Umsatz und Beschäftigtenzahlen der rheinland-pfälzischen Industrie im August weiter gesunken

Im August 2020 war hinsichtlich der Entwicklung der Umsatz- und Beschäftigtenzahlen im rheinland-pfälzischen Verarbeitenden Gewerbe weiterhin keine Entspannung erkennbar. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems lagen die Umsätze um 16,5 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Somit dauerte der Abwärtstrend der Umsatzentwicklung aus den beiden Vormonaten weiter an (minus 8,3 und minus zwölf Prozent).

Auch der Beschäftigungsabbau in der rheinland-pfälzischen Industrie setzte sich weiter fort und markierte für das Jahr 2020 einen neuen Höchstwert (minus 2,8 Prozent). In Deutschland lagen die Umsätze um 11,7 Prozent und die Beschäftigung um 3,1 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Im August setzte die rheinland-pfälzische Industrie insgesamt 6,3 Milliarden Euro um. Das Ergebnis wurde maßgeblich vom Exportgeschäft geprägt, das im Vergleich zum Vorjahresniveau um ein Fünftel einbrach. Der Rückgang der Inlandsgeschäfte lag bei zwölf Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland verringerte sich der Umsatz aus dem Inland um elf Prozent, der aus dem Ausland um 12,3 Prozent. Die Exportquote der rheinland-pfälzischen Industrie reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,2 Prozentpunkte auf 53,5 Prozent.

Von der negativen Umsatzentwicklung waren nahezu alle der zehn umsatzstärksten Industriezweige betroffen. Lediglich die Hersteller von pharmazeutischen Erzeugnissen konnten zulegen (plus 2,6 Prozent). Immer noch von kräftigen Verlusten getroffen waren die Bereiche Maschinenbau, Metallerzeugung und -bearbeitung sowie die Herstellung von chemischen Erzeugnissen. Diese verzeichneten Umsatzrückgänge von fast einem Fünftel des jeweiligen Vorjahreswerts. Die stärksten Einbrüche von knapp einem Drittel des Umsatzes mussten die Hersteller von Kraftwagen und Kraftwagenteilen verkraften.

Beschäftigte

Insgesamt waren im August 2020 rund 257.000 Beschäftigte in den Betrieben des rheinland-pfälzischen Verarbeitenden Gewerbes tätig; das waren rund 7.400 bzw. 2,8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor (Deutschland: minus 3,1 Prozent). Der Beschäftigungsabbau fiel im Maschinenbau mit minus neun Prozent am deutlichsten aus. Die Hersteller von Metallerzeugnissen sowie die Hersteller von Gummi- und Kunststoffwaren mussten ebenfalls Personal abbauen (minus 4,3 Prozent bzw. minus 4,2 Prozent). Die Pharmaindustrie sowie die Hersteller von Kraftwagen und Kraftwagenteilen konnten ein geringes Beschäftigungsplus von 1,6 und 1,3 Prozent verzeichnen.

Zeitraum Januar bis August

Im Zeitraum von Januar bis August sanken die Umsätze der rheinland-pfälzischen Industrie um zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im Inland wurden zehn Prozent weniger Umsätze erwirtschaftet. Die Auslandsumsätze wiesen ein Minus von 14 Prozent auf. Die Zahl der Beschäftigten ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,6 Prozent zurück.

Die Daten stammen aus dem Monatsbericht für Betriebe im Verarbeitenden Gewerbe sowie im Bergbau und der Gewinnung von Steinen und Erden, zu dem die Betriebe mit 50 und mehr Beschäftigten regelmäßig melden. Befragt werden rund 1.000 Betriebe. Die Betriebe werden nach dem wirtschaftlichen Schwerpunkt ihrer Tätigkeit eindeutig einer Industriebranche zugeordnet. Die gemeldeten Umsätze und Beschäftigtenzahlen werden dann vollständig diesem Wirtschaftsbereich zugerechnet, auch wenn der Betrieb noch in weiteren Wirtschaftszweigen tätig ist. Durch Veränderungen in der Produktionsstruktur kann sich der wirtschaftliche Schwerpunkt eines Betriebes im Zeitverlauf ändern. In diesem Fall wird der Betrieb dann seinem neuen Schwerpunkt entsprechend einem anderen Wirtschaftszweig zugeordnet. Diese Umsetzungen werden stets zu Beginn eines neuen Berichtsjahres vollzogen.

Autorin: Dr. Noreen Geenen (Referat Unternehmensstatistiken)

Beschäftigte und Umsätze in der rheinland-pfälzischen Industrie im August sowie von Januar bis August 2020 nach ausgewählten Wirtschaftszweigen
WirtschaftszweigBeschäftigteUmsatz
August 2020Veränderung
gegenüber dem
Vorjahresmonat
Januar – August 2020Veränderung
gegenüber dem
Vorjahreszeitraum
August 2020Veränderung
gegenüber dem
Vorjahresmonat
Januar – August 2020Veränderung
gegenüber dem
Vorjahreszeitraum
Anzahl%Anzahl%1.000 Euro%1.000 Euro%
Herstellung von chemischen Erzeugnissen46.000-0,846.2570,11.768.855-19,216.999.193-12,5
Maschinenbau35.154-9,035.490-7,7605.108-18,85.682.276-16,8
Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen22.5551,322.6384,0876.871-30,87.333.146-21,3
Herstellung von Metallerzeugnissen22.364-4,322.546-3,3323.140-6,12.552.775-11,4
Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren22.095-4,222.240-3,2394.210-7,03.268.672-10,2
Herstellung von Glas und Glaswaren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden14.052-1,914.100-1,0236.364-7,81.945.811-7,0
Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln13.723-0,913.531-0,8355.463-0,62.932.4984,0
Herstellung von pharmazeutischen Erzeugnissen10.6081,610.6232,0235.7792,42.208.566-3,5
Herstellung von Papier, Pappe und Waren daraus9.6310,09.559-1,7269.904-9,22.323.305-6,8
Herstellung von elektrischen Ausrüstungen8.913-4,49.070-2,1134.946-8,21.094.246-7,9
Metallerzeugung und -bearbeitung8.955-0,98.986-0,2236.121-19,22.060.464-15,2
Reparatur und Installation von Maschinen und Ausrüstungen8.3821,98.3521,790.139-16,3702.226-15,9
Herstellung von Holz-, Flecht-, Korb- und Korkwaren (ohne Möbel)6.467-2,56.445-1,2117.274-3,81.059.1730,9
Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen5.835-0,55.9111,673.833-1,6592.816-8,0
Getränkeherstellung5.286-3,65.277-2,4240.203-2,61.698.404-10,3
Verarbeitendes Gewerbe sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden256.986-2,8258.236-1,66.287.896-16,555.341.073-12,4
Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden240-7,7239-6,61.074-30,822.52368,4
Verarbeitendes Gewerbe256.746-2,8257.997-1,66.286.823-16,555.318.549-12,4