Beschäftigung im Gesundheitswesen 2015 erneut gestiegen

Im rheinland-pfälzischen Gesundheitswesen waren im Jahr 2015 rund 256.000 Beschäftigte tätig. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems entspricht dies einem Anstieg von 3.800 Beschäftigten bzw. 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr (Deutschland: plus 2,1 Prozent). Die meisten neuen Arbeitsplätze entstanden in stationären und teilstationären Pflegeeinrichtungen.

Das Gesundheitswesen gewinnt als Arbeitgeber weiter an Bedeutung. Die Zahl der Beschäftigten in Gesundheitseinrichtungen hat seit Beginn der Zeitreihe 2008 kontinuierlich zugenommen. Bis 2015 erhöhte sie sich insgesamt um 14,9 Prozent (Deutschland: plus 16,1 Prozent). Mit rund 1.800 Beschäftigten mehr als im Jahr 2014 entstanden die meisten neuen Arbeitsplätze im Bereich der stationären und teilstationären Einrichtungen. Zu diesen Arbeitgebern zählen Krankenhäuser, Vorsorge- und Rehabilitationskliniken sowie stationäre und teilstationäre Pflegeeinrichtungen. Ein besonders starkes Plus verzeichneten die Einrichtungen der stationären und teilstationären Pflege (plus 1.300). Der zweithöchste Anstieg erfolgte in den ambulanten Einrichtungen, zu denen u. a. Arztpraxen und Apotheken gehören. Im Jahr 2015 erhöhte sich die Beschäftigtenzahl dieser Einrichtungen um knapp 900 auf 103.000. Den stärksten Zuwachs gab es dabei im Bereich der ambulanten Pflege (plus 800 Beschäftigte). Zurückzuführen sind die gestiegenen Beschäftigtenzahlen in den Pflegeeinrichtungen auf das zu Beginn des Jahres 2015 in Kraft getretene Pflegestärkungsgesetz, das u. a. eine bessere Betreuung in stationären Pflegeeinrichtungen vorsieht.

Das Gesundheitswesen zeichnet sich durch einen hohen Anteil weiblichen Personals aus. Im Jahr 2015 lag der Anteil der Frauen an allen Beschäftigten in Gesundheitseinrichtungen bei 76 Prozent (Deutschland: ebenfalls 76 Prozent), was einer Anzahl von 194.600 weiblichen Beschäftigten entspricht. Am höchsten waren die Frauenanteile in den ambulanten (82 Prozent) und den stationären bzw. teilstationären Einrichtungen (80 Prozent).

Die Ergebnisse werden von der Arbeitsgruppe „Gesundheitsökonomische Gesamtrechnungen der Länder“ (AG GGRdL) berechnet. In diesem Jahr konnten erstmals Ergebnisse zum Gesundheitspersonal für alle 16 Bundesländer bereitgestellt werden.

Unter Gesundheitspersonal bzw. Beschäftigten werden Beschäftigungsverhältnisse verstanden, sodass Personen mit mehreren Arbeitsverhältnissen in verschiedenen Einrichtungen mehrfach gezählt werden.

Das Gesundheitswesen ist gemäß SHA (System of Health Accounts) definiert. Es ist nicht identisch mit Abteilung 86 der aktuellen Wirtschaftszweigklassifikation.

Autorin: Melanie Nofz (Referat Analysen, Auftragsarbeiten, FDZ)

 

Gesundheitspersonal1 in Rheinland-Pfalz 2008 bis 2015 nach Art der Einrichtung
Art der Einrichtung Anzahl Veränderung
2015 zu 2014
2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015
1.000 %
Insgesamt 222,8 230,0 235,2 240,8 242,4 247,1 252,1 256,0 1,5
Gesundheitsschutz 1,2 1,2 1,2 1,3 1,4 1,3 1,3 1,3 0,9
Ambulante Einrichtungen 91,3 93,5 95,1 96,2 97,5 99,3 102,1 103,0 0,9
Arztpraxen 32,2 32,1 32,0 32,1 32,1 32,2 32,6 32,7 0,2
Zahnarztpraxen 13,9 14,1 14,4 14,6 14,8 15,1 15,3 15,5 1,0
Praxen sonstiger medizinischer Berufe 19,4 20,6 21,6 22,4 23,3 24,3 25,6 25,5 -0,6
Apotheken 11,5 11,4 11,4 10,9 10,7 10,7 10,6 10,5 -1,0
im Einzelhandel 4,5 4,7 4,8 4,9 5,1 5,1 5,3 5,4 1,3
Ambulante Pflege 9,9 10,5 10,9 11,3 11,5 11,9 12,7 13,5 6,6
Stationäre/teilstationäre Einrichtungen 81,9 84,3 86,3 89,1 89,7 90,4 91,1 92,9 2,0
Krankenhäuser 50,9 52,2 53,0 54,9 55,5 56,0 56,3 56,8 0,9
Vorsorge-/Rehabilitationseinrichtungen 5,7 5,7 5,9 5,8 5,7 5,5 5,5 5,5 -0,7
Stationäre/teilstationäre Pflege 25,3 26,4 27,4 28,4 28,4 28,8 29,4 30,6 4,4
Rettungsdienste 2,3 2,3 2,3 2,4 2,4 2,5 2,7 2,9 8,8
in der Verwaltung 9,0 9,4 9,9 9,7 10,1 10,3 10,5 10,6 1,3
Sonstige Einrichtungen 13,5 14,9 15,4 15,7 16,5 17,0 17,5 18,2 4,1
Vorleistungseinrichtungen 23,6 24,4 24,9 26,3 24,9 26,3 27,0 27,1 0,3
Quelle: Gesundheitspersonalrechnung der Länder; Stand: Januar 2017
1 Unter Gesundheitspersonal/Beschäftigten werden hier Beschäftigungsverhältnisse verstanden, sodass Personen mit mehreren Arbeitsverhältnissen in verschiedenen Einrichtungen auch mehrfach gezählt werden.