Alternative Familienformen immer häufiger anzutreffen
Anteil „traditioneller“ Familien sinkt

Die Bedeutung alternativer Familienformen, zu denen Alleinerziehende und Lebensgemeinschaften mit Kindern gerechnet werden, nimmt nach Mitteilung des Statistischen Landesamtes auch in Rheinland-Pfalz deutlich zu. Zählten im Jahr 1996 noch weniger als 15 Prozent der Familien mit minderjährigen Kindern zu diesen Formen des Zusammenlebens, so traf dies im Jahr 2006 bereits auf fast jede vierte Familie zu (gut 23 Prozent). Der Anteil traditioneller Familien, also Ehepaare mit Kindern, nahm entsprechend von 85 auf 77 Prozent ab. Wies Rheinland-Pfalz im Jahr 1996 unter allen Bundesländern noch den höchsten Anteil bei dieser traditionellen Familienform auf, so liegt das Land nun an siebter Stelle. Deutschlandweit stieg der Anteil der alternativen Familienformen von knapp 19 Prozent im Jahr 1996 auf über 26 Prozent im Jahr 2006, wobei die Anteile insbesondere in den neuen Bundesländern deutlich über diesem Durchschnittswert liegen.

Auch im Vergleich der rheinland-pfälzischen Regionen werden Unterschiede sichtbar. So hat die Vorderpfalz – hierzu zählen der Rhein-Pfalz-Kreis und der Landkreis Bad Dürkheim sowie die kreisfreien Städte Ludwigshafen, Frankenthal, Neustadt a. d. Weinstraße und Speyer – mit über 80 Prozent den höchsten Anteil an Ehepaaren mit minderjährigen Kindern. Am niedrigsten ist deren Anteil in der Region Westpfalz – hierzu zählen der Donnersbergkreis, die Landkreise Kaiserslautern, Kusel und Südwestpfalz sowie die kreisfreien Städte Kaiserslautern, Zweibrücken und Pirmasens – mit lediglich 73,5 Prozent.

Bei der durchschnittlichen Zahl der in den Familien lebenden Kinder unter 18 Jahren liegt Rheinland-Pfalz im Jahr 2006 bundesweit an sechster Stelle. Zwischen 1996 und 2006 ging deutschlandweit die durchschnittliche Kinderzahl in einer Familie von 1,65 auf 1,61 Kinder zurück; in Rheinland-Pfalz sank der Wert von 1,67 auf 1,62 Kinder. Auch hier gibt es regionale Unterschiede. Den höchsten Wert in Rheinland-Pfalz mit durchschnittlich 1,69 Kindern weist die Südpfalz mit den Kreisen Südliche Weinstraße und Germersheim sowie der kreisfreien Stadt Landau auf. Am anderen Ende der Skala rangiert die Region Westpfalz, wo in einer Familie durchschnittlich 1,57 minderjährige Kinder leben.

Autor: Hans-Peter Fein (Referat Mikrozensus, Haushaltserhebungen, Verdienste, Preise)

Die Daten stammen aus der Mikrozensusbefragung 2006. Bei dieser jährlichen Erhebung werden ein Prozent aller Haushalte zu ihrer wirtschaftlichen und sozialen Situationen befragt. Als Familien mit minderjährigen Kindern gelten alle Eltern-Kind-Gemeinschaften (Ehepaare, Lebensgemeinschaften oder alleinerziehende Mütter und Väter, die mit ihren ledigen Kindern zusammen leben) mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren im Haushalt. In Rheinland-Pfalz werden im Rahmen des Mikrozensus 18.000 Haushalte befragt.

(181/07) 12.12.2007