Rund acht Prozent der Bevölkerung haben Schwerbehindertenausweis

Ende 2017 lebten in Rheinland-Pfalz 316.764 Frauen und Männer, die aufgrund eines Grades der Behinderung von 50 oder mehr einen gültigen Schwerbehindertenausweis besaßen. Dies entspricht einem Anteil von rund acht Prozent an der Gesamtbevölkerung. Nicht inbegriffen sind in dieser Zahl alle schwerbehinderten Personen, die keinen gültigen Schwerbehindertenausweis besitzen. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes ist die Zahl der so erfassten schwerbehinderten Menschen gegenüber der vorherigen Erhebung im Jahr 2015 um rund 25.600 bzw. 8,8 Prozent gestiegen.

Nach dem Neunten Buch des Sozialgesetzbuches (SGB IX) gelten Menschen mit einem Grad der Behinderung von 50 oder mehr als schwerbehindert. Bei etwa einem Drittel der erfassten schwerbehinderten Menschen (106.036 Personen) stellte das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung einen Grad der Behinderung von genau 50 fest, gut ein Viertel (80.142 Personen) wies einen Behinderungsgrad von 100 auf.

Überwiegend ältere Menschen sind von Schwerbehinderung betroffen. Mehr als die Hälfte der schwerbehinderten Menschen (54 Prozent) war 65 Jahre oder älter, gut ein Fünftel (23 Prozent) gehörte der Altersgruppe zwischen 55 und 65 Jahren an. Weitere 19 Prozent entfielen auf die Altersgruppe 25- bis unter 55-Jährige, 4,3 Prozent hatten das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet. Männer überwogen mit einem Anteil von 53 Prozent.

In 86 Prozent der Fälle wurde die Behinderung durch eine Krankheit – einschließlich Impfschaden – verursacht, gut zwei Prozent der Behinderungen waren angeboren. Die restlichen Fälle entfielen unter anderem auf Arbeitsunfälle, Verkehrsunfälle, anerkannte Kriegs- und Wehrdienstbeschädigungen oder sonstige Ursachen.

Mit 25 Prozent waren Funktionseinschränkungen der Wirbelsäule und des Rumpfes die häufigste Behinderungsart. Auf die Beeinträchtigung der Funktion von inneren Organen oder Organsystemen entfielen 24 Prozent. In 15 Prozent der Fälle lagen eine Querschnittslähmung, zerebrale Störungen, geistig-seelische Behinderungen oder Suchtkrankheiten vor. Von Funktionseinschränkungen der Gliedmaßen waren 13 Prozent betroffen, von Blindheit und Sehbehinderung 5,2 Prozent.

Die Daten zur Statistik der schwerbehinderten Menschen erhält das Statistische Landesamt in zweijährigem Turnus vom Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung. In der Statistik werden gemäß § 214 Abs. 1 Nr. 1 SGB IX nur schwerbehinderte Menschen mit ausgehändigtem und gültigem Ausweis nachgewiesen. Schwerbehinderte Menschen, die vom Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung Rheinland-Pfalz zwar erfasst sind, deren Ausweis am Erhebungsstichtag noch nicht ausgestellt bzw. bei denen die Gültigkeitsdauer des Ausweises abgelaufen ist, werden in der Statistik nicht ausgewiesen. Die Gesamtzahl der schwerbehinderten Menschen ohne Rücksicht auf die Ausweisgültigkeit belief sich nach Angaben des Landesamtes für Soziales, Jugend und Versorgung Ende 2017 auf 427.955 Fälle.
Der Grad der Behinderung ist ein Maß für die Beeinträchtigung der Teilhabe am Leben in der Gesellschaft. Er besagt nichts über die Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz und ist unabhängig vom ausgeübten oder angestrebten Beruf. Er wird, nach Zehnergraden abgestuft, von mindestens 20 bis höchstens 100 eingeschätzt. Als schwer behindert gelten nach dem Sozialgesetzbuch IX Personen, denen ein Grad der Behinderung von 50 und mehr zuerkannt wurde.

Autorin: Dr. Julia Stoffel (Referat Auswertungen, Analysen Abteilung 1)

 

 

 

Schwerbehinderte Menschen1 am 31.12.2017 nach Ursache der Behinderung und Geschlecht
Ursache der Behinderung insgesamt davon
Frauen Männer
Anzahl % Anzahl
Insgesamt 316.764 100 147.548 169.216
Angeborene Behinderung 7.137 2,3 3.093 4.044
Arbeitsunfall2, Berufskrankheit 1.711 0,5 196 1.515
Verkehrsunfall 786 0,2 187 599
Häuslicher Unfall 93 0,0 26 67
Sonstiger nicht näher bezeichneter Unfall 304 0,1 65 239
Anerkannte Kriegs-, Wehrdienst- oder Zivildienstbeschädigung 780 0,2 100 680
Allgemeine Krankheit (einschl. Impfschaden) 273.341 86,3 129.477 143.864
Sonstige Ursache oder mehrere Ursachen 32.612 10,3 14.404 18.208
1 Menschen mit gültigem Schwerbehindertenausweis.
2 Einschließlich Wege- und Betriebswegeunfall.
Schwerbehinderte Menschen1 am 31.12.2017 nach Art der Behinderung und Geschlecht
Art der Behinderung insgesamt davon
Frauen Männer
Anzahl % Anzahl
Insgesamt 316.764 100 147.548 169.216
Verlust oder Teilverlust von Gliedmaßen 2.786 0,9 798 1.988
Funktionseinschränkungen von Gliedmaßen 41.101 13,0 19.292 21.809
Funktionseinschränkungen der Wirbelsäule und des Rumpfes, Deformierung des Brustkorbes 80.331 25,4 37.087 43.244
Blindheit und Sehbehinderung 16.505 5,2 8.736 7.769
Sprach- oder Sprechstörungen, Taubheit, Schwerhörigkeit, Gleichgewichtsstörungen 10.858 3,4 4.896 5.962
Verlust einer Brust oder beider Brüste, Entsellungen u. a. 2.290 0,7 2.172 118
Beeinträchtigung der Funktion von inneren Organen bzw. Organsystemen 77.120 24,3 34.599 42.521
Querschnittslähmung, zerebrale Störungen, geistig-seelische Behinderungen, Suchtkrankheiten 48.053 15,2 21.534 26.519
Sonstige und ungenügend bezeichnete Behinderungen 37.720 11,9 18.434 19.286
1 Menschen mit gültigem Schwerbehindertenausweis.