Keine Erholung im Außenhandel: Ex- und Importe weiterhin im Minus

Im Februar 2021 setzte sich die negative Entwicklung im rheinland-pfälzischen Außenhandel weiter fort: Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems lagen die Ausfuhren mit 4,2 Milliarden Euro um 6,6 Prozent unter dem Wert des Vorjahres (Deutschland: minus 1,2 Prozent). Die Importe erreichten einen Warenwert von 3,1 Milliarden Euro; das waren 2,7 Prozent weniger wie vor einem Jahr (Deutschland: plus 0,9 Prozent).

Ausfuhren

Mehr als die Hälfe aller Exporte gingen in die EU. Das Volumen lag im Februar 2021 bei 2,4 Milliarden Euro; das waren 0,9 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Exporte in Länder der Eurozone sanken gegenüber Februar 2020 um fünf Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Aufgrund des starken Exportanstiegs nach Polen (plus 24 Prozent) fiel die Bilanz mit den Nicht-Euro-Ländern positiv aus (plus 13 Prozent). Dagegen wurde in die übrigen europäischen Länder deutlich weniger exportiert (minus 14 Prozent). Dies ist vor allem auf den Exportrückgang nach Großbritannien zurückzuführen (minus 30 Prozent).

Deutlich niedriger als vor einem Jahr fielen die Ausfuhren auf den amerikanischen und asiatischen Kontinent aus. Die Exporte nach Übersee reduzierten sich um 19 Prozent. Ein noch höherer Rückgang war bei den exportierten Waren in die USA zu verzeichnen (minus 28 Prozent). Der Exportrückgang in den asiatischen Raum ist auf die deutliche Abnahme im Handel mit Japan zurückzuführen: Der Wert der dorthin ausgeführten Waren halbierte sich im Vergleich zum Vorjahresmonat (minus 53 Prozent). Die Exporte nach China nahmen dagegen um 6,5 Prozent zu.

Bei den exportstarken Chemischen Erzeugnissen stiegen die Ausfuhren um 7,1 Prozent. Geringfügige Zunahmen gab es bei Maschinen (plus 0,7 Prozent). In den vier weiteren für den Export bedeutenden Güterabteilungen lag der Wert der Ausfuhren unter den Vorjahresergebnissen. Besonders ausgeprägt waren die Rückgänge mit 41 Prozent bei Pharmazeutischen Erzeugnissen. Ebenfalls deutliche Abnahmen gab es bei Kraftwagen und Kraftwagenteilen (minus 15 Prozent) sowie in der Metallerzeugung (minus 9,5 Prozent). Die Exporte von Gummi- und Kunststofferzeugnissen lagen um 3,9 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Einfuhren

Im Februar wurden Waren im Wert von rund 3,1 Milliarden Euro importiert (minus 2,7 Prozent). Aus den Ländern der EU, dem Hauptimporteur, kamen 7,7 Prozent weniger Einfuhren nach Rheinland-Pfalz. Noch größer fielen die Rückgänge aus den Ländern der Eurozone aus (minus 9,7 Prozent). Nahezu unverändert waren dagegen die Importe aus den Nicht-Euroländern. Deutliche Einfuhrzuwächse aus Russland (plus 171 Prozent) sowie aus der Schweiz (plus 30 Prozent) trugen zu einem Plus bei den europäischen Ländern bei, die nicht der EU angehören (plus elf Prozent). Der Anstieg im asiatischen Raum von 16 Prozent ist auf die positiven Entwicklungen der Importe aus China (plus 20 Prozent) sowie aus Korea (plus 136 Prozent) zurückzuführen. Die Einfuhren aus Amerika gingen um 6,8 Prozent zurück und die aus den USA um 3,3 Prozent.

Zeitraum Januar und Februar

In den ersten beiden Monaten lagen die Werte der aus- und eingeführten Waren unter den Vorjahresergebnissen, die noch nicht von der Pandemie geprägt waren (minus 6,2 bzw. 5,8 Prozent). Die Exportrückgänge in die Staaten der EU fielen mit 1,3 Prozent geringer aus; dagegen lag das Minus bei den Importen mit 8,6 Prozent über dem Durchschnitt.

Die Daten stammen aus der monatlichen Außenhandelsstatistik, die zentral vom Statistischen Bundesamt erhoben und aufbereitet wird. Dabei wird unterschieden zwischen Intrahandelsstatistik (Warenverkehr zwischen EU-Staaten) und Extrahandelsstatistik (Warenverkehr mit Drittländern, d. h. Nicht-EU-Staaten). Grundsätzlich sind alle in Deutschland umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen, die innergemeinschaftliche Warenverkehre durchführen, im Rahmen der Intrahandelsstatistik auskunftspflichtig. Von der Auskunftspflicht befreit sind Unternehmen, deren innergemeinschaftliche Warenverkehre den Wert von 500 000 Euro bei der Versendung und 800 000 Euro bei den Eingängen im Vorjahr bzw. im laufenden Jahr nicht übersteigen. Im Extrahandel werden die bei den Zollstellen anfallenden Zollmeldungen ausgewertet.
Aus Gründen der Vergleichbarkeit wird die EU in der Abgrenzung der EU-27, also ohne das Vereinigte Königreich, betrachtet.   

Autorin: Petra Wohnus (Referat Unternehmensstatistiken)

Aus- und Einfuhr nach Ziel- und Herkunftsregionen im Februar 2020 und Februar 2021¹
MerkmalMärzMärzVeränderung
in %
Mill. EURAnteil in %Mill. EURAnteil in %
EU-Länder2.42653,72.40556,9-0,9
Eurozone1.86441,21.77141,9-5,0
Nicht Eurozone56312,463415,012,7
Übriges Europa56912,649211,6-13,5
Asien69015,362114,7-9,9
Amerika67414,954913,0-18,5
Afrika1312,9922,2-29,2
Australien / Ozeanien330,7641,594,0
Ausfuhr insgesamt4.522100,04.223100,0-6,6
EU-Länder2.04464,91.88861,6-7,7
Eurozone1.61251,11.45547,4-9,7
Nicht Eurozone43313,743314,10,0
Übriges Europa3009,533310,910,9
Asien46214,753617,516,0
Amerika2708,62518,2-6,8
Afrika652,1481,6-26,4
Australien / Ozeanien60,270,210,7
Einfuhr insgesamt3.152100,03.066100,0-2,7
1 vorläufig.