Ergebnisse der Internationalen Bildungsindikatoren im Ländervergleich

Mit rund 19 Kindern pro Klasse wurden in Rheinland-Pfalz im Vergleich der Bundesländer die kleinsten Grundschulklassen gebildet. Dies ist eines der Ergebnisse der heute erscheinenden Veröffentlichung „Internationale Bildungsindikatoren im Ländervergleich“. Der von den statistischen Ämtern des Bundes und der Länder herausgegebene Kennzahlenband ergänzt die OECD-Veröffentlichung „Bildung auf einen Blick“ und präsentiert die internationalen Bildungsindikatoren auf Ebene der Bundesländer.

Während Rheinland-Pfalz in der Primarstufe mit vergleichsweise kleinen Klassen beste Lehr- und Lernbedingungen ermöglicht, lag die Klassengröße in der Sekundarstufe I mit 25 Schülerinnen und Schülern pro Klasse deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Nur in Nordrhein-Westfalen waren mehr Schülerinnen und Schüler in einer Klasse der Sekundarstufe I.

Ausgaben für Bildungseinrichtungen

Durchschnittlich 8.700 Euro wurden in Rheinland-Pfalz pro Schülerin und Schüler bzw. Studierenden ausgegeben. Damit lag das Land im unteren Mittelfeld des Bundesländervergleichs. Die vergleichsweise geringen Bildungsausgaben sind unter anderem auf die unterschiedliche Finanzkraft der Länder zurückzuführen. Im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt pro Kopf lag Rheinland-Pfalz bei den Bildungsausgaben je Schülerin, Schüler bzw. Studierenden (26 Prozent) knapp über dem bundesweiten Mittelwert (25 Prozent).

Hoher Bevölkerungsanteil mit niedrigem Bildungsstand

Obwohl immer mehr Menschen einen höheren Bildungsstand anstreben, haben vergleichsweise viele rheinland-pfälzische Bürgerinnen und Bürger keine höhere Qualifikation als die mittlere Reife, also weder eine berufliche Ausbildung noch Abitur. Dies traf in Rheinland-Pfalz auf rund 16 Prozent der 25- bis 64-jährigen Bevölkerung zu. Demgegenüber verzeichneten Länder wie Thüringen (vier Prozent) oder Sachsen (fünf Prozent) sehr geringe Bevölkerungsanteile mit niedrigem Bildungsstand. Die Länderunterschiede haben vielfältige Ursachen. Beispielsweise begründen sie sich in der jeweiligen Wirtschafts- und Infrastruktur, demografischen und gesellschaftspolitischen Entwicklung, schulsystemgeprägten Schülerzusammensetzung und Entwicklungen der schulrechtlichen Regelungen.

Hohe Beteiligung in der frühkindlichen Bildung und Betreuung

Knapp 96 Prozent der dreijährigen Kinder nutzten in Rheinland-Pfalz ein Bildungs- und Betreuungsangebot im Elementarbereich. Damit verzeichnete Rheinland-Pfalz im deutschlandweiten Vergleich die höchste Bildungsbeteiligung in dieser Altersgruppe. Dies ist im Wesentlichen auf den Ausbau der Kinderbetreuung und frühkindlichen Bildung zurückzuführen. Damit wurde das Ziel verfolgt, die kindliche Entwicklung zu unterstützen sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sicherzustellen und damit die Möglichkeit zur Erwerbstätigkeit, insbesondere von Müttern, zu verbessern.

Weitere nationale Vergleiche zentraler Aspekte des Bildungswesens finden Sie in der von den Statistischen Ämtern des Bundes und der Länder herausgegebenen Publikation „Internationale Bildungsindikatoren im Ländervergleich“. Die vollständige Veröffentlichung kann unter www.statistik.rlp.de kostenfrei als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Download des Tabellenbandes im Excel-Format.

Autor: Dr. Marco Schröder (Referat Bildung)