Zahl der Verurteilungen weiter rückläufig

Im Jahr 2017 wurden in Rheinland-Pfalz 31.965 Personen rechtskräftig verurteilt. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Rückgang um 1.470 Verurteilungen bzw. 4,4 Prozent. Seit dem Jahr 2005 ist die Zahl der Verurteilten laut Statistischem Landesamt somit kontinuierlich um rund 27 Prozent bzw. 11.600 Personen gesunken.

Insgesamt 19.602 bzw. 61 Prozent der Verurteilungen konnten im Jahr 2017 den sogenannten „klassischen Delikten“ aufgrund eines Verbrechens oder Vergehens gegen Vorschriften des Strafgesetzbuches zugeordnet werden. Die Gesamtzahl der Verurteilungen nach diesen Tatbeständen ist gegenüber dem Vorjahr merklich um 7,4 Prozent geschrumpft. Unter anderem gehören der Betrug (4.694 Verurteilungen) sowie der einfache Diebstahl (3.341 Verurteilungen) zu dieser Deliktgruppe. Diese beiden Straftaten waren – wie schon in den Vorjahren – die häufigsten Gründe für Verurteilungen in Rheinland-Pfalz.

Die zweitgrößte Gruppe (7.813 Verurteilungen bzw. 24 Prozent) bildeten die Straftaten im Straßenverkehr (z.B. Trunkenheit im Verkehr, Fahren ohne Fahrerlaubnis, Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort). In den vergangenen Jahren haben Straßenverkehrsdelikte deutlich abgenommen; gegenüber 2016 blieb die Zahl der Verurteilungen jedoch nahezu konstant.

Darüber hinaus kam es 2017 zu 4.550 (2016: 4.450) Verurteilungen im Rahmen von Verstößen, die auf den Strafvorschriften eines anderen Bundes- oder Landesgesetzes basieren. Hierunter fallen unter anderem auch Verurteilungen aufgrund von Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Die Anzahl von Verurteilungen im Kontext einer solchen Straftat ist gegenüber dem Vorjahr leicht um 2,7 Prozent auf 2.945 Fälle gestiegen und blieb somit dritthäufigster Tatbestand für eine rechtskräftige Verurteilung in Rheinland-Pfalz.

Die Verurteiltenziffer, die die Betroffenen auf 100.000 der Bevölkerung gleichen Alters bezieht, ist gegenüber dem Vorjahr von 938 auf 895 gesunken. Bezogen auf einzelne Personengruppen kommen rechtskräftige Verurteilungen am häufigsten in der Gruppe der Heranwachsenden im Alter von 18 bis 20 Jahren vor. Hier lag die Kennzahl mit einem Wert von 1.832 mehr als doppelt so hoch wie bei den Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren (913) bzw. den Erwachsenen ab 21 Jahren (855).

Die Ergebnisse basieren auf den monatlichen Meldungen der Staatsanwaltschaften in Rheinland-Pfalz zu den rechtskräftig abgeurteilten Personen.

Autor: Markus Elz (Referat Soziales, Gesundheit, Rechtspflege)

 

 

 

Verurteilungen nach den am häufigsten vorkommenden Straftaten 1990 - 2017
Straftat 1990 Rang-ziffer 1995 Rang-ziffer 2000 Rang-ziffer 2005 Rang-ziffer 2010 Rang-ziffer 2015 Rang-ziffer 2016 Rang-ziffer 2017 Rang-ziffer
Veruteilungen insgesamt 39.847 x 41.033 x 38.834 x 43.528 x 40.008 x 34.877 x 33.435 x 31.965 x
darunter:
Betrug § 263 3.740 3 3.974 3 4.458 3 6.056 1 5.958 1 5.089 1 5.084 1 4.694 1
Einfacher Diebstahl § 242 6.114 1 6.104 1 5.268 1 5.182 2 4.267 2 4.026 2 3.901 2 3.341 2
Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz 1.925 5 1.469 6 2.606 4 3.250 4 3.235 4 3.139 3 2.868 3 2.945 3
Trunkenheit im Verkehr ohne Personenschaden § 316 5.454 2 5.906 2 4.970 2 4.847 3 4.028 3 3.106 4 2.796 4 2.709 4
Fahren ohne Fahrerlaubnis § 21 Abs. 1 Nr. 1 StVG 1.673 6 2.363 5 2.083 5 2.590 5 2.083 7 1.902 6 1.865 6 1.886 5
Erschleichen von Leistungen § 265 a 330 10 668 10 684 10 1.027 9 2.301 5 2.354 5 1.939 5 1.777 6
Körperverletzung § 223 1.054 7 1.312 7 1.489 7 2.142 6 2.279 6 1.740 7 1.757 7 1.675 7
Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort § 142 2.771 4 2.380 4 1.894 6 2.105 7 1.774 8 1.649 8 1.599 8 1.578 8
Beleidigung § 185 769 8 715 9 816 9 944 10 986 10 1.108 9 1.206 9 1.190 9
Gefährliche Körperverletzung § 224 743 9 872 8 1.156 8 1.473 8 1.427 9 924 10 875 10 935 10