarrangements sind: die Betreuung in einer Tageseinrichtung, die Betreuung in einem Tagespflegeverhältnis oder die Betreuung in einer Ganztagsschule. Für ein Kind können mehrere unterschiedliche Betreuungsarrangements nebeneinander vereinbart werden.

Betreuungsquote Soziales

Die Betreuungsquote berechnet den Anteil der Kinder in einem Betreuungsverhältnis an der Gesamtzahl der Bevölkerung entsprechenden Alters.

Betreuungszeit Soziales

Die Betreuungszeit ist die mit den Eltern oder Erziehungsberechtigten vertraglich vereinbarte Betreuungszeit. Anzugeben ist der Stundenumfang pro Woche und die Zahl der Betreuungstage. Daraus errechnet sich die durchschnittliche tägliche Betreuungszeit.

Bruttobedarf Soziales

Der Bruttobedarf ist die Gesamtsumme folgender Beträge:

  • Regelsatz nach der Anlage zu § 28 SGB XII in Verbindung mit § 42 Nr. 1 SGB XII,
  • Mehrbedarfe nach § 30 SGB XII,
  • Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung nach § 32 SGB XII,
  • Beiträge für die Vorsorge nach § 33 SGB XII,
  • Aufwendungen für Unterkunft und Heizung nach § 35 SGB XII – ab 01.07.2017: § 42a SGB XII.

Einmalige Bedarfe nach § 31 SGB XII und Bedarfe für Bildung und Teilhabe nach § 34 SGB XII, sonstige Hilfen zur Sicherung der Unterkunft nach § 36 SGB XII, ergänzende Darlehen nach § 37 SGB XII und Darlehen für am Monatsende fällige Einkünfte nach § 37a SGB XII bleiben unberücksichtigt.


Begriff Themengebiet Erläuterung
Eingliederungshilfe Soziales

Nachgewiesen werden Kinder, die einen amtlich bestätigten erhöhten Förderbedarf haben oder Hilfe wegen (drohender) körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung erhalten (SGB XII oder § 35a SGB VIII).

Eingliederungshilfe für seelisch behinderte junge Menschen (35a SGB VIII) Soziales

Bei dieser Hilfeart handelt es sich um eine eigenständige Hilfe, die nicht zu den erzieherischen Hilfen zählt. Kinder und Jugendliche haben Anspruch auf Eingliederungshilfe, wenn ihre seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für ihr Lebensalter typischen Zustand abweicht und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist oder eine solche Beeinträchtigung zu erwarten ist.

Einrichtungen in der Kinder- und Jugendhilfe Soziales

Einrichtungen von kirchlichen, staatlichen, kommunalen oder (gemeinnützigen) Unternehmen für gemeinnützige Zwecke im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe. Hierzu zählen:

  • Kindertageseinrichtungen,
  • Einrichtungen der Jugendarbeit und Einrichtungen für den Kinder- und Jugendschutz,
  • Einrichtungen der Familienförderung,
  • Einrichtungen für werdende Mütter und Mütter oder Vätern mit ihrem(n) Kind(ern),
  • Erziehungs-, Jugend- und Familienberatungsstellen,
  • sonstige Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe.
Einzel- und Gruppenhilfe in der Kinder- und Jugendhilfe Soziales

Einzel- und Gruppenhilfen können in allen Hilfearten nach dem SGB VIII gewährt werden. Diese umfassen die Aufgaben

  • des erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes (§14 SGB VIII),
  • der allgemeinen Förderung der Erziehung in der Familie (§ 16 SGB VIII),
  • der Beratung in Fragen der Partnerschaft, Trennung und Scheidung (§ 17 SGB VIII),
  • der Beratung und Unterstützung bei der Ausübung der Personensorge und des Umgangsrechts (§ 18 SGB VIII),
  • der gemeinsamen Unterbringung von werdenden Müttern und Müttern oder Vätern mit ihrem(n) Kind(ern) (§ 19 SGB VIII),
  • der Betreuung und Versorgung von Kindern in Notsituationen (§ 20 SGB VIII) und
  • die Unterstützung bei notwendiger Unterbringung zur Erfüllung der Schulpflicht (§ 21 SGB VIII).

Zu den sonstigen Aufgaben gehören zudem

  • die Mitwirkung in Verfahren vor den Familiengerichten,
  • die Adoptionsvermittlung,
  • die Mitwirkung in Verfahren nach dem Jugendgerichtsgesetz,
  • die Amtspflegschaft, Amtsvormundschaft und Beistandschaft
  • sowie Ausgaben für sonstige Maßnahmen


Einzelbetreuung (§ 30 SGB VIII) Soziales

Hierbei handelt es sich um die Einbeziehung eines Erziehungsbeistandes oder Betreuungshelfers, um dem Kind oder dem Jugendlichen bei der Überwindung von Entwicklungsschwierigkeiten und Verhaltensproblemen zu helfen.

Erfassung des Geschlechts Soziales

Bei der Veröffentlichung der Ergebnisse zum Geschlecht der Leistungsberechtigten werden ab dem Berichtsjahr.2017 Personen ohne Angabe des männlichen oder weiblichen Geschlechts nach § 22 Absatz 3 Personenstandsgesetz (PStG) dem männlichen Geschlecht zugeordnet.

Erziehung in der Tagesgruppe (§ 32 SGB VIII) Soziales

Die Hilfe zur Erziehung in einer Tagesgruppe soll die Entwicklung des Kindes oder des Jugendlichen durch soziales Lernen in einer Gruppe, Begleitung der schulischen Förderung und Elternarbeit unterstützen und dadurch den Verbleib in der Familie sichern. Diese Hilfeart umfasst sowohl die teilstationäre Hilfe zur Erziehung in einer Einrichtung (Tagesgruppe in einer Einrichtung) als auch die in einer geeigneten Form der Familienpflege (auch als Einzelpflege) gewährte Hilfe.

Erziehungsberatung (§ 28 SGB VIII) Soziales

Sie umfasst alle von Beratungsdiensten und -einrichtungen durchgeführten Erziehungs- und Familienberatungen. Die Beratung erfolgt durch Fachkräfte verschiedener Fachrichtungen (multidisziplinär). Das Beratungsangebot richtet sich auch an junge Volljährige.

Begriff Themengebiet Erläuterung
Familieneinkommen Soziales

Um Wohngeld erhalten zu können, darf das monatliche Gesamteinkommen bestimmte Beträge, die nach der Anzahl der zu berücksichtigenden (nicht vom Wohngeld ausgeschlossenen) Haushaltsmitglieder unterschiedlich hoch sind, nicht überschreiten.
Das Gesamteinkommen setzt sich zusammen aus der Summe der Jahreseinkommen aller zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder abzüglich bestimmter Freibeträge und Abzugsbeträge für Unterhaltsleistungen.
Als Jahreseinkommen ist das Einkommen zu Grunde zu legen, das zum Zeitpunkt der Antragstellung im Bewilligungszeitraum zu erwarten ist.
Die Höhe der Einkommen ist nachzuweisen. Eventuell gewährtes Kindergeld wird bei der Einkommensermittlung nicht berücksichtigt.
Das monatliche Gesamteinkommen ist ein Zwölftel des Gesamteinkommens.

Begriff Themengebiet Erläuterung
Ganztagsbetreuung Soziales

Betreuungsverhältnisse mit einer durchgehenden Betreuungszeit von mehr als 7 Stunden pro Betreuungstag in Tageseinrichtungen oder Tagespflege. Bei Kindern in Kindertagespflege wird grundsätzlich eine durchgehende Betreuungszeit (ohne Unterbrechung) angenommen.

Ganztagsbetreuungsquote Soziales

Die Ganztagsbetreuungsquote ist der Anteil der ganztags betreuten Kinder an der Anzahl der Bevölkerung entsprechenden Alters.

Gefährdung des Kindeswohls Soziales

Eine Gefährdungseinschätzung liegt vor, wenn dem Jugendamt gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des Wohls eines Kindes oder Jugendlichen bekannt werden, es sich daraufhin einen unmittelbaren Eindruck von dem/der Minderjährigen und seiner/ihrer persönlichen Umgebung verschafft und die Einschätzung des Gefährdungsrisikos anschließend im Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte erfolgt.

Genehmigte Plätze Soziales

Jede Tageseinrichtung erhält mit der Betriebserlaubnis eine Anzahl genehmigter Plätze für die Betreuung von Kindern. Diese entspricht nicht notwendigerweise der Anzahl der tatsächlich belegten Plätze. Tageseinrichtungen können bspw. aufgrund personeller oder räumlicher Engpässe weniger Kinder aufnehmen. Ein Teil der Plätze wird durch das sogenannte Platz-Sharing an je zwei statt ein Kind vergeben, sodass die Anzahl der betreuten Kinder in einer Einrichtung die Anzahl der genehmigten Plätze durch das Platz-Sharing übersteigen kann.

Geschlecht Soziales

Kinder, die weder dem weiblichen noch männlichen Geschlecht zugeordnet und im Geburtenregister ohne eine solche Angabe oder mit der Angabe „divers“ eingetragen wurden (nach § 22 Absatz 3 PStG), werden dem weiblichen Geschlecht zugeordnet.

Gewährung der Grundsicherung in bzw. außerhalb von Einrichtungen Soziales

Eine Person wird als in einer Einrichtung lebend eingestuft, wenn sie in der Einrichtung voraussichtlich längerfristig stationär untergebracht ist. Dies ist beispielsweise bei älteren Personen der Fall, die in Alters- oder Pflegeheimen leben. Personen, die in einer Werkstatt für behinderte Menschen arbeiten, aber zu Hause (z. B. bei der Familie) wohnen, erhalten Grundsicherung außerhalb von Einrichtungen. Auch der eher kurzfristige Aufenthalt in einem Krankenhaus oder einer Rehabilitationsklinik führt nicht dazu, dass die/der Leistungsberechtigte als in einer Einrichtung lebend eingestuft wird.

Grundsicherung für Arbeitssuchende Soziales

Einheitliche Leistung für alle erwerbsfähigen Menschen, die hilfebedürftig sind, weil sie entweder keine Arbeit haben oder das Arbeitseinkommen nicht ausreicht. Sie können damit ihren eigenen Lebensunterhalt und den ihrer Familie bestreiten. Mit der Revision der Grundsicherungsstatistik SGB II im April 2016 wurden die Definitionen für Bedarfsgemeinschaften, Leistungsberechtigte nach dem SGB II und Personen in Bedarfsgemeinschaften angeasst. Die Leistungsberechtigten setzen sich nun aus den Regelleistungsberechtigten (Arbeitslosengeld II und Sozialgeld) sowie den sonstigen Leistungsberechtigten (z. B. Personen, die ausschließlich Zuschüsse zur Sozialversicherung oder Leistungen für Auszubildende erhalten) zusammen. Da sich die Revision auch auf frühere Ergebnisse bezieht, sind Zeitvergleiche mit revidierten Daten möglich.

Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung Soziales

Bei der Grundsicherung nach dem 4. Kapitel (SGB XII "Sozialhilfe") haben Personen mit gewöhnlichem Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland bei Bedürftigkeit einen Anspruch auf Leistungen zur Sicherung ihres Lebensunterhalts, wenn sie die Regelaltersgrenze in Abhängigkeit vom Geburtsjahrgang nach § 41 Absatz 2 SGB XII erreicht haben oder älter als 18 Jahre und dauerhaft voll erwerbsgemindert sind. Hintergrund der Gewährung nach dieser Gesetzesregelung, ist die Tatsache, dass vor allem ältere Menschen bestehende Sozialhilfeansprüche oftmals nicht geltend machen, weil sie den Rückgriff auf ihre unterhaltsverpflichteten Kinder fürchten. Die Vorschriften des Vierten Kapitels sehen in der Regel keinen Unterhaltsrückgriff auf Kinder und Eltern vor. Der Nachweis der Empfänger/-innen erfolgt seit 2015 für den Monat Dezember (davor zum Stichtag 31.12.), die Ausgaben und Einnahmen enthalten die Werte des gesamten Jahres.

Begriff Themengebiet Erläuterung
Haushalt Soziales

Ein Haushalt ist eine Wohn- und Wirtschaftsgemeinschaft, bei der die Bewohner einer Wohnung diese gemeinsam nutzen und sich ganz oder teilweise gemeinsam mit dem täglichen Lebensbedarf versorgen.

Heimerziehung, sonstige betreute Wohnform (§ 34 SGB VIII) Soziales

Im Rahmen dieser Hilfeart können junge Menschen sowohl in Heimen mit sozial- oder heilpädagogischer oder therapeutischer Zielsetzung untergebracht werden als auch in selbständigen, pädagogisch betreuten Jugend-wohngemeinschaften sowie in der Form des betreuten Einzelwohnens.

Herausnahme Soziales

Herausnahme ist die Entfernung eines Kindes oder Jugendlichen aus einer Pflegestelle oder aus einer Einrichtung, wo sich das Kind oder der Jugendliche mit Zustimmung des Personensorgeberechtigten aufhält, wenn eine Gefährdung des körperlichen, geistigen oder seelischen Wohls des Kindes oder des Jugendlichen eintritt.

Hilfe zum Lebensunterhalt Soziales

Bürgerinnen und Bürger, die ihren Bedarf an Nahrung, Kleidung, Unterkunft, Hausrat usw. nicht ausreichend, vor allem aus eigenem Einkommen und Vermögen, decken können, haben Anspruch auf Hilfe zum Lebensunterhalt (HLU). Die Empfänger von HLU bilden zugleich den Personenkreis, der im Blickpunkt der Armutsdiskussion steht.

Hilfe zur Erziehung (§ 27 SGB VIII) Soziales

Nach § 27 SGB VIII hat ein Personensorgeberechtigter bei der Erziehung eines Kindes oder eines Jugendlichen Anspruch auf Hilfe (Hilfe zur Erziehung), wenn eine dem Wohl des Kindes oder des Jugendlichen entsprechende Erziehung nicht gewährleistet ist und die Hilfe für seine Entwicklung geeignet und notwendig ist.
Hilfe zur Erziehung wird insbesondere nach Maßgabe der §§ 28 bis 35 SGB VIII gewährt. Art und Umfang der Hilfe richten sich nach dem erzieherischen Bedarf im Einzelfall. Die Beratungen orientieren sich entweder auf das Kind bzw. den jungen Menschen oder sie sind familienorientiert.

Hort Soziales

Horte sind Tageseinrichtungen für Schulkinder, um die Betreuung und Pflege der Kinder vor und nach dem Schulbesuch sowie in den Schulferien sicherzustellen.

Begriff Themengebiet Erläuterung
Inobhutnahme Soziales

Inobhutnahme ist die vorläufige Unterbringung eines Kindes oder Jugendlichen bei einer geeigneten Person oder in einer Einrichtung oder in einer sonstigen betreuten Wohnform. Sie wird ausgelöst, wenn ein Kind oder Jugendlicher selbst das Jugendamt oder eine andere Stelle außerhalb seiner Familie um Hilfe (Obhut) bittet oder eine dringende Gefahr für das Wohl des Kindes oder Jugendlichen eintritt.

Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung (§ 35 SGB VIII) Soziales

Diese Form der Hilfe zur Erziehung ist stark auf die individuelle Lebenssituation des jungen Menschen abgestellt. Sie wird Jugendlichen gewährt, die einer intensiven Unterstützung zur sozialen Integration und zu einer eigenverantwortlichen Lebensführung bedürfen.

Begriff Themengebiet Erläuterung
Jugendhilfe Soziales

Die Jugendhilfe umfasst eine Vielzahl von Leistungen und anderen Aufgaben entsprechend dem SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfe) zugunsten junger Menschen und Familien.
Sie soll junge Menschen in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung fördern und dazu beitragen Benachteiligungen zu vermeiden oder abzubauen, Eltern und andere Erziehungsberechtigte bei der Erziehung beraten und unterstützen, Kinder und Jugendliche vor Gefahren für ihr Wohl schützen sowie eine kinder- und familienfreundliche Umwelt zu erhalten oder zu schaffen.

Jugendlicher Soziales

Jugendlicher ist, wer 14, aber noch nicht 18 Jahre alt ist.

Junge Menschen Soziales

Junge Menschen im Sinne dieser Erhebungen sind Personen, die das 27. Lebensjahr noch nicht überschritten haben.

Junger Volljähriger Soziales

Junger Volljähriger ist, wer 18, aber noch nicht 27 Jahre alt ist.

Begriff Themengebiet Erläuterung
Kind Soziales

Kind ist, wer noch nicht 14 Jahre alt ist.

Kinder- und Jugendhilfe Soziales

Im SGB VIII sind alle Hilfen für junge  Menschen zusammengefasst, die außerhalb von Schule und Beruf zur Erziehung beitragen und  der Entfaltung der Persönlichkeit dienen. Statistisch erfasst werden vor allem die Leistungen der öffentlichen Jugendhilfe, aber auch bestimmte Aktivitäten der Träger der freien Jugendhilfe und privat gewerblicher Träger. Die verschiedenen Teilstatistiken geben Aufschluss über die auf Grund des SGB VIII getroffenen behördlichen Maßnahmen (erzieherische Hilfen) und den Kreis der betreuten jungen Menschen, die Angebote der Jugendarbeit, die von den verschiedenen Trägern geführten Einrichtungen der Jugendhilfe sowie die aus öffentlichen Mitteln geleisteten Aufwendungen. Nach einer Reform der Statistiken zur Kindertagesbetreuung werden seit dem Erhebungsjahr 2006 jährlich Angaben über die betreuten Kinder – einschließlich der in öffentlich geförderter Tagespflege betreuten Kinder – erhoben.

Kindertagesbetreuung Soziales

Die Kindertagesbetreuung umfasst die öffentlich organisierte und finanzierte Betreuung von Kindern in Tageseinrichtungen wie Kindergärten oder in Tagespflegeverhältnissen. Die rechtliche Grundlage bildet das Kinder- und Jugendhilfegesetz (Sozialgesetzbuch VIII), ergänzt durch das Kindertagesstättengesetz und entsprechende Landes-verordnungen zur Ausführung der Bundesgesetze. Die Kindertagesbetreuung umfasst insbesondere die Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern in einem den Bedürfnissen der Familien und insbesondere den Kindern angepasstem Betreuungsverhältnis. Die Tagesbetreuung der Kinder kann bis zum 14. Lebensjahr auf folgende Arten erfolgen:

  • im Kindergarten,
  • im Kinderhort,
  • in Krippen,
  • in Kindertagespflege oder
  • in anderen geeigneten Einrichtungen wie Kindertagesstätten.

 

 

Kindertageseinrichtungen Soziales

Einrichtungen, in denen Kinder ganztägig oder für einen Teil des Tages aufgenommen sowie pflegerisch und erzieherisch regelmäßig betreut werden, die über haupt- oder nebenberufliches Personal verfügen und für die eine Betriebserlaubnis nach § 45 SGB VIII oder eine vergleichbare Genehmigung vorliegt.

Krippen Soziales

Krippen sind Einrichtungen zur Betreuung von Kindern bis zum vollendeten dritten Lebensjahr.

Begriff Themengebiet Erläuterung
Lastenzuschuß Soziales

Lastenzuschuss erhalten Personen, die

  • Eigentümer einer Wohnung oder eines Hauses sind,
  • Erbbauberechtigte sind,
  • ein eigentumsähnliches Dauerwohnrecht, Wohnungsrecht oder einen Nießbrauch innehaben,
  • Anspruch auf Bestellung oder Übertragung des Eigentums, des Erbbaurechts, des eigentumsähnlichen Dauerwohnrechts, des Wohnungsrechts oder des Nießbrauchs haben

und diesen Wohnraum selbst nutzen.

Lebensunterhalt, überwiegender Soziales

Der überwiegende Lebensunterhalt kennzeichnet die Unterhaltsquelle, aus welcher hauptsächlich die Mittel für den Lebensunterhalt bezogen werden. Bei mehreren Unterhaltsquellen wird nur die wesentlichste berücksichtigt. Im Mikrozensus werden folgende Unterhaltsquellen unterschieden: Erwerbstätigkeit/Berufstätigkeit, Unterhalt durch Angehörige, Renten und Pensionen (einschließlich Vermögen, Vermietung und Zinsen), Arbeitslosengeld I und II sowie sonstige öffentliche Unterstützungen wie z. B. Sozialhilfe, Leistungen aus einer Pflegeversicherung oder nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAFöG).

Begriff Themengebiet Erläuterung
Mehrbedarf Soziales

Nach § 42 SGB XII können unterschiedliche Mehrbedarfe (nach § 30 SGB XII) in Anspruch genommen werden, sofern eine oder mehrere der folgenden Voraussetzungen vorliegen:

  • Die Antragstellerin/der Antragsteller ist im Besitz eines Ausweises für schwerbehinderte Menschen mit der Merkzeichen „G“.
  • Die Antragstellerin ist werdende Mutter nach der 12. Schwangerschaftswoche.
  • Die Antragstellerin/der Antragsteller ist allein erziehend.
  • Die Antragstellerin/der Antragsteller erhält Leistungen der Eingliederungshilfe nach § 54 Absatz 1 Nr. 1 bis 3 SGB XII.
  • Die Antragstellerin/der Antragsteller ist krank, genesend bzw. behindert und bedarf einer kostenaufwändigen Ernährung.
  • Warmwasser wird durch eine in der Unterkunft installierte Vorrichtung erzeugt (dezentrale Warmwasser-erzeugung) und es wird der/dem Leistungsberechtigten deshalb keine Leistung für Warmwasser nach § 35 Absatz 4 SGB XII erbracht.
Soziales

Nach § 42 SGB XII können unterschiedliche Mehrbedarfe (nach § 30 SGB XII) in Anspruch genommen werden, sofern eine oder mehrere der folgenden Voraussetzungen vorliegen:

  • Die Antragstellerin/der Antragsteller ist im Besitz eines Ausweises für schwerbehinderte Menschen mit der Merkzeichen „G“.
  • Die Antragstellerin ist werdende Mutter nach der 12. Schwangerschaftswoche.
  • Die Antragstellerin/der Antragsteller ist allein erziehend.
  • Die Antragstellerin/der Antragsteller erhält Leistungen der Eingliederungshilfe nach § 54 Absatz 1 Nr. 1 bis 3 SGB XII.
  • Die Antragstellerin/der Antragsteller ist krank, genesend bzw. behindert und bedarf einer kostenaufwändigen Ernährung.
  • Warmwasser wird durch eine in der Unterkunft installierte Vorrichtung erzeugt (dezentrale Warmwasser-erzeugung) und es wird der/dem Leistungsberechtigten deshalb keine Leistung für Warmwasser nach § 35 Absatz 4 SGB XII erbracht.
Miete Soziales

Miete ist das vereinbarte Entgelt für die Gebrauchsüberlassung von Wohnraum aufgrund von Mietverträgen, Untermietverträgen oder ähnlichen Nutzungsverhältnissen. Zur Miete gehören auch:

  • Kosten des Wasserverbrauchs,
  • Kosten der Abwasser- und Müllbeseitigung,
  • Kosten der Treppenbeleuchtung.

Diese Kosten können der Miete auch dann zugeschlagen werden, wenn sie aufgrund des Mietvertrages oder einer ähnlichen Nutzungsvereinbarung nicht an den Vermieter, sondern direkt an einen Dritten (z.B. Gemeinde) bezahlt werden.

Mietzuschuss Soziales

Mietzuschuss erhalten

  • Mieter einer Wohnung oder eines Zimmers (Hauptmieter),
  • Untermieter,
  • mietähnlich Nutzungsberechtige, insbesondere Inhaber eines mietähnlichen Dauerwohnrechts, einer Genossenschafts- oder einer Stiftswohnung oder eines dinglichen Wohnungsrechts,
  • Eigentümer eines Hauses mit mehr als zwei Wohnungen,
  • Bewohner eines Heimes im Sinne des Heimgesetzes,

die diesen Wohnraum selbst nutzen.

Migrationshintergrund Soziales

Kinder mit einem Migrationshintergrund sind in der Statistik der Tageseinrichtungen und der Tagespflege solche Kinder, die mindestens ein Elternteil mit ausländischer Herkunft haben. Dabei ist unerheblich, ob ein oder beide Eltern ausländischer Herkunft sind.
Die Staatsangehörigkeit der Eltern bleibt dabei unberücksichtigt, sodass bspw. Kinder der zweiten oder dritten Migrantengeneration trotz ausländischer Staatsangehörigkeit mindestens eines Elternteils als Kinder ohne Migrationshintergrund anzusehen sind. Währenddessen weisen Kinder erster Generation von Migranten – mit oder ohne deutsche Staatsangehörigkeit – einen Migrationshintergrund auf.

Mindestsicherung Soziales

Die Mindestsicherung ist keine eigenständige soziale Leistung. Sie stellt vielmehr eine zusammenfassende Betrachtung mehrerer unterschiedlicher finanzieller Hilfen des Staates dar, die zur grundlegenden Sicherung des Lebensunterhalts für bedürftige Menschen geleistet werden. Die Mindestsicherung umfasst die Gesamtregelleistungen  (Arbeitslosengeld II und Sozialgeld) aus der Grundsicherung für Arbeitsuchende nach dem SGB II, die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung, die Laufende Hilfe zum Lebensunterhalt außerhalb von Einrichtungen nach dem SGB XII sowie die Regelleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz.

Begriff Themengebiet Erläuterung
Nettobedarf Soziales

Der Nettobedarf ergibt sich aus der Differenz zwischen Bruttobedarf und dem angerechneten Einkommen.

Begriff Themengebiet Erläuterung
Öffentliche geförderte Kindertagespflege Soziales

Die öffentlich geförderte Kindertagespflege beschreibt die zeitlich begrenzte Betreuung von Kindern in einem vom Jugendamt (finanziell) geförderten Tagespflegeverhältnis. Die Kindertagespflege ist als gleichwertige Form der Betreuung, gegenüber der Betreuung in einer Tageseinrichtung, anerkannt.

Öffentliche Träger Soziales

Öffentliche Träger der Jungendhilfe sind Jugendämter, Landesjugendämter, die oberste Landesjugendbehörde oder Gemeinden ohne Jugendamt. Öffentliche Träger übernehmen Pflichtaufgaben der Selbstverwaltung.

Ort der Betreuung bei Tagespflege Soziales

In der Tagespflege wird der (überwiegende) Ort der Betreuung erfragt. Eine Betreuung kann in der Wohnung der Tagespflegeperson, der Wohnung des Kindes/der Kinder oder in anderen geeigneten Räumen erfolgen. Dabei berücksichtigt die Erhebung, dass eine Tagespflegeperson an unterschiedlichen Betreuungsorten die Betreuung verschiedener Kinder durchführen kann.

Begriff Themengebiet Erläuterung
Pflegebedürftige Soziales

Menschen, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung für ihre gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen des täglichen Lebens auf Dauer in erheblichem oder höherem Maße Hilfe benötigen. Die Pflegebedürftigkeit bezieht sich auf die Körperpflege, die Ernährung, die Mobilität und die hauswirtschaftliche Versorgung.

Pflegebedürftige im Sinne dieser Statistik sind Personen, die von den stationären Pflegeeinrichtungen oder den ambulanten Pflegediensten betreut und somit Sachleistungen oder kombinierte Leistungen nach dem Pflege-Versicherungsgesetz (SGB XI) erhalten. Weiterhin gehören hierzu die Personen, die in häuslicher Pflege leben und die Pflegegeldleistungen in Anspruch nehmen. Nicht erfasst sind hier Pflegebedürftige, die keine Leistungen von der Pflegeversicherung jedoch vom Sozialamt „Hilfe zur Pflege“ erhalten, und Pflegebedürftige, die Leistungen nach dem Bundesversorgungsgesetz, aus der Kranken- und Unfallversicherung beziehen oder Selbstzahler sind.

Bei der Ermittlung der Gesamtzahl der Pflegebedürftigen werden ab der Erhebung 2009 die teilstationär Versorgten nicht mehr einbezogen. Diese erhalten, vor allem seit der Reform der Pflegeversicherung im Sommer 2008, in der Regel parallel auch Pflegegeld und/oder ambulante Sachleistungen und werden somit bereits dort als Leistungsempfänger gezählt.

Pflegeerlaubnis Soziales

Die Pflegeerlaubnis oder auch Erlaubnis zur Kindertagespflege ist eine Bescheinigung, die Kindertagespflegepersonen wie Tagesmütter und Tagesväter vom örtlichen Jugendamt ausgehändigt bekommen. Sie ist maximal fünf Jahre lang gültig; danach ist eine Qualitätsüberprüfung notwendig. Eine Pflegeerlaubnis berechtigt zur Betreuung von maximal fünf Kindern. Das Jugendamt kann die erlaubte Anzahl an betreuten Kindern einschränken oder bei entsprechender pädagogischer Ausbildung je nach Landesrecht anheben. Die Erlaubnis zur Kindertagespflege ist in § 43 des 8. Sozialgesetzbuches (Kinder- und Jugendhilfegesetz) geregelt.

Begriff Themengebiet Erläuterung
Regelaltersgrenze Soziales

Altersgrenze nach § 7a SGB II bzw. § 41 Absatz 2 SGB XII. Die Regelaltersgrenze wird seit 2012 sukzessive von bisher 65 auf 67 Jahre angehoben.

Regelsatz Soziales

Der für den Antragsteller maßgebliche Regelsatz nach der Anlage zu § 28 SGB XII in Verbindung mit § 42 Nr. 1 SGB XII.

Reine Wohngeldhaushalte Soziales

Haushalte, in denen alle Haushaltsmitglieder Wohngeld erhalten.

Begriff Themengebiet Erläuterung
Schwerbehinderte Menschen Soziales

Menschen, die nicht nur vorübergehende Funktionsbeeinträchtigungen aufgrund eines körperlichen, geistigen oder seelischen Zustandes aufweisen, der von dem für das Lebensalter typischen Zustand länger als sechs Monate abweicht und einen Grad der Behinderung von 50 und mehr zur Folge hat. Statistisch erfasst werden die schwerbehinderten Menschen, die am Erhebungsstichtag im Besitz eines gültigen amtlichen Schwerbehindertenausweises sind.

SGB-II-Quote Soziales

Empfänger von Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II, bezogen auf die Bevölkerung im Alter von unter 65 Jahren.

Sonstige Aufgaben Soziales

Sonstige Aufgaben umfasst die „Anderen Aufgaben der Jugendhilfe“ nach § 2 Abs. 3 SGB VIII. Beispiele für andere Aufgaben der Jugendhilfe sind die Inobhutnahme von Kindern und Jugendlichen nach § 42 SGB VIII und die Mitwirkung in Verfahren vor den Familiengerichten gemäß § 50 SGB VIII. Diese Aufgaben werden auf Grundlage von § 3 Abs. 3 SGB VIII insbesondere von Trägern der öffentlichen Jugendhilfe wahrgenommen. Freie Träger können diese Aufgaben übernehmen oder mit Ihrer Ausführung betraut werden, wenn die Übernahme der Aufgaben durch die freien Träger vom Gesetzgeber vorgesehen ist.

Sorgeerklärung Soziales

Sind die Eltern bei der Geburt des Kindes nicht miteinander verheiratet, so steht ihnen die elterliche Sorge dann gemeinsam zu, wenn sie gemäß § 1626a Abs. 1 Nr. 1 BGB erklären, dass sie die Sorge gemeinsam übernehmen wollen (Sorgeerklärung) bzw. in Fällen nach Artikel 224 § 2 Abs. 3 Einführungsgesetz zum BGB (EGBGB) eine gerichtlich ersetzte Sorgeerklärung auf Antrag eines Elternteils vorliegt. Sorgeerklärungen müssen öffentlich beurkundet werden.

Soziale Gruppenarbeit (§ 29 SGB VIII) Soziales

Sie umfasst Hilfen für junge Menschen, die sich kraft richterlicher Weisung, auf Veranlassung des Jugendamtes oder freiwillig an sozialer Gruppenarbeit beteiligen.

Sozialhilfe Soziales

Anspruch auf Sozialhilfe hat, wer sich in einer Notlage befindet, die nicht aus eigenen Kräften und mit eigenen Mitteln behoben werden kann. Die Sozialhilfe greift ein, wenn andere Personen, andere 
Sozialleistungssysteme oder sonstige Stellen keine Leistungen vorsehen oder keine zusätzlichen Hilfen erbringen. Die Sozialhilfe SGB XII ist im Wesentlichen wie folgt strukturiert:
„

  • Hilfe zum Lebensunterhalt (3. Kapitel)

„

  • Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung (4. Kapitel)

„

  • Leistungen nach den Kapiteln 5 bis 9; diese Leistungen (bis Ende 2004 nach dem Bundessozialhilfegesetz Hilfe in besonderen Lebenslagen) untergliedern sich wie folgt:
  • Hilfen zur Gesundheit (5. Kapitel)
  • „Eingliederungshilfe für behinderte Menschen (6. Kapitel)
  • „Hilfe zur Pflege (7. Kapitel)
  • „Hilfe zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten (8. Kapitel)
  • „Hilfe in anderen Lebenslagen (9. Kapitel)
Sozialhilfequote Soziales

Die Sozialhilfequote ist der Anteil der Empfänger von Sozialhilfe (hier der Hilfe zum Lebensunterhalt) an der Bevölkerung insgesamt.

Sozialpädagogische Familienhilfe (§ 31 SGB VIII) Soziales

ist eine Hilfeart, die sich auf alle Familien mit Kindern und Jugendlichen erstreckt, die in ihrer Wohnung und in ihrem sozialen Umfeld im Rahmen der sozialpädagogischen Familienhilfe ambulant betreut werden. Sie ist in der Regel auf längere Dauer angelegt und erfordert die Mitarbeit der Familie.

Begriff Themengebiet Erläuterung
Tageseinrichtung für Kinder Soziales

In Kindertageseinrichtungen können Kinder ab der Geburt bis zum 14. Lebensjahr ganztags oder einen Teil des Tages außerhalb des Elternhauses erzieherisch und pflegerisch betreut werden. Die Arbeit der Tageseinrichtungen wird von den Jugendämtern und dem Landesjugendamt begleitet.

Tagespflege Soziales

Tagespflege ist die Betreuung eines Kindes durch eine geeignete Tagespflegeperson. Die Anzahl der betreuten Kinder je Tagespflegeperson ist begrenzt. Die Tagespflege durch Tagesmütter oder -väter ist als gleichwertige Betreuung neben der Betreuung in einer Tagesstätte anerkannt.

Tätige Personen Soziales

In Tageseinrichtungen oder Tagespflege beschäftigte Personen. Die Beschäftigung kann in Vollzeit-, Teilzeit- oder nebenberuflich erfolgen. Ehrenamtlich tätige Personen werden nicht erfasst.

Träger Soziales

Jede Tageseinrichtung befindet sich in einer sogenannten Trägerschaft durch ein Unternehmen, eine Einrichtung oder eine Institution, die die grundsätzliche Finanzierung und Verwaltung der Tageseinrichtung übernimmt. Nach dem Sozialgesetzbuch gibt es öffentliche Träger wie Jugendämter oder freie Träger. Öffentliche und freie Träger sollen zusammenarbeiten. Während einige Aufgaben den Trägern der öffentlichen Jugendhilfe vorbehalten sind, kann die Tagesbetreuung auch in Trägerschaft freier Träger erfolgen. Zu unterscheiden sind bei den freien Trägern die privat-gemeinnützigen und die privat-nichtgemeinnützigen Träger. Privat-gemeinnützige Einrichtungen sind beispielsweise Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt, der Caritas, des roten Kreuzes oder der EKD. Elterninitiativen zählen als freie Träger.

Transferzahlungen, öffentliche und nichtöffentliche Soziales

Öffentliche Transferzahlungen sind u. a. (Brutto-)Renten der gesetzlichen Rentenversicherung, (Brutto-)Pensionen, Arbeitslosengeld und andere Leistungen der Arbeitsförderung sowie Kindergeld. Nichtöffentliche Transferzahlungen sind u. a. (Brutto-)Werks- und Betriebsrenten, Leistungen aus privaten Versicherungen sowie Unterstützung von privaten Haushalten.

Begriff Themengebiet Erläuterung
Überörtlicher Träger Soziales

Soweit in den Regionaltabellen zu den Sozialleistungen und der Jugendhilfe nicht regionalisierte Positionen aufgeführt sind, handelt  es sich um Aufgaben, die dem Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung in Rheinland-Pfalz als überörtliche zuständige Stelle obliegen. Es werden in den Tabellen auch seitens des Landesamtes an die Kommunalebene delegierte Aufgaben beim überörtlichen Träger nachgewiesen.

Begriff Themengebiet Erläuterung
Verschiebung der Altersgrenze Soziales

Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem 4. Kapitel SGB XII ist Personen zu leisten, die die Altersgrenze nach § 41 Absatz 2 SGB XII erreicht haben oder das 18. Lebensjahr vollendet haben und dauerhaft voll erwerbsgemindert sind, sofern sie ihren notwendigen Lebensunterhalt nicht oder nicht ausreichend aus eigenen Kräften und Mitteln, insbesondere aus ihrem Einkommen und Vermögen, bestreiten können. Personen, die vor dem 1. Januar 1947 geboren sind, erreichten die Altersgrenze mit Vollendung des 65. Lebensjahres. Für Personen, die nach dem 31. Dezember 1946 geboren sind, wird die Altersgrenze sukzessive bis auf 67 Jahre für die ab 1964 Geborenen angehoben. Die Anhebung der Altersgrenze ist in der zentralen Statistik der Empfänger von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung berücksichtigt.

Voll erwerbsgeminderte Personen Soziales

Hierbei handelt es sich um volljährige Personen im Alter von 18 Jahren bis unter der Altersgrenze, die im Sinne des § 43 Absatz 2 SGB VI dauerhaft voll erwerbsgemindert sind.

Vollzeitpflege (§ 33 SGB VIII) Soziales

Diese Form der Hilfe zur Erziehung soll entsprechend dem Alter und dem Entwicklungsstand des Kindes oder des Jugendlichen und seinen persönlichen Bindungen sowie den Möglichkeiten der Verbesserung der Erziehungsbedingungen in der Herkunftsfamilie Kindern und Jugendlichen in einer anderen Familie eine zeitlich befristete Erziehungshilfe oder eine auf Dauer angelegte Lebensform bieten.

Vorgemerkte Adoptionsbewerber Soziales

Wer als Antragsteller nach eingehender Prüfung durch die Adoptionsvermittlungsstelle für geeignet befunden wurde, ist Adoptionsbewerber. Ab 1996 werden nur jene ausgewiesen, die ihren Wohnsitz im Zuständigkeitsbereich der jeweiligen Adoptionsvermittlungsstelle haben.

Vorläufige Schutzmaßnahmen Soziales

Vorläufige Schutzmaßnahmen werden in Form von Inobhutnahme oder Herausnahme durchgeführt

Begriff Themengebiet Erläuterung
Wohngeld Soziales

Wohngeld wird als Zuschuss zur Miete (Mietzuschuss) oder zur Belastung (Lastenzuschuss) für den selbst genutzten Wohnraum geleistet. Das Wohngeld stellt immer nur einen Zuschuss zur Miete oder Belastung dar. Ein Teil der Wohnkosten muss vom Antragsteller getragen werden. Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach der Haushaltsgröße, dem Familieneinkommen und der zuschussfähigen Miete bzw. Belastung.
Durch das Wohngeld sind die begünstigten Haushalte nicht nur auf ein preisgünstiges und deshalb enges Marktsegment im Wohnraumbestand beschränkt, sondern es soll ihnen auch der Zugang zu Wohnraum  mit durchschnittlichen Kosten ermöglicht werden. Dies unterstützt auch die Erhaltung und Schaffung stabiler Bewohnerstrukturen in den Wohnquartieren.

Wohngeldrechtliche Teilhaushalte Soziales

Hierbei handelt es sich um Haushalte, in denen Empfänger von staatlichen Transferleistungen, die nicht selbst wohngeldberechtigt sind, mit Personen zusammen leben, die wohngeldberechtigt sind.
Wird die Wohnung sowohl von zu berücksichtigenden als auch vom Wohngeld ausgeschlossenen Haushaltsmitgliedern bewohnt, wird bei der Wohngeldermittlung nur der Anteil an der Miete oder der Belastung berücksichtigt, der nach Köpfen dem Anteil der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder an der Gesamtzahl der Haushaltsmitglieder entspricht.



Wohnraumförderung Soziales

Zweck der sozialen Wohnraumförderung ist zum einen die Bereitstellung preiswerter Mietwohnungen für Haushalte mit Zugangsschwierigkeiten zum allgemeinen Wohnungsmarkt und zum anderen die Unterstützung bei der Bildung selbst genutzten Wohneigentums, vor allem für Haushalte mit Kindern. Auch die Schaffung von behindertengerechtem Wohnraum wird von zahlreichen Ländern und Kommunen gefördert. Die Wohnraumförderung dient neben dem Wohngeld der Unterstützung von Haushalten, die sich ohne diese Maßnahmen nicht angemessen mit Wohnraum versorgen können.

Begriff Themengebiet Erläuterung
Zu berücksichtigende Haushaltsmitglieder Soziales

Haushaltsmitglied ist die wohngeldberechtigte Person. Zu den Haushaltsmitgliedern zählen ferner

  • der Ehegatte des Haushaltsmitgliedes,
  • der Lebenspartner oder die Lebenspartnerin (nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz) eines Haushalts-mitgliedes,
  • Personen, die mit einem Haushaltsmitglied in einer Verantwortungs- und Einstehensgemeinschaft leben,
  • Geschwister, Onkel, Tanten, Schwiegereltern, Schwiegerkinder, Schwager und Schwägerinnen eines Haushaltsmitgliedes,
  • Pflegekinder und Pflegeeltern eines Haushaltsmitgliedes,

wenn sie mit der wohngeldberechtigten Person in einer Wohn- und Wirtschaftsgemeinschaft leben und die Wohnung, für die Wohngeld beantragt wird, der jeweilige Mittelpunkt der Lebensbeziehung ist,

Zur Adoption vorgemerkte Kinder und Jugendliche Soziales

Kinder und Jugendliche, zu deren Adoption die Einwilligung der/des Sorgeberechtigten vorliegt.

Zuschussfähige Höchstbeträge Soziales

Wohngeld wird nicht für unangemessen hohe Wohnkosten geleistet. Die Miete – oder im Falle von Eigenheimen und Eigentumswohnungen die Belastung – ist nur bis zu bestimmten Höchstbeträgen zuschussfähig. Die Höchstbeträge sind im Wohngeldgesetz festgelegt und richten sich nach dem örtlichen Mietenniveau