Anstieg der rheinland-pfälzischen Exporte in den ersten drei Quartalen
Importe legten ebenfalls zu

Der rheinland-pfälzische Außenhandel befindet sich weiterhin auf Rekordkurs. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems wurden von Januar bis September 2015 Güter im Wert von 38,9 Milliarden Euro exportiert, was einen Anstieg um 7,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutete (Deutschland: plus sieben Prozent). Das war das bislang beste Ergebnis in den ersten drei Quartalen eines Jahres.

Ausfuhren

Rund 60 Prozent der Ausfuhren gehen in die Mitgliedsstaaten der EU. Dorthin wurden in den ersten drei Quartalen Waren im Wert von 23,4 Milliarden Euro geliefert; das waren 8,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. In die Länder der Euro-Zone wurden Waren im Wert von 16,1 Milliarden Euro exportiert (plus 8,1 Prozent). Mit einem Anteil von 9,8 Prozent an allen Ausfuhren waren die USA der wichtigste Handelspartner im Exportbereich. Die Lieferungen in die USA erhöhten sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 13,7 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro. In den ersten drei Quartalen 2014 hatte Frankreich noch vor den USA an erster Stelle gestanden; nun belegt das Nachbarland nach einem Rückgang des Exportvolumens um 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum Rang zwei.

In den für den rheinland-pfälzischen Export bedeutenden Branchen verlief das Auslandsgeschäft in den ersten drei Quartalen durchweg positiv. Ein besonders starkes Plus gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichneten die Hersteller pharmazeutischer und ähnlicher Erzeugnisse (plus 24 Prozent). Die Ausfuhr der Metallproduzenten wuchs ebenfalls mit einer zweistelligen Rate (plus 21,5 Prozent). Die Exporteure chemischer Erzeugnisse, die den höchsten Anteil an den rheinland-pfälzischen Ausfuhren haben, verbuchten ein relativ schwaches Plus von zwei Prozent.

Einfuhren

Die Importe stiegen nicht ganz so stark wie die Exporte, erreichten jedoch ebenfalls einen Rekordwert. Von Januar bis September 2015 wurden Waren im Wert von 25,2 Milliarden Euro eingeführt, das waren 4,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor (Deutschland: plus 4,2 Prozent).

In den ersten drei Quartalen kamen Waren im Wert von 16,7 Milliarden Euro aus EU-Ländern nach Rheinland-Pfalz (plus 7,5 Prozent), das waren zwei Drittel der rheinland-pfälzischen Einfuhren. Davon stammten Waren im Wert von gut 12,6 Milliarden Euro aus der Euro-Zone (plus 9,4 Prozent). Vier Milliarden Euro entfielen auf Importe aus den EU-Ländern außerhalb der Euro-Zone (plus 1,9 Prozent). Aus europäischen Ländern außerhalb der EU gelangten Waren im Wert von 2,1 Milliarden Euro nach Rheinland-Pfalz (minus 11,6 Prozent; Anteil: 8,2 Prozent). Rund 15 Prozent der Waren wurden aus Asien eingeführt. Der Warenwert belief sich auf 3,7 Milliarden Euro (plus 3,9 Prozent). Importe aus Amerika trugen 9,4 Prozent zum Wert der Einfuhren bei (2,4 Milliarden Euro; plus 6,4 Prozent). Waren aus Afrika sowie aus Australien und Ozeanien machten zusammen nur 1,8 Prozent der Importe aus. Die wichtigsten Handelspartner waren die Niederlande,  Belgien und Frankreich.

Die Daten stammen aus der monatlichen Außenhandelsstatistik, die zentral vom Statistischen Bundesamt erhoben und aufbereitet wird. Dabei wird unterschieden zwischen Intrahandelsstatistik (Warenverkehr zwischen EU-Staaten) und Extrahandelsstatistik (Warenverkehr mit Drittländern, d. h. Nicht-EU-Staaten). Grundsätzlich sind alle in Deutschland umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen, die innergemeinschaftliche Warenverkehre durchführen, im Rahmen der Intrahandelsstatistik auskunftspflichtig. Von der Auskunftspflicht befreit sind Unternehmen, deren innergemeinschaftliche Warenverkehre je Verkehrsrichtung (Eingang bzw. Versendung) im Vorjahr bzw. im laufenden Jahr den Wert von 500.000 Euro nicht übersteigen. Im Extrahandel werden die bei den Zollstellen anfallenden Zollmeldungen ausgewertet.

Autorin: Diane Dammers (Referat Analysen)