Immer mehr Menschen beziehen Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung

Im Dezember 2018 erhielten in Rheinland-Pfalz 46.845 Frauen und Männer staatliche Unterstützung in Form von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung. Das waren nach Angaben des Statistischen Landesamtes 1.744 Personen bzw. 4 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Nach einem zwischenzeitlichen Rückgang im Jahr 2016 setzt sich der in den vergangenen Jahren zu beobachtende Trend steigender Empfängerzahlen weiter fort. Im Vergleich zum Jahr 2005 – dem Jahr der Einführung der Grundsicherungsleistungen nach SGB XII – hat die Zahl der Menschen, die auf diese Form der staatlichen Unterstützung angewiesen sind, um 55 Prozent zugenommen.

Im Dezember 2018 hatten gut 24.200 Leistungsberechtigte (52 Prozent) die Regelaltersgrenze erreicht bzw. überschritten und erhielten Grundsicherung im Alter. Rund 22.600 Empfängerinnen und Empfänger (48 Prozent) waren Volljährige unter der Regelaltersgrenze und nahmen die Leistungen aufgrund dauerhafter Erwerbsminderung in Anspruch. Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts im Alter wurden überwiegend Frauen gewährt (60 Prozent), während Leistungen infolge einer Erwerbsminderung häufiger von Männern beansprucht wurden (55 Prozent).

Regional betrachtet zeigen sich große Unterschiede bei der Inanspruchnahme. So kamen in den kreisfreien Städten auf 1.000 volljährige Einwohnerinnen und Einwohner im Durchschnitt 19,7 Leistungsempfänger; in den Landkreisen lag dieser Wert bei lediglich 11,6 Personen. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Empfängerzahlen in den Kreisen um vier Prozent gestiegen; in den Städten war ein Plus von 3,6 Prozent zu verzeichnen.

Werden nur Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung im Alter betrachtet, fallen die regionalen Unterschiede noch größer aus. In den kreisfeien Städten kamen im Mittel auf 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner, die die Regelaltersgrenze erreicht oder überschritten hatten, 49 Bezieher von Grundsicherung im Alter; in den Landkreisen lag dieser Wert bei durchschnittlich 22 Personen.


Die Daten stammen aus der Statistik der Empfänger von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung, die ab dem Berichtsjahr 2015 zentral durch das Statistische Bundesamt und seitdem für den Monat Dezember (vormals zum Stichtag 31.12.) durchgeführt wird. Die erhobenen Angaben werden zu Auswertungszwecken den Statistischen Landesämtern zur Verfügung gestellt.

Anspruch auf Grundsicherungsleistungen nach dem 4. Kapitel SGB XII haben Personen, deren Einkommen oder Vermögen nicht ausreicht, um den grundsätzlichen Bedarf für den Lebensunterhalt zu sichern, wenn sie entweder die Regelaltersgrenze erreicht haben oder wenn sie mindestens 18 Jahre alt und in vollem Umfang dauerhaft erwerbsgemindert sind. Die im Jahre 2012 eingeführte Regelaltersgrenze findet seit Umstellung der Erhebung auf eine zentrale Bundesstatistik im Jahr 2015 Berücksichtigung in der Statistik. Nach § 41 Absatz 2 SGB XII wird die Altersgrenze seit 2012 beginnend mit dem Geburtsjahrgang 1947 sukzessive von bisher 65 auf 67 Jahre angehoben. Im Erhebungszeitraum Dezember 2018 lag die Altersgrenze bei 65 Jahren und sieben Monate.

Autor: Markus Elz (Referat Soziales, Gesundheit, Rechtspflege)

 

 

 

Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung im Dezember 2018 nach Verwaltungsbezirken
Kreisfreie Stadt
Landkreis

Empfänger/-innen
insgesamt je 1.000 Einwohner/-innen
ab 18 Jahren1
voll erwerbsgemindert
unter der Regelaltersgrenze
Regelaltersgrenze und älter
zusammen je 1.000
Einwohner/-innen
im Alter ab 18 Jahren bis unter der Regelaltersgrenze1
zusammen je 1.000
Einwohner/-innen
ab der Regelaltersgrenze1
Anzahl
Kreisfreie Städte
Frankenthal (Pfalz) 640 15,9 302 10,2 338 31,5
Kaiserslautern 2.261 26,6 883 13,4 1.378 71,0
Koblenz 2.121 21,8 688 9,4 1.433 60,1
Landau i. d. Pfalz 503 12,8 239 7,8 264 30,9
Ludwigshafen a. Rh. 2.904 21,0 1.323 12,4 1.581 50,6
Mainz 3.000 16,4 1.264 8,6 1.736 47,6
Neustadt a. d. Weinstr. 681 15,2 311 9,6 370 29,8
Pirmasens 847 24,6 439 17,9 408 41,1
Speyer 743 17,4 310 9,7 433 39,9
Trier 2.079 22,0 924 12,2 1.155 61,2
Worms 1.319 19,2 608 11,6 711 43,6
Zweibrücken 618 21,3 339 15,9 279 36,8
Landkreise
Ahrweiler 1.141 10,5 521 6,6 620 20,5
Altenkirchen (Ww.) 1.380 12,8 755 9,4 625 22,8
Alzey-Worms 1.120 10,5 569 6,9 551 22,8
Bad Dürkheim 1.122 10,0 598 7,3 524 17,1
Bad Kreuznach 1.930 14,6 856 8,8 1.074 30,7
Bernkastel-Wittlich 1.234 13,1 622 8,9 612 25,2
Birkenfeld 1.161 16,9 647 13,0 514 27,4
Cochem-Zell 597 11,4 295 7,8 302 21,1
Donnersbergkreis 817 13,1 457 9,7 360 23,5
Eifelkreis Bitburg-Prüm 857 10,5 475 7,6 382 19,8
Germersheim 1.239 11,6 594 7,2 645 26,7
Kaiserslautern 824 9,4 415 6,3 409 18,8
Kusel 640 10,7 386 8,8 254 15,9
Mainz-Bingen 1.792 10,3 889 6,7 903 21,9
Mayen-Koblenz 2.535 14,2 1.329 9,9 1.206 27,1
Neuwied 2.433 16,1 1.078 9,6 1.355 34,9
Rhein-Hunsrück-Kreis 985 11,4 485 7,6 500 22,5
Rhein-Lahn-Kreis 1.434 13,9 809 10,7 625 22,8
Rhein-Pfalz-Kreis 937 7,3 527 5,6 410 12,3
Südliche Weinstraße 826 8,9 415 6,0 411 17,0
Südwestpfalz 755 9,2 496 8,4 259 11,4
Trier-Saarburg 1.037 8,4 501 5,3 536 18,5
Vulkaneifel 610 11,9 309 8,3 301 21,5
Westerwaldkreis 1.692 10,1 934 7,4 758 18,7
Rheinland-Pfalz2 46.845 13,7 22.603 8,8 24.242 28,7
kreisfreie Städte 17.716 19,7 7.630 11,0 10.086 48,9
Landkreise 27.406 11,6 14.962 8,0 14.136 22,1
1 Bevölkerung zum 31.12.2017.
2 Einschließlich Empfänger, die vom Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung gemeldet und nicht einzelnen kreisfreien Städten bzw. Landkreisen zugeordnet werden können.